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Behördenkommunikation

26. November 2009 um 17:50 Uhr von Atari-Frosch

Als ich letzten Freitag bei der ARGE war, wurde mir aufgegeben, nachzuweisen, daß mein früherer Mitbewohner, der ja mit im Mietvertrag steht, nicht mehr hier wohnt. Der ARGE-Mitarbeiter behauptete, er habe (als ich nicht im Zimmer war) versucht, beim Einwohnermeldeamt anzurufen, und da sei keiner zu erreichen gewesen. Ob er das wirklich versucht hat, weiß ich natürlich nicht. Und weil er da angeblich keinen erreicht hat, drückte er mir den Job kurzerhand auf. Arbeitslose haben ja genug Zeit und außerdem eine Mitwirkungspflicht, nicht wahr?

Also war ich heute selbst beim Einwohnermeldeamt. Wartezeit: eine gute halbe Stunde. Dann erzählte ich einer Angestellten dort mein Sprüchlein. Die war danach etwas angefressen. Aber nicht etwa von mir, sondern von der ARGE: „Wenn der telefonisch keinen erreicht, kann er auch faxen oder eine E-Mail schicken. Wir haben das in letzter Zeit öfter, daß die die Leute hierherschicken, obwohl sie den kürzeren Weg hätten.”

Außerdem müßte sie mir eigentlich für die Auskunft 7 € abnehmen. Die hat sie mir dann aber erlassen, weil sie meinte, das sei unfair, weil es via direkter Behördenkommunikation nämlich kostenlos ist. Bekommen habe ich dann eine Auskunft aus dem Melderegister, an welche andere Adresse sich mein Ex-Mitwohni abgemeldet hat — allerdings nicht, wann; das dürfe sie nicht. Für den Fall, daß sie das auch noch wissen wollen bzw. mir die Angabe nicht glauben, drückte sie mir noch einen Extra-Zettel in die Hand: „Das ist die Nummer der Chefin. Die ist immer erreichbar. Da kann er anrufen, wenn er das auch wissen will.”

Ganz toll.

Was mich noch irritiert: Die neue Adresse (wobei die nicht wirklich neu ist, weil der Herr seitdem noch zweimal umgezogen ist und schon wieder ganz woanders wohnt) wurde mir aufgeschrieben, das Datum, das ich für datenschutzrechtlich viel weniger verfänglich halte, darf man mir nicht geben? Ich hätte eher das Umgekehrte erwartet, nämlich daß man mir aufschreibt, der Herr ist seit dann-und-dann nicht mehr dort gemeldet. Wo er danach hingezogen ist, geht die ARGE doch einen Dreck an.

4 Kommentare zu “Behördenkommunikation”

  1. Dunkelangst quakte:

    Deutschland ist das einzige Land in der ganzen Welt, in der man überhaupt einen festen Wohnsitz angeben muss.

    Ich stelle hier einfach mal die Frage, was es dem Staat überhaupt angeht, wo ich wohne?!


  2. Michael quakte:

    @Dunkelangst: Das stimmt so nun wirklich nicht. Es gibt Staaten die keine Meldepflicht haben (Großbritannien und VSA mal als prominente Beispiele genannt), aber genauso gibt es auch Staaten in denen eine solche Pflicht existiert. Teilweise geht es da noch rigoroser zu als in Deutschland.
    In Schweden haben viele größere Unternehmen (Energieversorger, Post, Telekoms, Banken) Zugriff auf die Daten, so dass diese automatisch bei einem Umzug aktualisiert werden.
    In Italien werden die An- und Abmeldungen sogar mit Hausbesuchen kontrolliert.


  3. Dunkelangst quakte:

    Das wusste ich jetzt so noch nicht. Die Aussage, dass Deutschland das einzige Land ist, habe ich von meinem Anwalt und ich denke dass dieser es eigentlich wissen sollte. Ich unterhalte mich mit ihm noch einmal bei Gelegenheit. 😀 Die USA zweifele ich dennoch an; zumindest haben sie nicht in allen Staaten eine Meldepflicht. In Kalifornien auf jeden Fall nicht – das hat mir ein Amerikaner vor Ort bestätigt, als ich 1995 drüben war. Es kann natürlich sein, dass sich das inzwischen geändert hat.

    In Schweden haben viele größere Unternehmen (Energieversorger, Post, Telekoms, Banken) Zugriff auf die Daten, so dass diese automatisch bei einem Umzug aktualisiert werden.
    In Italien werden die An- und Abmeldungen sogar mit Hausbesuchen kontrolliert.

    Das ist einfach nur krass. 😈


  4. Michael quakte:

    VSA hab ich doch bestätigt. Da gibt es das ganz bestimmt nicht. Großbrittanien will es wohl bald einführen, aber momentan noch net.


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