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BigBrotherAwards 2008

25. Oktober 2008 um 20:25 Uhr von Atari-Frosch

Da konnte ich doch einen Wink mit dem Zaunpfahl einer Freikarte nicht übersehen und leistete mir ein NRW-Ticket nach Bielefeld. Dort wurden gestern Abend die BigBrotherAwards 2008 vergeben.

Der einzige Preisträger, der sich traute, den Preis auch entgegenzunehmen, war die Telekom, vertreten durch ihren höchsten Datenschutzbeauftragten. Der gab sich auf der Bühne auch heftig zerknirscht; allerdings gehe ich davon aus, daß der Mann, wie üblich, mit seinem Ressort hinter finanziellen und persönlichen Interessen des Konzerns und seiner Geschäftsführung bzw. Manager zurückstehen muß. Seine Aussagen klangen denn auch wie von der Marketing-Abteilung vorbereitet: Natürlich werde man mehr für den Datenschutz tun usw. Von Schulungen und Kontrollen sprach er allerdings nicht, ich hörte da nur technische Maßnahmen heraus. Die genügen natürlich hinten und vorne nicht, wenn ein Insider die Datenbank ausliest.

Am perversesten fand ich persönlich die Weitergabe der Krankenakten von 200.000 chronisch kranken Menschen durch die DAK an die Firma Healthcare. Daher habe ich hier auch mein Kreuzchen für den Publikumspreis gesetzt. Ich bin ja selbst chronisch krank und würde meiner Krankenkasse was husten, wenn sie solche sensiblen Informationen irgendeiner — und dann auch noch ausländischen! — Firma übergeben würde, um damit dann auch noch Telefonspam betreiben zu können!

Gewählt wurde dann allerdings mit großer Mehrheit der EU-Ministerrat für die Terrorliste. Genaugenommen häten aber alle Big Brothers diesen zusätzlichen Tritt in den Hintern verdient, und erst die Kombination macht das ganze Ausmaß deutlich.

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