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Froschs Blog

Computer und was das Leben einer Frau sonst noch so zu bieten hat

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Archive vom August 2010

CF-Karte spielt Verstecken

Tuesday, 31. August 2010

Ich hatte gerade einen Fall von „muß ich nicht verstehen, oder?”. Wie so häufig an solchen Abenden, an denen die untergehende Sonne die Wolken rot anstrahlt, hielt ich fleißig die Kamera — Canon EOS 350D — aus dem Fenster. Ich habe ja hier praktischerweise einen recht guten Ausblick. Danach steckte ich die CF-Karte in den Kartenleser um, mountete (ja, ich bin so altmodisch und mach das händisch) und verschob die Fotos der letzten drei Tage mit mc auf die Festplatte. Also alles wie immer.

Dabei kam es mir so vor, als seien die Bilder von heute weniger, als ich gemacht hatte. Außerdem zeigte die Uhrzeit des letzten Bildes auf eine knappe Stunde in die Vergangenheit. Ich überprüfte erstmal an der Kamera, ob da die Zeiteinstellung stimmt — aber die stimmte. Genau bei Bild Nr. 400 (die ersten 10.000 waren kürzlich durch, dann fängt die Kamera neu an zu zählen, weil ihr Zähler nur vierstellig ist) war Schluß.

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Machtkampf am Problem vorbei

Sunday, 29. August 2010

In der FAZ analysierte heute Christiane Hoffmann unter dem Titel Machtkampf der Ministerinnen das Verhältnis der Bundesarbeits- und der Bundesfamilienministerin zueinander. Dafür hätte sie vielleicht zuerst einmal genau in derselben Zeitung blättern sollen, nämlich zurück zum 9. Februar. Christiane Hoffmann schreibt nämlich:

Die Ministerin ist erleichtert, dass das Gericht die Berechnungsmethode für das Existenzminimum nicht grundsätzlich in Frage stellt, sondern nur eine Neuberechnung der Regelsätze fordert.

Ebenfalls in der FAZ erschien jedoch — ohne genauere Autorenangabe — am 9. Februar, also am Tag der Urteilsverkündung, der Artikel Hartz-IV-Sätze sind verfassungswidrig, in welchem es heißt:

Die bisherige Berechnung der Hartz-IV-Sätze verstößt gegen das Grundgesetz.

[...]

Der Gesetzgeber hat also mehrere Monate Zeit, eine neue Berechnungsmethode zu suchen, die dann zum Jahresanfang 2011 in Kraft treten muss.

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Dreiundzwanzig

Monday, 23. August 2010

Am 23. Juni 2010 bestimmte das Sozialgericht Düsseldorf aufgrund meiner Klage gegen die Rentenversicherung, daß ein unabhängiges Gutachten über meinen Gesundheitszustand und meine Arbeitsfähigkeit eingeholt werden soll. Es hieß, ich würde eine Einladung bekommen.

Heute, am 23. August, hatte ich endlich diese Einladung im Briefkasten (diktiert oder geschrieben aber bereits am 16. August).

Die Einladung ist für den 23. September.

Muß ich mir Gedanken machen? ;-)


Entsolidarisierung

Monday, 23. August 2010

Es gibt Tage, da sollte ich vielleicht besser nicht in meine Twitter-Timeline schauen. Und dann: Doch, denn es ist wichtig, auch so etwas mitzubekommen, um nicht überraschend nackt dazustehen, weil Politiker mal wieder asoziales Gewäsch in die Zeitungen gekotzt haben und es am Ende noch durchsetzen, wenn sich keiner wehrt. Der heutige asoziale Hammer: Patienten sollen Honorar für Arztbesuch vorstrecken, ausgedacht von Schwarz-Geld.

Die Idee ist, daß Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, genauso wie bisher schon privat Versicherte, erstmal die Kosten für ihren Arztbesuch selbst vorstrecken sollen, um dann vielleicht das Geld irgendwann von ihrer Krankenkasse zurückzubekommen. Damit wird jeder Arztbesuch für Zwangsverarmte zum Russischen Roulette: Ist das Geld nicht da, muß man sich eben mit seiner Krankheit abfinden. Oder sich Geld leihen, sofern man noch jemanden findet, und dann befürchten, es nicht (zeitnah) zurückzahlen zu können, weil die Krankenkasse meint, nicht oder erst nach Monaten zahlen zu müssen.

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Bildung per Chipkarte

Saturday, 14. August 2010

Von elektronischen Chipkarten scheinen so manche in der Bundesregierung ja höchst begeistert zu sein, und sie versuchen, sie einzusetzen, wo immer es geht — vor allem, wo immer man damit Mißstände überdecken (und so nebenbei die Sicherheitsbranche wirtschaftlich fördern) kann.

Statt die Gesundheitsversorgung und die Voraussetzungen für ein gesundes Leben zu verbessern, soll eine elektronische Gesundheitskarte eingeführt werden. Statt endlich einzusehen, daß uns Terrorhysterie nicht weiterbringt, gibt es jetzt ab November den elektronischen Personalausweis, der jeden einzelnen 20 € mehr kostet. Und statt endlich mal die Bildungskosten für arme Kinder auszurechnen, will Zensursula jetzt eine Chipkarte mit einem pauschalen Guthaben von 200 € an sie verteilen. Pro Jahr, wohlgemerkt.

Besonders witzig ist diese Begründung:

Forderungen, das Bildungspaket als Geldleistung auszuzahlen, erteilte von der Leyen erneut eine Absage. Würde dies geschehen, hätte zwar jeder ein paar Euro zur Verfügung, sagte sie. „Um die Nachhilfe zu bezahlen, reicht das Geld aber immer noch nicht.” Da nicht alle Kinder Nachhilfe bräuchten, solle die Leistung nur jenen zu Gute kommen, die sie benötigten.

Quelle: n-tv Bildung auf Karte: Von der Leyen, die Super-Nanny?

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Reingefallen mit DVDs

Monday, 9. August 2010

Vor ich weiß nicht wievielen Monaten, ich hab die Daten schon gar nicht mehr gespeichert, hatte ich mir bei einem eBay-Händler eine Serienstaffel gekauft. MacGyver, englisches Original, 5. Season, 6 DVDs, zum Preis von knapp 40 €. Echte Originale von einem deutschen Händler, also keine chinesisch bedruckten Medien von einem Account aus Hongkong mit nur wenigen Bewertungen, der kurz danach verschwindet.

Nun, da ich wegen Gastritis plus Gallensteinen nicht ganz so fit bin, wollte ich mir die mal angucken. Die ersten beiden hatte ich bereits gesehen und dabei erstmal keine Probleme festgestellt. Daher hatte ich mir wohl auch die DVDs selbst nicht so genau angeguckt. DVD 3 lief auch problemlos durch. Beim Anspielen der vierten allerdings meldete das DVD-Rom-Laufwerk einen I/O error und wollte sich dann nicht mal mehr dazu bewegen lassen, den Schacht zu öffnen. Ich befürchtete erst, mein Laufwerk sei hinüber; was ungünstig wäre, weil ich derzeit mit DVD-Roms nicht so sonderlich gut ausgestattet bin.

Nach einem kompletten Reboot des Rechners ging die Schublade des Laufwerks wieder auf. Und dann schaute ich mir die DVD mal genauer an.

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Demokratie ist unangenehm für die CDU

Saturday, 7. August 2010

Mit der Demokratie ist das so eine Sache. Die kann manchmal echt unbequem sein und richtig Arbeit machen. Und dann muß man sich auch noch entscheiden! — So lese ich zumindest den Artikel Bosbach warnt NRW-CDU vor Zerreißprobe im Der Westen.

Also, zunächst einmal meint der Herr Boshaft:

[...], bei der Wahl des neuen CDU-Landesvorsitzenden dürfe es am Ende keine Verlierer geben.

Das ist echt doof, ne? Bei einer Wahl kann es Verlierer geben. Aber Verlierer mag der Herr Boshaft nicht, und deshalb meint er, es sei besser, wenn es überhaupt nur einen Kandidaten für den Vorsitz der CDU in Nordrhein-Westfalen gäbe. Der würde dann auf jeden Fall gewählt, und dann gäbe es keine Verlierer. Mhm, aha, soso.

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Was wir wollen

Tuesday, 3. August 2010

Tom Strohschneider schrieb heute einen lesenswerten Artikel im Freitag. Das Thema: Die Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze. Die erstaunliche Überschrift, auch als Frage an Betroffene im Artikel gestellt: Was ihr wollt.

Erstaunlich, weil das schon sehr, sehr lange keiner mehr gefragt hat (bzw. hat das überhaupt je jemand gefragt?). Nicht einmal zu fragen wagte, weil es sofort heißt, Hartzer/Sozialhilfeempfänger haben nichts zu wollen, die können doch froh sein, daß unser „Sozialstaat” sie überhaupt auffängt, man solle doch mal in andere Länder gucken, da gibt’s das gar nicht. Und wer als Hartzer selbst Ansprüche stellt, ist gesellschaftlich und politisch sowieso gleich ganz untendurch. Ansprüche! Als Nichtstuer!

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Hartz IV zu teuer?

Monday, 2. August 2010

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar entschieden, daß die Hartz-IV-Regelsätze neu berechnet werden müssen. Nun, ein halbes Jahr später, wird erstmals öffentlich darüber nachgedacht, wie das geschehen könnte. Das zuständige Bundesarbeitsministerium wartet allerdings noch auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

Und das erste, was aus der Regierungskoalition kommt, ist ein Aufschrei: Man dürfe auf keinen Fall erhöhen, das würde doch viel zu teuer!. Zitat:

Hartz IV darf nicht attraktiver werden als Arbeit. Die Konsolidierung des Staatshaushalts darf nicht durch Hartz IV gefährdet werden.

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