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Schülerstreik

12. November 2008 um 9:19 Uhr von Atari-Frosch

Der WDR berichtet heute vom geplanten Schülerstreik in NRW. Da sieht man doch ganz deutlich die Einstellung der bestimmenden Politik: Teilnehmern wird mit Sanktionen gedroht. Dabei stehen auch Lehrer und Schulleiter hinter der Aktion. Die Botschaft an die (überwiegend zukünftigen) Wähler ist klar: Ihr dürft gern eine politische Meinung haben; sagt sie aber bitte nicht so, daß wir davon was merken, denn sonst müßten wir ja unser Gehirn einschalten.

3 Kommentare zu “Schülerstreik”

  1. Barbara Sommer quakte:

    Sehr geehrte Frau Becker,

    da muss ich doch mal gegen einlenken: Es wurde nicht wegen Sanktionen gedroht, da die Schüler gestreikt haben. Im Gegenteil: Das Ministerium begrüßt solche Aktivitäten, auch wenn es diesmal mit harter Kritik gegen uns gerichtet war. Was dem Ministerium aber nicht gefallen hat, ist, dass der Streik während der Schulzeit stattgefunden hat und nicht — wie von uns vorgeschlagen — außerhalb der Schulzeit.

    Mit einem schönen Gruß,
    Sommer
    Minsterin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

    Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen,
    40190 Düsseldorf


  2. frosch quakte:

    Sehr geehrte Frau Sommer,

    Ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen, aber ein Streik außerhalb einer Pflichtzeit ist … kein Streik. Das ist dann einfach eine Demonstration.

    Eine Demonstration allein scheint jedoch nicht viel zu bewirken, wenn man mal die (nicht vorhandenen) Auswirkungen der Großdemonstrationen „Freiheit statt Angst“ (Berlin, 22.09.2007) und „freedom not fear“ (Berlin, 11.10.2008) bedenkt; letztere wurde von den Massenmedien nahezu totgeschwiegen.

    Wurde deswegen auch nur ein Gesetz zurückgenommen oder nicht beschlossen, das bürgerliche Freiheiten einschränkt? — Eben.

    Es muß ja heute leider richtig weh tun, damit vielleicht, und auch nur vielleicht, etwas passiert. Das haben offenbar auch die Schülerinnen und Schüler in NRW verstanden.

    MfG Sabine Becker (Engelhardt)


  3. Rechtsanwalt Dr. Stehmann quakte:

    Sehr geehrte Frau Ministerin,

    ein „Streik“ „außerhalb der Schulzeit“ ist ein Widerspruch in sich.

    Ihre Einlassung wirft die Frage auf, ob die Landesregierung unseres der christlichen Arbeitnehmerbewegung entstammenden Landesvaters auf eine Ergänzung des Grundgesetzes hinwirken will:

    „Artikel 9 Absatz 3 ist wie folgt zu ergänzen:

    ‚Das Streikrecht darf nur außerhalb der Arbeitszeit ausgeübt werden.'“

    Als Weiterbildungsministerin unseres schönen Landes empfehle ich Ihnen eine Fortbildung in der Geschichte der Arbeiterbewegung, vor allem des 19. Jahrhunderts.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Stehmann


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