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Japan-Tag 2010

30. Mai 2010 um 17:43 Uhr von Atari-Frosch

Feuerwerk

Die letzten Japan-Tage in Düsseldorf und insbesondere das abschließende Feuerwerk hatte ich mit Freunden zusammen vom Rheinturm aus beobachtet. Das insbesondere deshalb, weil einer der Freunde mit lauten, plötzlichen Knallgeräuschen ein Problem hat, denn von da oben hat man das Feuerwerk auf Augenhöhe und hört doch kaum etwas von dessen Lautstärke. Passend war das auch, weil der Japan-Tag am zweiten Samstag im Juni stattfand, an dem ich üblicherweise meinen Geburtstag feiere. Das Feuerwerk war dann auch ein krönender Abschluß der Geburtstagsfeier.

In diesem Jahr jedoch wurde der Japan-Tag auf den 29. Mai gelegt, und auch bei meinen Freunden und mir verschob sich so einiges. Es lief darauf hinaus, daß ich allein zum Feuerwerk ging — mit Digitalkamera und (geliehenem) Stativ. Ein Vergnügen sollte es nicht werden, nur der Anblick des Feuerwerks entschädigte ein Stück weit.

Feuerwerk

Den ganzen Tag über war schönstes Wetter gewesen, aber ab dem frühen Abend zog es zu und wurde deutlich kühler. Als ich um ca. 21:15 Uhr das Haus verließ, kamen die ersten wenigen Regentropfen. Ich fuhr mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof und von dort aus mit der U-Bahn zur Heinrich-Heine-Allee. Dort drängten sich schon die teils verkleideten Menschenmassen, als ich zum Burgplatz lief. In einer Seitenstraße standen Polizeifahrzeuge; die Polizisten trugen statt normaler Dienstwaffen Maschinenpistolen im Holster. Erwartete man etwa böse Terroristen?

Feuerwerk

Am Burgplatz selbst war es gerammelt voll. An Ständen konnte man asiatische Spezialiäten und alle Formen von Alkoholika erstehen. Insbesondere letzteres schien weidlich genutzt zu werden. Bereits jetzt lagen neben einigen übervollen Mülleimern mehr Müll, als sich darin befand. Das mit der laufenden Entsorgung muß man da wohl mal noch üben.

Feuerwerk

Ich ging über den Burgplatz vor an den Rhein, um zu sehen, von wo auf der Festwiese aus das Feuerwerk gezündet werden würde. Dann wandte ich mich in nördliche Richtung, in der Hoffnung, dort einen etwas ruhigeren Platz zu finden, um das Stativ aufzubauen, ohne daß mir ständig jemand dagegenrempelt. Allerdings standen die Leute durchweg bis zur Oberkasseler Brücke. Eine Gruppe hatte sich sogar Klappstühle mitgebracht, andere saßen auf Decken.

Feuerwerk

Ich wählte schließlich einen Platz „hinter” (vom Rheinturm aus gesehen) einer Gruppe Jugendlicher, die sich auf einer Decke niedergelassen hatten, und klappte das Stativ aus. Ganz so günstig war das aber wohl nicht. Eine junge Frau fotografierte ständig mit Blitz, sodaß mir nach kurzer Zeit die Augen weh taten. Dann balgten sich die jungen Leute zwischendurch auch noch, und es war abzusehen, daß irgendwann jemand gegen das Stativ stößt. Außerdem regnete es nun auch etwas stärker.

Feuerwerk

Ich klappte das Stativ nochmal ein und ging zur Oberkasseler Brücke in der Hoffnung, darunter einen trockenen Platz zu finden. Aber Fehlanzeige: Da, wo das noch gegangen wäre, standen bereits Fotografen mit Stativen. Am Ende fand ich dann einen Platz kurz vor der Brücke, baute das Stativ wieder auf und richtete mich aufs Warten ein. Es war kurz nach 22:00 Uhr.

Feuerwerk

Zwischendurch mußte noch eine alte Dame davon überzeugen, daß es nicht nett ist, sich eine halbe Stunde nach dem Aufbau des Stativs mitsamt Kamera so dazwischenzuquetschen, daß sich ihr Kopf direkt vor meinem Objektiv befindet. Dafür unterhielt ich mich danach noch mit einem älteren Herrn über sinnvolle Belichtungszeiten bei Feuerwerken.

Feuerwerk

Kurz nach 23 Uhr ging es dann los. Wie bei diesen japanischen Feuerwerken üblich, wurden nicht einfach nur Feuerwerkskörper hochgeschossen. Die japanischen Feuerwerker gelten als hochgeachtete Künstler, und das zu recht. Da wurden bunte Blumen, zweifarbige Kugeln, Herzen und — ja, auch dieses Jahr wieder — zweifarbige Smilies an den Himmel gemalt.

Feuerwerk

Pünktlich um 23 Uhr legte aber auch der Regen nochmal stärker los, der zwischendurch nachgelassen und auch mal ganz aufgehört hatte. Ich versuchte zwar, die Kamera mit den Armen zu schützen, konnte aber nicht verhindern, daß sich ständig Regentropfen auf der Linse sammelten. Die haben mir denn auch einiges an Bildern quasi „verkleckert”. Ich hatte gehofft, daß die Unschärfe die Tropfen quasi ausblendet. Stattdessen wirken die Tropfen als Filter und produzieren deutliche Flecken auf den Bildern. In diesem Fall ist das schade, allerdings wäre das auch mal ein Ansatz für Experimente.

Feuerwerk

Mit Belichtungszeiten zwischen vier und 15 Sekunden machte ich insgesamt 68 Bilder, von denen ich zwei oder drei direkt wieder gelöscht habe, weil der Fokus nicht stimmte und die Bilder schwarz waren. Die Höhe der aufplatzenden Feuerwerkskörper änderte sich ständig. Hatte ich die Kamera nach weiter unten ausgerichtet, gingen die nächsten prompt weit oben auf.

Um 23:25 Uhr war das Spektakel zu Ende. Zusammen mit tausenden anderer Leute machte ich mich auf den Weg nach Hause. Am Rheinufer wurde es plötzlich extrem eng, vor den schmalen, nach oben führenden Treppen drängte und quetschte man sich zusammen. Ein Mann hinter mir, der meinte, man solle halt einfach mal kräftig schieben, ließ von diesem Vorhaben ab, als ich ihm sagte, daß ich klaustrophobisch bin. Er hat dann auch schnell eingesehen, daß Schieberei doch keine ganz so gute Idee ist.

Vom Burgplatz aus zurück zur U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee ging's dann. Die Altstadt sah allerdings aus wie eine Müllhalde. Vom Pfandgeld für die am Rheinufer und in der Altstadt herumliegenden Pfandflaschen hätte sich ein Mensch mindestens drei Tage lang ernähren können. Die Mengen an Plastikmüll waren unglaublich.

Nicht wenige hatten dem Alkohol zu stark zugesprochen, und der jüngste, den ich sternhagelvoll herumwanken sah, war maximal 14 Jahre alt.

Die Heinrich-Heine-Passage ist für diese Menschenmassen eindeutig zu klein dimensioniert. Hunderte von Leuten standen insgesamt etwa eine halbe Stunde dicht an dicht, um auf die Bahnsteige zu kommen; die meisten wollten wohl zum Hauptbahnhof. Sicherheitspersonal sorgte für einen geordneten Durchgang über die Treppen. Die Luft war zum Schneiden, trotzdem hielt das einige Vollpfosten nicht davon ab, sich eine Zigarette anzuzünden. 🙄

Mehrfach mußte ich Dränglern gegenüber lautstark um Rücksicht bitten; der Hinweis, daß ich mir im Fall einer Panikattacke unter Umständen gewaltsam Platz schaffen muß, half immerhin (wobei mir meistens eher der Kreislauf zusammenklappt, wenn es zur klaustrophobischen Panikattacke kommt; bisher hab ich es immer geschafft, die Attacken zu überstehen, ohne jemanden zu verprügeln, aber man weiß ja nie ...).

Die Rheinbahn stellte Sonderzüge zum Hauptbahnhof bereit, mit vier Wagen, also in voller Länge, die leer in den Bahnsteig einfuhren. Beim ersten hatte ich keine Chance, hineinzukommen, dafür ergatterte ich einen der wenigen Sitzplätze auf dem Bahnsteig. Auch die reguläre U79 war sofort gerammelt voll. In den zweiten Sonderzug kam ich dann mit rein, und weil ich zufällig an einer Stelle stand, an der sich nach dem Halt eine Tür befand, bekam ich auch im Wagen einen Sitzplatz.

Am Hauptbahnhof kam ich dann prompt ganz hinten raus und mußte durchs ganze Bahnhofsgebäude durch zu den Straßenbahnhaltestellen. Dort stellte ich dann fest, daß die nächste (und letzte) Bahn in meine Richtung, eine E707, erst 17 Minuten später kommen sollte. In der Gegenrichtung kam alle paar Minuten eine Bahn. 😕

Um 23:30 Uhr war ich von der Oberkasseler Brücke aus losgegangen. Um 0:45 Uhr war ich zu Hause — mit schmerzenden Füßen, brennenden Augen und gut feuchtem Kapuzen-Sweatshirt. Ohne die schmerzenden Füße wär ich vermutlich zu Fuß schneller gewesen.

Ja, das Feuerwerk war toll. Aber nächstes Mal geh ich wohl doch wieder auf den Rheinturm. Da steigt mir keiner auf die Füße, keiner rempelt gegen mein Stativ, niemand stellt sich vor mein Objektiv, und ich werde auch nicht naß.

8 Kommentare zu “Japan-Tag 2010”

  1. Lars quakte:

    Trotz der Regentropfen schöne Fotos. Super wäre es, wenn man mit Klick auf ein Foto eine etwas größere Version anschauen könnte.


  2. Neuro quakte:

    Die Fotos von den FeuerBlumen sind toll!
    Dafür lohnen beim nächsten Mal wieder nasse Füße *find*


  3. frosch quakte:

    @Neuro: Ja super, dann komm Du nächstes Mal nach Düsseldorf und fotografier vom Rheinufer aus, und ich geh auf den Rheinturm. 😉


  4. Lamy quakte:

    Schön geschrieben! Gibt es die Fotos auch ne Nummer größer?
    Ich hab dieses Jahr mal keine Fotos vom Feuerwerk gemacht, hab es einfach nur genoßen 🙂
    Wollte meiner Kamera auch den regen nicht zumuten.

    Der Müll stößt mir auch auf, vor allem wenn man am Ende aufpassen muss nicht auf Flaschen oder sonstigem Kram zu treten.
    Auch die „Drängler“ könnte ich immer wieder zum Teufel jagen. Als ob es durchs drängeln besser oder schneller gehen würde…

    Aber nunja – bei über ner Millionen Menschen kommt das alles leider vor.

    Gruß
    Lamy ^^


  5. Feenminze quakte:

    Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Und ja, zu Fuß wärste in der Tat schneller gewesen ;o)
    Aber ich kenn ja Dein Fußproblem *knuffs*
    Ich hoffe, im kommende Jahr klappt es dann doch wieder mit einer Fahrt nach Düsseldorf.

    Die Fotos sind toll, die Farben kommen gut raus 🙂

    liebe Grüße aus Berlin
    Feenminze


  6. Fozzie quakte:

    Super Fotos!
    Kannst Du nicht auch die Fotos in Originalgröße anbieten?


  7. frosch quakte:

    @Fozzie: Wieso sollte ich? Kurzzeitig mag das für ein paar Leute interessant sein, längerfristig werden die Bilder dann nur per img src in komische Foren eingebunden und ich kann dem dann ständig nachlaufen.

    Ich habe durchaus vor, diese und noch viele Bilder mehr zu publizieren, aber nicht über dieses Blog und garantiert nicht in hoher Auflösung.


  8. hendi quakte:

    Wo ist das Problem?

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