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Sozialleistungen vs. Steuern

24. Mai 2010 um 17:58 Uhr von Atari-Frosch

Die Fraktion der CDU/CSU im Bundestag meint, man müsse „alles” mit einbeziehen, wenn es ums Sparen gehe. Nur daß bei der CDU/CSU „alles” eben doch nicht so ganz „alles” ist: Sozialleistungen kürzen ist demnach mit drin, Steuern erhöhen nicht.

Nun ist es nicht so, daß Sozialleistungsempfänger von Steuererhöhungen nicht betroffen wären, solange es nicht gerade Luxussteuern auf Villen oder Yachten oder sowas sind. Es ist ja nicht so, daß ich an der Supermarktkasse meinen Sozialhilfebescheid oder den Düsselpaß vorzeige, dann drückt die Kassiererin auf einen extra Knopf, und ich bekomme die Mehrwertsteuer nicht berechnet. 😉

Apropos Supermarktkasse, da fällt mir eine Begebenheit ein, die mir vor Jahren an einer solchen passiert ist. Ich stand mit meinem Wagen hinter einer Kundin, die gerade am Bezahlen war, und wollte gerade anfangen, meine Waren aufs Band zu legen, da drängelte sich ein Mann in Anzug und Krawatte mit einem geblafften „Ich hab's eilig!!!11!!” vor. Ich erklärte ihm, daß er auch höflich hätte fragen können, sich aber ansonsten bitte hinten anstellen sollte. Daraufhin meinte er: „Ach, seien Sie still, Sie zahlen doch sowieso keine Steuern.” Mir blieb erstmal der Mund offenstehen. Dummerweise bediente ihn die Kassiererin dann auch prompt, wohl um des lieben Friedens willen, und so hat er dann sicher gelernt, daß er als (behaupteter) Steuerzahler tatsächlich Vorrechte hat.

Auch für die „christliche” Fraktion im Bundestag sind Leute, die (mehr) Steuern bezahlen, offenbar die besseren Menschen. Sie haben wohl hauptsächlich die Sorge, daß Steuererhöhungen ihre Klientel treffen könnten. Daß davon dann eventuell auch Sozialleistungsempfänger (incl. ihrer Kinder) betroffen sein könnten, ist für sie sicher nicht relevant. So christlich sind wir denn auch wieder nicht, ne?

3 Kommentare zu “Sozialleistungen vs. Steuern”

  1. oxi quakte:

    Zum einen sind natürlich „Steuererhöhungen“ keine Einsparungen.

    Abgesehen davon kann man tatsächlich im Arbeitesministerium eine Menge sparen: nicht durch Kürzung der HIV-Sätze (die sind eh niedrig), sondern wenn man z.B. darauf verzichten würde, Arbeitslose in sinnlose Bewerbungstrainings, „PC-Kurse“ und ähnlichen Schrott zu schicken.


  2. Conny quakte:

    Also,

    erstmal tolle Geschichte mit der Tankstelle, zumal ja die Mineralölsteuer für gleich ist;)

    Zum Thema Steuererhöhung kann ich nur soviel sagen, dass uns die Koalitionspartei eine Steuererleichterung versprochen hat, und die ist ja bis jetzt auch nicht gekommen…


  3. Klaus quakte:

    Also ich bin FÜR eine Reichensteuer. Denn es gibt tatsächlich SEHR reiche Menschen die VON SICH AUS bereit wären, diese zu zahlen. Bedenkt man wieviele Millarden Euro Deutschland zusätzlich einnehmen könnte wäre das doch toll!? Dann könnte mann wenigstens ein paar Staatsschulden wieder rein holen…


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