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ARGE, Teil 6

9. März 2010 um 12:41 Uhr von Atari-Frosch

In der geänderten Eingliederungsvereinbarung vom 4. Februar hatte ich mich dazu verpflichtet, bis Ende Februar eine amtsärztliche Untersuchung zu beantragen. Warum der Antrag schon wieder von mir ausgehen muß, obwohl die Behörde ihn doch verlangt, muß ich nicht verstehen, aber OK. Da ich immer noch mit akuten Depressions-Wellen kämpfte, schob ich das vor mir her, und Ende Februar mußte ich ja auch noch eine Woche wegen Mandelentzündung daheim bleiben. Die AU hatte mir freundlicherweise jemand dort eingeworfen; ob sie bei der Akte ist, weiß ich nicht, bei der ARGE geht ja gern mal was verloren.

Gestern kam dann ein Briefchen der Sachbearbeiterin — natürlich nicht mit einer einfachen Erinnerung, nein, man mußte natürlich sofort mit Kürzung drohen. Dabei ist der Frau bekannt, daß ich krankheitsbedingt Schwierigkeiten habe. Zum Beispiel damit, Dinge vormittags zu erledigen. Und ich sollte den Antrag unbedingt persönlich bei ihr abgeben, aber das geht „natürlich” nur vormittags.

Heute habe ich den Antrag schließlich abgegeben. Als ich hörte, daß im Zimmer gesprochen wird, blieb ich erst einmal höflich davor sitzen. Wenigstens gibt es an der Stelle Sitzgelegenheiten, das ist bei der ARGE ja nicht selbstverständlich. Nach einer Stunde — es saß immer noch derselbe „Kunde” drin — wurde es mir zu doof, und ich ging nach kurzem Anklopfen rein. Die Bemerkung, daß man nicht gleich drohen müsse, sondern eine Erinnerung genügt hätte, konnte ich mir denn aber doch nicht verkneifen. Nein, meinte sie, das sei schon nötig, ich hätte mich ja schließlich im Eingliederungsvertrag verpflichtet.

Die verfassungswidrige Behörde hat offenbar auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts immer noch nicht kapiert, daß sie auf individuelle Umstände zu reagieren hat. Aber so kennt man sie ja: Immer schön die unbequemen Fakten ignorieren.

Vielleicht sollte ich ihr mal aufzählen, was die Düsseldorfer Repressionsbehörden in den letzten knapp 10 Jahren schon an Unterlagen von mir verloren gehen ließen, um nicht helfen zu müssen, und das, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, bei Bekanntwerden von Hilfsbedürftigkeit umgehend zu helfen. Und wieviele Anträge sie schon „vergessen” haben, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, sie binnen drei Wochen zu bearbeiten. Was das angeht, müssen diese Behörden nämlich mir gegenüber ganz gewaltig den Ball flachhalten.

3 Kommentare zu “ARGE, Teil 6”

  1. Micxs quakte:

    Zu dem Verschwinden von Unterlagen und Argebesuch kurz ein paar Tipps:

    a) Nie alleine zum Repressionsamt. Du hast das Recht eine Begleitung mitzunehmen. Diese kann während du mit dem SB redest ein Gesprächsprotokoll anfertigen. Dies dient zu deinem Schutz und der Zeuge kann, wenn es zum Gericht geht, eine Aussage zu deinem Gunsten formulieren.

    b) Lass dir sämtliche Unterlagen die du dem Repressionsamt liefern muss quitieren. Dies dient dazu das du später nachweisen kannst das dem Amt die Unterlagen vorliegen und event. kannst du so nachweisen das Schikane oder Schlamperei dahintersteckt.

    c) Wenn dir ein SB querkommt, geh einen Schritt höher zum Teamleiter und wenn das nicht reicht zum Geschäftführer der Arge. Eine Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung ist gerade bei deiner Krankheit eine Möglichkeit den SB in die Schranken zu weisen, denn ihm/ihr sind deine gesundheitlichen Probleme bekannt. Bei einer vorsätzlichen Schikanierung eines Kranken kann ein Richter schonmal böse werden. 😉

    Du findest diverse Foren wo du dir Hilfe suchen kannst und auch Begleitung finden kannst. Am besten suchst du dir einen Kontakt bei dir aus der Gegend wo ihr euch bei Argebesuchen gegenseitig den Rücken stärken könnt.


  2. frosch quakte:

    Im Prinzip alles bekannt. danke. 🙂

    zu a): Das wissen die aber auch und legen Termine gern mal so, daß man auch garantiert niemanden findet, der mal eben mitgehen kann. Schon gar nicht jemanden mit Kompetenz.

    zu c): eine Krähe und die andere. Das hiesige Repressionsamt lügt hier sogar abteilungsübergreifend, z. B. deckt die Rechtsabteilung schonmal gern die lügende Sachbearbeiterin. Und ja, das kann ich natürlich beweisen. 🙂


  3. Micxs quakte:

    Hi
    zu a) Damit liegst du richtig 🙂 Deshalb versuche mal Kontakt zu einer Erwerbsloseninitative in deiner Umgebung zu bekommen. Die helfen sich beim Gang zum Amt gegenseitig und es findet sich meistens jemand der Zeit hat.

    zu c) Damit liegst du auch richtig. 🙂 Deshalb Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Agentur für Arbeit (Hauptsitz nicht deine Arge) und eine Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei gegen den SB, Teamleiter und den Geschäftsführer der Arge bringt die schon zum rotieren. Dies natürlich nur wenn du Zeugen, Belege und Beweise hast. Daher das penible Dokumentieren der Gespräche und Vorgänge 😉


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