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Zensursula filtert das Netz

16. April 2009 um 20:46 Uhr von Atari-Frosch

von der Leyen und Provider: Wir filtern das Netz

Morgen will Bundesfamilienministerin Zensursula von der Leyenhaftigkeit verkünden, daß mehrere große deutsche Zugangsprovider ihren unsäglichen und vermutlich sogar verfassungswidrigen Zensurvertrag unterschreiben. Dabei hat man ihr seit November mehr als einmal gesagt, daß das völliger Blödsinn ist, daß deswegen kein einziges Kind weniger vergewaltigt oder anderweitig mißbraucht wird, und daß daher für nichts und wieder nichts eine Zensur-Infrastruktur installiert wird, auf die ganz andere Klientel schielen. Das zeigt insbesondere ein hervorragender Artikel der c't: Argumente für Internet-Sperren sind fragwürdig. Aber wenn man Bundesministerin ist, muß man ja nicht mehr auf Experten hören. Hey, die könnten ja recht haben! Ihr ist sogar egal, was Mißbrauchsopfer selbst dazu zu sagen haben. Morgen findet als Protestveranstaltung eine Mahnwache in Berlin statt, zu der mehrere Gruppen aufrufen. Meine Haushaltslage läßt die Teilnahme derzeit leider nicht zu, sonst säße ich jetzt schon im Zug. Ich hoffe, es kommen viele Leute dahin und zeigen der Leyenhaftigkeit in Person, daß sie gerade ganz großen Mist baut.

Wehret den Anfängen!

Keine Zensur!

Nochmal als Hinweis: Auf dieser Zensurliste werden alle Provider aufgeführt mit der Einstufung, ob und unter welchen Umständen sie zensieren oder nicht. Ich habe heute als Kundin bei der Telekom im Kundenforum eine Anfrage gestellt, ob mir für den Internet-Zugang aufgrund des Vertrages ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt wird. Es ist nicht einzusehen, daß ich mir wegen der langfristigen Tarifbindung einen zensierten Internetzugang aufzwingen lassen muß. Die Anfrage werde ich mitsamt der Antwort, sofern eine kommt, in den nächsten Tagen verbloggen.

Update: Die ersten Zensursula-T-Shirts gibt's im Spreadshirt-Shop von Simon Columbus (JavaScript erforderlich). Die Provision daraus geht an den CCC und den Foebud.

3 Kommentare zu “Zensursula filtert das Netz”

  1. Punch in face quakte:

    Das ist ja, weiß Bob, nicht das einzige was sich die Terror-KOM dieser Tage geleistet hat. Schon die Selbstverstümmelung ihres DNS-Dienstes für DSL-Kunden, in Form von Servern, die nur so tun, als würden sie DNS verstehen, ist eigentlich Grund genug, den BumsWellenLeitern, die jetzt wohl endgültig die Oberhand gewonnen haben, eine Merkbefreiung mitsamt Kündigung zu überreichen. Das einzige, was die verstanden haben, ist das Dual-Use-Prinzip, indem sie die Filter, als die Manifestation des Missbrauchs des Missbrauchs, dazu missbrauchen ihre Kunden mit unerwünschter Werbung zuzumüllen. „Zensur sponsored by XXX“ wäre ein nettes Witzchen gewesen, wäre das nicht schon längst Realität.


  2. frosch quakte:

    Hm, ich hab das mehrfach gelesen und auch die Seiten gesehen. Der Witz ist: Bei mir kommt weiterhin die Fehlermeldung vom Browser, wenn eine Adresse unbekannt ist. Eingetragener Nameserver: 194.25.2.129. Hab ich nu irgendwas anders gemacht? 😉


  3. Punch in face quakte:

    Ja, das ist wahrscheinlich nicht der DNS-Server der automatisch zugewiesen wird. Die DNS-Server, die T-DSL-Kunden automatisch zugewiesen werden und falsche Antworten liefern, findet man in 217.0.43.0/24 z.B. 217.0.43.1. Es betrifft nicht alle DNS-Server der Telekom und auch nicht dns03.btx.dtag.de.
    Allerdings ist das mit den betroffenen Domains bzw. Hostname noch wesentlich heftiger als anfangs vermutet. So betrifft es nicht nur www.*.tld, sondern alle nicht zugewiesenen Domains oder Hostnamen, selbst wenn diese Domains registriert sind(!), sobald darin zwei W oder X(!) nacheinander auftauchen. Ganz klar ist das Muster aber nicht.

    wixxxer.atari-frosch.de oder aww.atari-frosch.de werden beispielsweise aufgelöst. heisexx.de auch. diesebubenkoennennixx.de aber nicht.


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