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Webcam-Spielerei

25. November 2009 um 4:16 Uhr von Atari-Frosch

Was macht man, wenn man nicht schlafen kann? Na, spielen. In diesem Fall mit Hardware. 😉

Mechtilde hatte mir kürzlich eine einfache Webcam zum Ausprobieren geliehen, eine Logitech QuickCam Chat (ID 046d:092e). Mit einfach in einen USB-Port stöpseln war es natürlich nicht getan, die Cam-Dame hat da schon ein paar Wünsche mehr.

Als erstes braucht es den passenden Kerneltreiber, der nicht im Distributionskernel, mit dem ich seerose derzeit boote, enthalten ist. Außerdem wird noch ein anderer Treiber benötigt, nämlich luvcview. Also:

seerose:~# apt-get install gspca-modules-2.6.26-2-686 luvcview

seerose:~# modprobe gspca

Als nächstes starte man vlc und ... ja, da war ich erstmal enttäuscht. Was auf dem Notebook im Chaosdorf-Clubraum beim ersten Testen funktioniert hatte, wollte am „Großen” nicht so richtig. Ich bekam zwar ein Bild, aber dieses erstreckte sich nur über den oberen Teil des Fensters, war sichtlich abgeschnitten und flackerte im unteren Bereich auch noch. Unterhalb des eigentlichen, abgeschnittenen Bildes war dann noch ein starrer grüner Punkt, aber ich habe nicht herausgefunden, was das darstellen sollte.

In den Kommentaren bei Suzan's World (Kommentar Nr. 17) fand ich einen indirekten Hinweis: Ich sollte dem Teil vielleicht mal die genaue Auflösung vorgeben. Die Packung der Kamera erklärte mir, daß die maximale Auflösung 352 x 288 px beträgt. Also gab ich diese Werte im vlc ein, und siehe da: Das Bild wurde jetzt normal dargestellt, wenn auch noch viel zu dunkel. Mechtilde hatte mir aber gesagt, daß ich in Sachen Helligkeit nicht allzuviel erwarten sollte, immerhin sei das keine Luxus-Cam.

Allerdings konnte ich auch dieses Problem ein Stück weit lösen: Beim König von Haunstetten fand ich den Hinweis, mal in /etc/modprobe.d/ eine Datei gspca anzulegen und da folgendes reinzuschreiben:

options gspca gamma=4 autoexpo=0

Damit wurde das Bild selbst bei Kunstlicht (man achte auf die Uhrzeit) hell genug. Ich habe es dann auch noch mit gamma=5 probiert, da kam kein Bild, und gamma=6 brachte ein viel zu helles Bild mit wenig Kontrast. OK, da hätte ich noch mit den Kontrastwerten in vlc herumspielen können, aber die Helligkeit bei gamma=4 ist eigentlich ausreichend und sollte bei Tageslicht noch etwas besser sein.

Schließlich habe ich dann noch mit dem Deinterlacing herumgespielt und festgestellt, daß die Einstellungen Discard und Linear bei mir am TFT die (relativ) besten Ergebnisse bringen. An sich wirkt das Bild recht verpixelt; durch das Deinterlacing wird es ein wenig geglättet. Was bleibt, ist eine Verzögerung von etwa einer Sekunde, bis das, was die Cam sieht, auch auf dem Monitor zu sehen ist. Wenn ich das ins Web streamen möchte, ist die Verzögerung sicher noch eine Ecke länger.

Dann wollte ich noch einen Snapshot versuchen. Zunächst mit vlc, aber der speicherte mir nur eine leere Datei (Länge 0). Dann versuchte ich einen externen Screenshot mit Gimp und wählte aus, daß er ein ganzes Fenster speichern sollte. Das Ergebnis war aber eine durchgehend dunkelblaue Fläche, die sich durch Aufhellen lediglich in eine durchgehend hellblaue Fläche verwandelte. Das klappt also wohl gar nicht.

Nun fehlt eigentlich nur noch, herauszufinden, wie ich den Kamera-Stream auf eine Seite meines Webservers übertragen kann. Bisher habe ich nur Anleitungen dafür gefunden, den Stream auf einen lokal installierten Webserver zu übertragen.

Auf Dauer würde ich dann aber doch eine Kamera nehmen wollen, die eine bessere Bildqualität liefert. Es gibt ja auch eine ganze Reihe Webcams, die mit dem UVC-Treiber unterstützt werden, da sollte sich eine finden, die besser als diese QuickCam und trotzdem für mich bezahlbar ist; es muß ja kein Neugerät sein, eine funktionsfähige Gebrauchte täte es auch.

Ein Kommentar zu “Webcam-Spielerei”

  1. Paulus quakte:

    http://wohnzimmerhostblogger.de/archives/435-Einfache-Webcam-unter-Linux-realisieren.html

    xawtv kann übrigens auch SSH.


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