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Was geschah mit wikileaks.de? (3)

14. April 2009 um 20:27 Uhr von Atari-Frosch

Nun dürfte es aber wirklich endlich mal vorbei sein mit den Zensur-Gerüchten. Beasts Associated hat eine zweite Erklärung herausgegeben, die zumindest für mich keine Fragen mehr offenläßt (zu lesen beispielsweise bei Alex Schestag unter wikileaks.de - Viel Lärm um nichts im Update).

Theodor Reppe kann sich jetzt wahrlich nicht mehr hinstellen und behaupten, er habe von nichts gewußt. Laut Provider wurde ihm per Mail, Fax und per Post gekündigt. Eines davon kann verloren gegangen sein, und wenn's dumm läuft, auch eine zweites, aber nicht alle drei, das kann mir keiner erzählen.

Darüber, warum der Vertrag letztendlich gekündigt wurde, könnte man noch spekulieren, und am wahrscheinlichsten ist wohl noch, daß die Beasts-Leute nicht sehr begeistert über den Übernahmeversuch der Domain bnd.de waren. Aber darauf käme es nur noch im Rahmen eines zivilgerichtlichen Verfahrens an. Dieses wurde offensichtlich nicht angestrengt.

Auch darüber, warum die Domains über eine Woche später als angekündigt in den Transit gingen, kann man spekulieren. Über bzw. kurz vor Ostern könnte bei Beasts ja beispielsweise vielleicht einiges mehr los gewesen sein. Und eigentlich kann man doch froh sein, daß man mehr Zeit hat, seine Domains umzuziehen, weil der bisherige Provider was vergessen hat.

Ansonsten sollte es doch wirklich zumutbar sein, innerhalb von über vier Monaten einen neuen Provider zu finden, wenn man sich mit dem bisherigen nicht mehr einig ist. Sich stattdessen dann hinzustellen und Zensur zu brüllen, ist einfach nur noch dumm.

6 Kommentare zu “Was geschah mit wikileaks.de? (3)”

  1. Stadler quakte:

    Und welchen Grund gibt es für die Annahme, dass die Aussagen des ISP glaubwürdiger sind als die von Herrn Reppe? Dass der Provider die Aussagen von Herrn Reppe abstreitet, finde ich nicht überraschend.


  2. frosch quakte:

    Wenn Beasts Quark erzählt haben und ihre Aussagen nicht beweisen können (insbesondere bezüglich des Kündigungszeitpunktes), sind sie als Provider erledigt. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß sich das gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise eine Firma leisten kann. Von Kunden, die sich plötzlich nicht mehr an Kündigungsschreiben erinnern können, kann im Übrigen mit Sicherheit so ziemlich jeder Provider erzählen. 🙂


  3. Michael Stehmann quakte:

    Eins hat Theodor Reppe immerhin erreicht:

    whois bnd.de sieht formal derzeit korrekt aus (Ob der Name des Admin-C korrekt ist, weiß ich nicht).


  4. frosch quakte:

    Das hätte er mit einer Beschwerde bei DeNIC einfacher haben können. Zu versuchen, die Domain stattdessen zu übernehmen, war einfach nur dumm.


  5. Ben Erman quakte:

    Wikileaks macht aber flott weiter mit einschlägigen interessanten Veröffentlichungen, seitdem es wieder aktiv ist.

    http://ypsilonminus.wordpress.com/2009/05/10/bka-verweigert-akteneinsicht-nach-informationsfreiheitsgesetz/


  6. frosch quakte:

    Die waren ja nie weg. Betroffen war wikileaks.DE, eine Domain, die keine andere Funktion hatte, als auf wikileaks.ORG weiterzuleiten. wikileaks.DE hatte nie eigene Inhalte. wikileaks.ORG war die ganze Zeit aktiv.


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