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Deutsche Zustände 2007

13. Dezember 2007 um 21:54 Uhr von Atari-Frosch

Die Tagesschau berichtete heute von einer Studie über Diskriminierung in Deutschland. Prof. Wilhelm Heitmeyer, Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, stellte fest:

Die sozialen Beziehungen geraten [...] immer mehr unter Druck. Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, dass die meisten Langzeitarbeitslosen nicht wirklich daran interessiert seien, eine Arbeit zu finden. Etwa die gleiche Anzahl gab an, es gebe „Dinge, die wichtiger sind als Beziehungen zu anderen”. Etwa ein Drittel stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft könne sich wenig nützliche Menschen und menschliche Fehler nicht mehr leisten. Rund 40 Prozent sind der Ansicht, es werde zuviel Rücksicht auf Versager genommen. 25 Prozent finden, dass „moralisches Verhalten ein Luxus ist, den wir uns nicht mehr leisten können.”

Was fehlt, ist die Feststellung, was mit den „wenig nützlichen Menschen” geschehen soll. Konzentrationslager? Aber ich vermute, daß diese Frage auch bald auftaucht — sobald wir alle total überwacht werden und es ganz einfach ist, die „Faulpelze” herauszufinden.

Gabriele Gillen stellte in ihrer Streitschrift „Hartz IV - Eine Abrechung” bereits vor einigen Jahren fest, daß es wohl Ziel der Regierung und der Wirtschaft sei, die Menschen für die Zwecke der Wirtschaft zuzurichten. Politiker nahezu aller Parteien und Massenmedien haben durch ständige Wiederholung von Lügen dafür gesorgt, daß die Menschen diese Entwicklung auch noch richtig finden. Das ist mal echt eine grandiose Leistung, eine Massendressur von Millionen erwachsenen Menschen.

Mir fällt da nur ein: Es ist deutsch in Kaltland.

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