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Ablenkungsmanöver

5. Mai 2009 um 13:46 Uhr von Atari-Frosch

Twister Annika Kremer schrieb letztens in einem Artikel (ich finde ihn grade nicht), daß sie das Vorgehen der Regierung bzw. „der Politik” für eine Art DDoS auf unsere Aufmerksamkeit hält. Ständig werden wir mit Forderungen oder realen neuen Gesetzen konfrontiert, die unsere Rechte einschränken, nichts oder wenig bewirken und teilweise böse Nebenwirkungen haben können (und auf Dauer auch haben werden). Ich finde den Vergleich sehr passend. Aber wozu dieser DDoS?

Heute kann man in einem Telepolis-Artikel (Amokläufer unter sich) eine mögliche und sinnvolle Anwort lesen. Sie ist 59 Jahre alt, diese Antwort, und stammt von Erich Kästner:

Wenn's schon nicht gelingt, die tatsächlichen Probleme zu lösen - die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsfrage, die Steuerreform -, dann löst man geschwind ein Scheinproblem. Hokuspokus - endlich ein Gesetz! Endlich ist die Jugend gerettet! Endlich können sich die armen Kleinen am Kiosk keine Aktphotos mehr kaufen und bringen das Geld zur Sparkasse.

(Erich Kästner 1950, als Sachverständiger beim Bundestag vor Einführung des „Gesetzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften”)

Man sieht: Auch damals hörte der Bundestag schon nicht auf Sachverständige, so wie heute beispielsweise bei den sogenannten Internetfiltern. Und auch schon damals wurden Scheinlösungen gegenüber echten Lösungen bevorzugt. Man macht mit den Ablenkungsmanövern weiter wie bisher, es hat sich ja offenbar bewährt, und es ist viel einfacher, als echte Probleme zu lösen. Die kann man damit doch wunderbar unter den Tisch kehren.

2 Kommentare zu “Ablenkungsmanöver”

  1. Seite 2 quakte:

    [Weekly Update] – KW 19/2009…

    Spruch der Woche
    Wenn’s schon nicht gelingt, die tatsächlichen Probleme zu lösen
    – die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsfrage, die Steuerreform -,
    dann löst man geschwind ein Scheinproblem.
    Hokuspokus – endlich ein Gesetz! Endlich ist die …


  2. Killerschütze quakte:

    Es geht einfach nur darum, die bestehenden Machtverhältnisse zu sichern. Dazu hält man das gemeine Volk eben mit Scheinproblemen und dazugehörigen Scheinlösungen beschäftigt, damit sie nicht auf andere Gedanken kommen. Schließlich hat jeder nur begrenzte Zeit zur Verfügung sich zu informieren und zu diskutieren. Genauso können die Medien auch nur eine begrenzte Anzahl von Meldungen und Themen transportieren. Gleichzeitig hat es den „angenehmen“ Zusatzeffekt, dass der Dreck von gestern und vorgestern ganz schnell unterm Teppich verschwindet und sich kaum jemand an den vorvorletzten Skandal erinnert. So kann man auch prima fast alles einfach aussitzen.


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