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Froschs Blog

Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat

Was würdest Du tun?

8. February 2010 um 19:38 Uhr von frosch

Was würdest du tun wenn für deinen Lebensunterhalt gesorgt wäre? #WWDT #BGE”, fragte heute @order_by_rand auf Twitter (WWDT = was würdest du tun; BGE = Bedingungsloses Grundeinkommen). Da ein Tweet nicht genügt, um die Frage für mich zu beantworten, mache ich das mal lieber hier im Blog.

Vermutlich würde ich nicht viel anderes machen als derzeit, allerdings könnte ich mich freier und intensiver darum kümmern. Also zum Beispiel mehr fotografieren, mehr mit meinen Computern anstellen oder öfter mal anderen bei Computerproblemen helfen (so wie derzeit mit dem Fremd-PC easyline).

Ich könnte auch öfter kleine Jobs annehmen, je nachdem wie es meine Depressionen zulassen. Denn zum Bedingungslosen Grundeinkommen kann man ja beliebig dazuverdienen und muß sich nicht wie bei Hartz IV oder SGB XII den größten Teil seines geringen Nebenverdienstes vom Staat stehlen lassen. Und dann könnte ich auch öfter verreisen, denn ich reise sehr gerne — und dabei gibt es dann wieder neues zu sehen und zu fotografieren.

Was für mich aber viel wichtiger wäre: Ich müßte keine Angst mehr haben. Keine Angst davor, daß jemandem bei einer Behörde ein Furz quersitzt und sie oder er mir dann irgendwelche Schikanen auferlegt. Keine Angst davor, wie im Jahr 2002 allein durch krankheitsbedingte Hilflosigkeit erst die Energieversorgung und dann die Wohnung zu verlieren. Nicht mehr befürchten müssen, daß die Waschmaschine kaputtgeht, oder der Kühlschrank, oder daß einer der alten, mehrfach umgezogenen Schränke zusammenbricht. Dieser Punkt ist für mich wesentlich wichtiger als die Frage, was ich tun würde.

Umgekehrt könnte ich dann vermutlich auch mehr tun, weil mich diese Ängste nicht mehr lähmen würden. Mit einem BGE könnte ich wieder beginnen, zu leben.

So nebenbei kommt noch dazu, daß solche Volksverhetzer wie Thilo Sarrazin oder Roland Koch endlich mal die Klappe halten müßten. Es gäbe niemanden mehr, den sie noch beschimpfen könnten. Und man müßte seine Existenzberechtigung nicht mehr ständig mit einem Gehaltsstreifen beweisen: Es wäre die Rückkehr der Menschenwürde.


ARGE, Teil 5

4. February 2010 um 15:01 Uhr von frosch

Oder: Die linke und die rechte Hand der ARGE

Heute Morgen hatte ich einen Termin bei der Arbeitsvermittlerin der ARGE. Also aufstehen um 7, Antreten um 9 — zum Glück mit Begleitung (Vertreterin meines Sozialarbeiters). Bei diesem Termin durfte ich eine 180°-Kehrtwende der ARGE erleben. Oder auch das Ergebnis einer intern nicht stattfindenden Kommunikation, wie man’s sehen will.

Im November hieß es ja vom Sachbearbeiter, man werde keine amtsärztliche Untersuchung durchführen, weil das Gutachten der Rentenversicherung „höherwertig” sei. Heute tönte es, diesmal von der Arbeitsvermittlerin, genau umgekehrt: Natürlich will sie eine amtsärztliche Untersuchung, und außerdem die Feststellung des Schwerberhindertengrades (GdB), und beides unbedingt!!1!11 Der vorherige Sachbearbeiter habe wohl „keinen Bock gehabt”, dabei hätte er das „auf jeden Fall gleich machen müssen”. Ich bin begeistert.

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Staatlicher Ankauf von illegalen Daten

31. January 2010 um 17:46 Uhr von frosch

Die Parteien im Bundestag streiten derzeit darüber, ob sie für 2,5 Millionen Euro Daten von angeblichen Steuersündern aufkaufen sollen. Man rechnet sich nach entsprechenden Ermittlungen Steuernachzahlungen von 100 Mio. Euro aus.

Nun kann man CDU und FDP natürlich Klientelpolitik unterstellen und liegt damit sicherlich nicht falsch. Allerdings muß ich erstaunlicherweise Karl-Theodor von Guttenberg zustimmen:

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte in Davos der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag”, er habe „ein Problem damit, wenn man für etwas, das auf rechtlich fragwürdigem Wege in jemandes Besitz gelangt ist, Geld ausgibt”.

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Spam ist keine Werbung

26. January 2010 um 16:52 Uhr von frosch

Kürzlich startete eine Online-Petition zum Thema Organspenden, und der Hauptpetent forderte die Leser seiner extra dafür eingerichteten Website dazu auf, dafür auch ordentlich Werbung zu machen. Er stellt sogar einiges an Material dafür zur Verfügung.

Allerdings hat das mit dem Werbung machen wohl jemand falsch verstanden: Seit gestern bekam ich mehrere Blog-Kommentare herein, die völlig ohne Zusammenhang zum jeweils kommentierten Artikel für diese Petition werben. Die Kommentare wurden nicht öffentlich, weil sie mehrere typische Spam-Eigenschaften haben und somit an meiner Blacklist scheiterten.

Wer auch immer der Absender dieser Nachrichten ist: Laß es sein. Damit tust Du dem Petenten (der mir glaubhaft bestätigte, nichts mit dem Spam zu tun zu haben) und der Petition nicht nur keinen Gefallen, sondern ziehst das Ansinnen in den Dreck. Spammen ist unterste Schublade! Verbreite den Link auf Twitter und identi.ca, blogge darüber, mache Freunde aufmerksam, verwende das angebotene Material und drucke Flyer, aber hör auf zu spammen.

Die Spam-Kommentare kamen allesamt von der (vermutlich amerikanischen) IP 74.118.192.202 und haben einen Absender unter @mail.ru, wobei allein diese Absenderkennung ein starkes Spam-Kriterium ist. Ich habe diese IP jetzt erstmal in meine .htaccess eingetragen, damit ich den Müll nicht dauernd löschen muß.

Generell gilt: Wer spammt, hat verloren!


Diskriminierung erlaubt

26. January 2010 um 15:40 Uhr von frosch

Hartz IV wirkt, stellte Twister gestern auf Telepolis Online fest. Das durfte ich ebenfalls gestern mal wieder am eigenen Leibe erfahren.

Ich habe ja gegen den ablehnenden Rentenbescheid Widerspruch eingelegt. Daraufhin rief mich im Oktober eine Dame von der Rentenversicherung an und wollte wissen, wer mein behandelnder Psychiater ist. Nachdem sie sich dann von der Verblüffung erholt hatte, weil ich sagte, ich habe keinen, fragte sie nach meinem Hausarzt. Ja, sowas in der Art hatte ich zu der Zeit, ich kämpfte ja mit einer Luftröhrenentzündung. Also schickte sie mir eine Aufforderung für diesen Arzt, einen Diagnosebericht zu erstellen.

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Solidarisch mit Dresden Nazifrei

23. January 2010 um 19:20 Uhr von frosch

Plakat: Dresden nazifrei! Kein Naziaufmarsch - gemeinsam blockieren

Unglaubliches spielt sich derzeit in Dresden ab. Im Vorfeld zu einer Demonstration gegen einen Nazi-Aufmarsch am 13. Februar beschlagnahmte die Polizei die Plakate eines antifaschistischen Bündnisses (gespiegelt bei stoppt-zensur.de), nahm die Plakatkleber, darunter eine linke Bundestagsabgeordnete, fest, und entblödete sich auch nicht, zwei jugendliche „gemeingefährliche” Plakatkleber mit Handschellen aneinanderzufesseln. Und heute tauchte die Nachricht auf, daß das Landeskriminalamt Sachsen auch noch die Website des Bündnisses sperren lassen will.

Und warum das Ganze? Das LKA versucht, aus dem Aufruf, den Nazi-Aufmarsch zu blockieren, einen Aufruf zu einer Straftat zu konstruieren. Allerdings handelt es sich bei der Blockade einer Demonstration gar nicht um eine Straftat, sondern maximal um eine Ordnungswidrigkeit. Ein Aufruf zu einer Ordnungswidrigkeit ist jedoch selbst kein Straftatbestand.

Was auch immer bei alldem herauskommt: Ich erkläre mich mit dem Dresdner Bündnis solidarisch. LKA Sachsen, so geht es nicht!

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Zensursula ist verzichtbar

22. January 2010 um 17:55 Uhr von frosch

Unter der Überschrift „Schauen, was unverzichtbar ist” durfte Zensursula, die Leyarbeiterin, in der Zeit ihre Ansichten über die zukünftige Arbeitsmarktpolitik ausbreiten. Das fängt gleich richtig schön an:

Ein Hartz-IV-Empfänger, der ausschließlich mit staatlicher Unterstützung zurechtkommen muss, lebt unter schwierigen Bedingungen. Das ist, was die rein materielle Höhe der Unterstützung angeht, auch angemessen. Er soll bereit bleiben, sich am Arbeitsmarkt oder am Weiterbildungsmarkt um Angebote zu bemühen.

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Niederwertige Arbeiten

20. January 2010 um 18:22 Uhr von frosch

Der @kleinerluxx postete da einen Link zu einem Bild, so von wegen niederwertige Arbeiten, wie der Volksverhetzer Koch meinte.

Piratenpartei - Arbeiterin in einer Waschmaschine
(Leider ohne Lizenzangabe — weiß die jemand?)

’nuff said. (Man müßte glatt mal den Koch selbst da in die Maschine pfriemeln. Da gehört er nämlich rein.)


Ergebnisse meiner E-Petition

20. January 2010 um 18:08 Uhr von frosch

Letzte Nacht lief die Zeichnungsfrist zu meiner öffentlichen Petition vom 27. November 2009, veröffentlicht am 7. Dezember 2009, aus. Gezeichnet hatten 3.691 Menschen, bei denen ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Außerdem bedanke ich mich bei all denen, die bei der Bekanntmachung und Weiterverbreitung der Petition geholfen haben.

Muzy vom Chaosdorf hatte zwar versucht, mit einem Bot die Zahlen regelmäßig abzurufen und dann in einer Grafik darzustellen, aber da ging zeitweise was schief; einmal lief der Cronjob aus unbekannten Gründen nicht, und einmal war sein eigener Server für drei Tage down. Schade, aber danke für den Versuch :-)

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Die Aussichten: Weiterhin leyenhaft

17. January 2010 um 15:59 Uhr von frosch

Zensursula bleibt weiterhin leyenhaft. Das zeigen Äußerungen, die heute auf tagesschau.de zitiert werden:

In der von CDU-Ministerpräsident Roland Koch angestoßenen Debatte über Hartz-IV-Empfänger hat sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen um Schadensbegrenzung bemüht. „Ich weiß, dass es einige schwarze Schafe gibt, aber deswegen dürfen wir nicht alle Hartz-IV-Empfänger in eine Ecke stellen.” In der großen Mehrheit wollten die Leute aus Hartz IV heraus, könnten aber nicht arbeiten, weil sie keine Kinderbetreuung fänden, weil sie keine Schulbildung hätten oder keinen Beruf. „Das Problem lösen wir nicht, indem wir sie beschimpfen”, sagte von der Leyen.

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Koch will Zwangsarbeit für Hartzer

16. January 2010 um 15:06 Uhr von frosch

Roland Koch fordert laut einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger. Ich fordere eine Arbeitspflicht für Roland Koch!

Wie üblich reduziert Roland Koch Menschen, die keine Arbeit finden oder nicht arbeiten können, auf ihre wirtschaftliche (Un-)Verwertbarkeit. Grundrechte sollen den „Arbeitslosen” (eigentlich: Einkommenslosen) nicht mehr zustehen. Das ist zwar heute schon Fakt, aber offenbar geht Herrn Koch das heutige Maß der Grundrechtseinschränkungen für Zwangsverarmte noch nicht weit genug.

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Enquête-Kommission Netzpolitik

14. January 2010 um 15:08 Uhr von frosch

Die Regierung Der Bundestag hat sich eine Kommission zur Netzpolitik eingerichtet. Aha. Erstaunlich hieran ist zunächst, daß solche Kommissionen eigentlich ein typisches Oppositionswerkzeug sind, um der Regierung mal Nachhilfe zu einem bestimmten Thema zu geben. Aber gut, wir haben also nun so eine Kommission. Und was macht die jetzt?

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Neue Fahrscheinautomaten

13. January 2010 um 20:24 Uhr von frosch

In den ganz neuen Straßenbahnen hat es die Rheinbahn tatsächlich geschafft, auch eine neue Generation von Fahrscheinautomaten einzubauen. Die neuen Geräte sind flacher und nehmen daher nicht mehr so viel Platz im Wagen weg. Außerdem nehmen sie endlich auch Geldscheine und nicht nur Münzen an, und beim Zahlen mit Karte hat man die Wahl zwischen Geldkarte und Lastschrift-Abbuchung. Angenehm ist auch, daß die Automaten jetzt nicht mehr in größtmöglichem Abstand zu den Entwertern angebracht sind, wie es in den anderen Straßenbahnen noch der Fall ist.

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Jobanreize

13. January 2010 um 19:47 Uhr von frosch

Achja, der Herr Hundt. Der tut immer so, als ob die deutsche Wirtschaft so halb am Verrecken wäre, wenn der Staat ihr nicht ständig hilft: Subventionen hier, verhinderte Mindestlöhne da, Deregulierung dort. Seine neueste Absonderung: Die Hartzer bräuchten mehr „Job-Anreize”, weil sie sonst immer nur so ein bißchen nebenbei machen, aber nicht richtig arbeiten gehen wollten.

Ja, Herr Hundt, wo sind denn die ganzen versicherungspflichtigen Vollzeit-Arbeitsplätze? — Ach sooo, Sie meinen, die Hartzer sollen vollzeitig und überall in 1-€-Jobs gehen. Sagen Sie das doch gleich!

Übrigens, das Wort Arbeitslosigkeit ist weiterhin eine politische Lüge. Die Menschen sind einkommenslos und in Existenznöten. Zu tun haben wir auch so genug.


Belästigung wegen Belästigung

13. January 2010 um 15:59 Uhr von frosch

Telefonanruf heute gegen halb eins:

/me: Engelhardt.

Anrufer: Guten Tag, Frau … Becker?

/me: Ja.

Anrufer: Werden Sie noch mit Anrufen wegen Glücksspiel oder Lotterien belästigt?

/me: Nein, derzeit nicht. Wer sind Sie eigentlich?

Anrufer: Dann ist es ja gut. Einen schönen Tag wünsche ich noch.

*klick*

Wie darf ich das jetzt verstehen? Man belästigt mich, um mich zu fragen, ob ich belästigt werde?