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CDU Rheinland-Pfalz plappert Leyenhaftes nach

17. Mai 2009 um 13:19 Uhr von Atari-Frosch

Dr. Josef Rosenauer von der CDU Rheinland-Pfalz ließ heute auf seiner Website eine Menge unreflektiertes Unwissen auf die Leute los, das ich nicht unkommentiert stehenlassen konnte. Kommentieren ist dort allerdings nicht möglich, das geht nur über eine E-Mail an die Pressestelle. Dort habe ich eben hingeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Webseite

<http://www.cdurlp.de/index.php?id=93&tx_ttnews[tt_news]=3943>

verbreiten Sie eine Erklärung von Dr. Josef Rosenauer. Als Mitzeichnerin der Petition muß ich dieser Erklärung aufs Schärfste widersprechen:

Die „Deutsche Kinderhilfe” ist ein Verein, der von der Ehefrau des Bundeswirtschaftsministers (der — was für eine Überraschung — federführend bei dem Gesetzesentwurf ist) getragen wird und in der Vergangenheit durch seltsame Praktiken auffiel. Daher wurde er auch vom Deutschen Spendenbeirat rausgeworfen. Es macht schon mal vom Prinzip her keinen guten Eindruck, sich einem Verein anzuschließen, der einen solch korrupten Hintergrund hat. Das ist aber nicht der primäre Punkt meiner Kritik, sondern das nur so nebenbei.

Update: Ich muß mich korrigieren. Freifrau Stephanie von und zu Guttenberg gehört zum Verein „Innocence in Danger”, der die eigenartigen Zahlen zum angeblich gestiegenen Kindesmißbrauch geliefert hat. Verbandelt ist das Ganze trotzdem miteinander, und die Deutsche Kinderhilfe beruft sich auf die selben fehlerhaften Zahlen. [/Update]

Die Zahlen, die Dr. Rosenauer verwendet, stammen denn auch von diesem Verein. Es handelt sich dabei um längst widerlegte Lügen:

<http://blog.odem.org/2009/05/quellenanalyse.html>

Auch die Aussage „Kinderpornographie ist ein lukrativer Markt, der Milliardenumsätze macht.” ist längst als Lüge widerlegt.

Im „Hintergrund” wird dargelegt:

„Derzeit berät der Deutsche Bundestag über ein Verbot von kinderpornografischen Internetseiten.” — das ist natürlich falsch. „Kinderpornografische” Internetseiten sind längst verboten. Was der Bundestag berät, ist eine Etablierung eines Zensursystems im Internet. Dieses Zensursystem wurde mittlerweile von vielen Fachleuten kritisiert.

Mit einem solchen Zensursystem würde gegen mehrere Grundrechte verstoßen, aber kein einziges Kind geschützt. Von einer Verhältnismäßigkeit der Mittel kann hier beim besten Willen nicht gesprochen werden. Selbst Mißbrauchsopfer wenden sich gegen eine solche Zensur-Infrastruktur und fühlen sich durch die Instrumentalisierung ein zweites Mal mißbraucht: <http://mogis.wordpress.com/>

Ich muß wohl unterstellen, daß Herr Dr. Rosenauer entweder nicht informiert ist oder sich nicht informieren will. Im ersten Fall möge er bitte seine Hausaufgaben machen, im zweiten Fall zu dem Thema besser nichts mehr sagen, wenn er sich nicht haushoch als „Internetausdrucker” blamieren will.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Engelhardt (Becker)

2 Kommentare zu “CDU Rheinland-Pfalz plappert Leyenhaftes nach”

  1. Internetsperren 17.05.2009: Artikel und Kommentare am Sonntag « Wir sind das Volk quakte:

    […] Froschs Blog: CDU Rheinland-Pfalz plappert Leyenhaftes nach […]


  2. Manche wollen es nicht kapieren - #zensursula | Werewolf Tamer's Blog quakte:

    […] geschrieben hat, nachdem die Pressemeldung erschienen ist. Wie Sabine Engelhardt (Becker) auf ihrem Blog schreibt, wurde sie auch aktiv. // Posted in aktuelles, privat. Schlagworte: cdurlp, privat, […]