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Zensursula von der Gestern

23. Juli 2009 um 20:56 Uhr von Atari-Frosch

Im Interview mit der Rheinischen Post erklärte uns' Zensursula uns heute unter anderem:

Ich möchte gemeinsam mit den Verantwortlichen solcher Kommunikationsforen, aber auch mit der Kompetenz der Jugendlichen einen Verhaltenskodex entwickeln. Es geht um achtsamen und wachen Umgang miteinander. Minderjährige müssen beispielsweise wissen, dass sich Erwachsene mit üblen Absichten in ihre Chats einschleichen können. Sie können soziale Kompetenzen im virtuellen Miteinander ebenso erwerben wie im realen Leben. Mobbing im Netz kann nicht toleriert werden. Respektvoller Umgang muss in Chats, blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie wir das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordern.

Hallo, Zensursula, aufwachen! Dat gibt's schon lange! Nennt sich Netiquette und gilt nicht nur im Usenet, sondern in so ziemlich allen Foren, Mailinglisten, Blogs und Chats (analog) — selbst dann, wenn es nicht explizit dabeisteht. Und sogar große Social-Network-Plattformen haben ihre Regeln, dort heißen sie manchmal sogar AGB (schön dargestellt von Prospero).

Irgendwie erinnert mich das so ein wenig an den DMMV (Deutscher Multimedia-Verband). Den gibt's heute nicht mehr; wenn ich das richtig weiß, ist der in den BitKom übergegangen (ich lasse mich da aber gern korrigieren). Die haben sich damals für eine Art Spam-Erlaubnis stark gemacht und stellten danach erst fest, daß es ja schon Leute aus der Praxis gibt, die diese Diskussion schon seit Jahren führen — und daß die komischerweise eine andere Meinung vertreten. Der DMMV erzählte dann auch was von einer Diskussion, die man führen wollte; allerdings nicht auf der Ebene der Praktiker, sondern auf ihrer eigenen, intransparenten Ebene, und natürlich nicht im Sinne aller, sondern nur im Sinne der Möchtegern-Spammer.

Genau das gleiche macht Zensursula jetzt auch: Statt auf „unsere” Ebene zu kommen und in der Entwicklung da mitzuwirken, wo die langjährigen Praktiker sitzen, erwartet sie, daß sich die Praktiker jetzt bitteschön auf ihre Ebene begeben und nach ihren Vorstellungen wieder von Null anfangen. Guten Morgen, Zensursula, Sie sind fast 15 Jahre zu spät dran, holen Sie das erstmal wieder auf, bevor Sie die Klappe aufreißen.

Ein anderes Thema ist, daß „das Internet” mal wieder einseitig als „böse” dargestellt wird. Darauf ist Stefan in seinem Artikel Ach Zensi… eingegangen, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. So kommt das halt, wenn man sich nicht informiert, weil man einfach nur auf irgendwas draufschlagen will, und das wiederum, weil man halt einen Feind braucht, um sich selbst als die tolle Heldin darstellen zu können, die diesen bösen Feind in seine Schranken weist.

Den rechtsfreien Raum kann Zensursula sich nun wirklich bald mal wohinstecken. Dat kann ich echt nicht mehr lesen, ohne daß mir schlecht wird. Da soll sie doch einfach sagen, daß sie das Internet komplett kontrollieren will zensurgeil ist, so wie ihr politischer Ziehvater Schäuble. Das wäre wenigstens einmal nicht gelogen. Aber vielleicht sind die Lügen der Zensursula ja schon krankhaft, und sie kann gar nicht mehr anders.

Für solche Leute, die immer wieder den selben Müll bringen, die nur provozieren, die quasi ein „Denial of Service” gegen echte Diskussionen fahren, hat man im Internet übrigens schon seit vielen Jahren einen Namen: Man nennt sie Trolle. Und die soll man bekanntlich nicht füttern. Zensursula hat man offenbar schon lange überfüttert. Dummerweise kann man Regierungspolitiker so schlecht ins Killfile stecken; ich hoffe aber, daß am 27. September ein riesiges Killfile aufgemacht wird und Zensursula mitsamt ihren Zensurschergen wie Michaela Null auf Nimmerwiedersehen darin verschwindet. Schäuble darf sie natürlich auch gleich mitnehmen, mit dem kann sie da drin dann kuscheln.

Boah, hoffentlich ist das bald mal endlich vorbei ...

Ein Kommentar zu “Zensursula von der Gestern”

  1. Stefan quakte:

    Das größere Problem sind ja eigentlich die direkten Berater, die oft auch bei Wechsel der Politiker bleiben. Leider ist über die so wenig bekannt, dass ich nicht mal den Namen dieses Finanzberaters finde, der irgendwan mal bei Frontal 21 behandelt wurde. Sein Name klang irgendwie wie Rasmussen, aber unter dem Nachnamen findet man ihn bei Wikipedia nicht.


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