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Wie man ein PC-Netzteil tötet

20. September 2009 um 19:05 Uhr von Atari-Frosch

Zuerst mißachte man, daß der Netzteillüfter schleifende Geräusche von sich gibt. Wenn er dann gelegentlich ganz stehenbleibt, schlage man auf das PC-Gehäuse, bis er wieder anläuft. Und wenn er immer seltener wieder anläuft, stelle man den lustigen kleinen roten Schalter da hinten von 230 auf 115 um und wundere sich, warum es beim Einschalten so komisch batsch macht.

Das hatte jedenfalls eine Frau fertiggebracht, zu deren PC ich heute gerufen wurde, weil er sich nicht mehr einschalten ließ. Ich hatte erst noch gehofft, daß bei dem 230V-Schlag nichts wesentliches kaputtgegangen war, weil er ja gleich wieder ausgegangen war, und in das alte Netzteil einen neuen Lüfter verbaut. Der alte war extrem hartgängig, auf Luftstrom von außen reagierte der schon lange nicht mehr. Bei der  Gelegenheit erfuhr ich, daß dieser alte Lüfter auch schon nicht mehr der Original-Lüfter war, sondern schon einmal ausgetauscht worden war.

Der neue, leichtgängige Lüfter änderte aber auch nichts, das Netzteil lief nicht mehr an. Also verbaute ich aus meinen Beständen ein 250W-Netzteil (altes Netzteil: 300W), von dem ich hoffe, daß es auch auf Dauer ausreichend ist (Athlon 900 MHz, eine IDE-Festplatte, ein CD-Rom-Laufwerk).

Nach dem Einschalten tönte mir fast sofort ein lauter Alarm entgegen, sogar aus zwei Tönen bestehend. OK, ich hatte vergessen, den CPU-Lüfter wieder einzustecken. Auch dieser und der darunterliegende Kühlkörper hatten nämlich dringend eine Reinigung benötigt. Aber auch danach brüllte er wieder. Ich schloß Tastatur und Monitor an, dann lief er erstmal an — und brüllte dann wieder los. Windows bootete trotz der Tröterei, fuhr sich dann aber selbständig wieder herunter. Nanü?

Wäre das Netzteil zu schwach dimensioniert, hätte er einfach wieder ausgehen müssen. Die Steckverbindungen waren, soweit ich das erkennen konnte, in Ordnung. Also nochmal booten und versuchen, in die Logs von Windows zu kommen. Das Systemlog erzählte mir was von einem ACPI-Fehler: Angeblich wolle da etwas in einen Speicherbereich schreiben, in welches es nicht reinschreiben sollte. Ein wenig genauer hätte der Eintrag schon sein dürfen. Interessanterweise hörte das Alarmtröten irgendwann einfach auf.

Also doch noch ein Versuch: Beim nächsten Booten, jetzt schon mit allem angeschlossen und zugeschraubtem Gehäuse, blieben die Alarmtöne aus. Windows bootete, Avira machte seine Updates, und alles scheint wieder in Ordnung. Ich bin mal gespannt, ob es dabei bleibt. Der Besitzerin habe ich jedenfalls eingehämmert, daß sie bei seltsamen Geräuschen des Rechners gleich anrufen soll, statt einfach dagegenzuhauen.

2 Kommentare zu “Wie man ein PC-Netzteil tötet”

  1. Stefan quakte:

    Super Leistung. Bekannter von mir meinte mal: „Ich reboote meinen PC am schnellsten, wenn ich mitm Fuß dagegentrete“ :/


  2. Andy quakte:

    Naja gegenhauen funktioniert vielleicht manchmal aber nur bis irgendwas im Computer wirklich kaputt geht. Zum Glück habe ich noch nie erlebt dass jemand so etwas getan hat.

    [Und auch hier mal wieder der Hinweis, daß dieses Blog keine Werbeplattform ist. Ist das echt so schwer, mal die Kommentarregeln zu lesen? –Frosch]


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