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PiratInnen?

28. Februar 2010 um 17:39 Uhr von Atari-Frosch

Mit Befremden las ich die Mitteilung von Lena Simon Klar machen zum Gendern. Meine erste Reaktion war: „Hä???”

Ich hielt ja schon die Häcksen im CCC für unnötig, für umso unnötiger halte ich eine abgetrennte Frauengruppe bei den Piraten. Mit Sexismus hatte ich in einem solchen Umfeld nämlich noch nie Probleme (deutlich anders sah das in IT-Abteilungen von Firmen aus, aber das ist ‘ne andere Baustelle).

In der Politik sind Leute, die sich nicht trauen, ihre Meinung einzubringen, generell im Nachteil. Ich bezweifle aber stark, daß es sich dabei ausschließlich oder auch nur überwiegend um Frauen handelt; dazu habe ich in meinem Leben zu viele schüchterne Männer kennengelernt.

Außerdem will ich gar nicht geschützt werden! Ich bin doch kein Kind mehr, ich bin selber groß. Ich muß mich nicht in einer Gruppe verstecken, die dann (vielleicht) meine Meinung nach außen trägt und verteidigt. Ich brauche keine „starke Frau”, die für mich spricht.

Das bisherige Fortbleiben von Frauen, die nicht mit der geschlechterpolitischen Position der Partei einverstanden sind dazu, dass ihre Positionen von den männlichen Piraten kaum wahrgenommen werden.

Ja sorry, Mädels, wenn Ihr wegbleibt, kann man Euch natürlich nicht zuhören. 😉 Von Piraten, ob Männlein oder Weiblein, erwarte ich eigentlich, daß sie selbstbewußt und offen ihre Meinung sagen. Wer das nicht kann, sollte vielleicht eher mal an sich selbst arbeiten. Das Verstecken in einer Gruppe ändert daran nämlich nichts.

Gute Blogartikel dazu: dyfustifications: Im Biotop

9 Kommentare zu “PiratInnen?”

  1. Ti_Leo quakte:

    Macht man es sich damit nicht etwas einfach? Und erklärt das die Ablehnung, die den Piratinnen entgegen schlägt? Ist es nicht legitim, weniger selbstbewussten Frauen oder von mir aus auch Feministinnen eine Gruppe zuzubilligen? (einfach weil jede Gruppe, die nicht gegen Gesetze verstößt, legitim ist) Wobei ganz unbedingt fleißig über alles diskutiert werden soll! Wenn es keinen Bedarf für so eine Gruppe gibt, wird sie aus mangelnder Relevanz nichts bewegen können. Wenn doch gibt es Gesprächsbedarf, wo keiner sein dürfte. 😉

    Ti


  2. Piratenweib quakte:

    Die heftigen Reaktionen sind schon Beweis genug dafür, dass eine solche Gruppe absolut notwendig sind. Wir sind von Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt und keineswegs die „besseren Menschen 2.0“.
    Aber piratig ist es doch: Jede/r kann eine AG gründen, wenn er/sie Mitstreiter/innen findet. Das galt bisher für jede noch so unsinnige AG und das gilt auch für die AG Piratinnen. Ich weiß echt nicht, wozu man sich darüber so aggressiv aufregen muss, wie das zur Zeit überall zu sehen ist.


  3. erlehmann quakte:

    Die heftigen Reaktionen sind schon Beweis genug dafür, dass eine solche Gruppe absolut notwendig sind.

    Das zumindest ist rhetorisches Blendwerk und kein Argument; überschäumende Diskussionen gibt es immer wieder.


  4. Der Hagen quakte:

    Tja, wie sagte ein Kommentator, Kommentatorin im Twitter? CaeVye: „Frauengruppen, die sich bewusst abgrenzen, um eine Opferrolle zu feiern sind *nicht* feministisch, sondern von gestern….“

    Die Gähnderpolitik bringt uns an den Rand … Schade eigentlich!

    Mehr dazu auch unter http://pruzzen.blogspot.com/search/label/Frauen

    Beste Grüße
    Der Hagen


  5. Mit piratigen Grüßen » Blog Archive » Piratinnen – persönliche An- & Einsichten quakte:

    […] Atari-Frosch […]


  6. wonnita quakte:

    Danke für dieses Statement Frosch! Nicht alles der GRÜNEN ist nämlich kopierenswert – mensch darf es durchaus besser machen! 😉


  7. Cymaphore quakte:

    Quote: „[…] einige der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Piraten sind Frauen – und werden durch diese Diskussion meines Erachtens nach schwachgeredet. […]“

    Bericht: Wer sind eigentlich „die Piratinnen“?
    http://bit.ly/apcwNO


  8. Nachlese mit Senf: Von #Piratinnen » Under Skull and Bones quakte:

    […] Atari Frosch reagiert befremdet auf die ganze Sache und hält fest, dass sie für sich selber sprechen kann: In der Politik sind Leute, die sich nicht trauen, ihre Meinung einzubringen, generell im Nachteil. Ich bezweifle aber stark, daß es sich dabei ausschließlich oder auch nur überwiegend um Frauen handelt; dazu habe ich in meinem Leben zu viele schüchterne Männer kennengelernt. Außerdem will ich gar nicht geschützt werden! Ich bin doch kein Kind mehr, ich bin selber groß. Ich muß mich nicht in einer Gruppe verstecken, die dann (vielleicht) meine Meinung nach außen trägt und verteidigt. Ich brauche keine „starke Frau”, die für mich spricht. […]


  9. Genderquatsch mit Gabriele « DingoSaar quakte:

    […] Simon selbst weist Kritik an ihrem Vorgehen zurück. Die Reaktionen anderer weiblicher Piraten waren umso härter. Sie positionierten sich klar gegen eine […]


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