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Der Stern verplappert sich

11. März 2009 um 20:45 Uhr von Atari-Frosch

Der Stern berichtet heute unter dem Titel Das Internet verplappert sich über den Amoklauf in Winnenden bei Stuttgart. Dabei hatte ein ehemaliger Schüler einer dortigen Realschule diese im Kampfanzug überfallen und 12 Menschen getötet, davon neun Schüler. Danach auf der Flucht tötete er nochmals drei Menschen. Der Täter selbst war erst 17 Jahre alt; er wurde in einer Schießerei mit der Polizei schließlich selbst getötet.

Bei alldem störte es den Stern-Autor Gerd Blank offenbar gewaltig, daß der Stern nicht als erstes darüber berichten konnte, weil die Twitter-Gemeinde schneller war.

Einerseits beklagt er sich darüber, daß dort nicht sorgfältig recherchiert worden ist, andererseits erwähnt er aber, daß eine Twitter-Nutzerin von „den Medien” belagert und interviewt worden war. Ja, was waren das denn für seltsame Medien, die die Nutzerin interviewen wollten? Das läßt er unerwähnt.

„Dank Twitter finden Amokläufe und Katastrophen auf den Monitoren statt.” Ach, dank Fernsehen, Zeitungen und Magazinen, die im Internet vertreten sind, nicht? Sie berichten doch auch darüber, Herr Blank, also wo ist das Problem?

Ach ja stimmt, das ist ja nur der Pöbel, der da berichtet. Und der verbreitet natürlich nur lauter Lügen, recherchiert schlecht, fälscht und spielt sich auf.

Nur ... der volle Name und das Bild des 17jährigen wurden offenbar als erstes von den „ausgebildeten Kollegen” der BILD-Zeitung publiziert (nachrecherchiert, aber bewußt nicht verlinkt, ich hoffe, das verschwindet dort auch bald). Also, wer ist nun der Pöbel? 🙂

Ich glaube, da bekommt der Presserat ein wenig Arbeit.

Update: Ach schau, der Stern blamiert sich noch mehr:
Tweet von stern_digital von etwa 10:00 Uhr
Tweet von stern_digital von etwa 15:00 Uhr

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