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Demokratie ist unangenehm für die CDU

7. August 2010 um 18:27 Uhr von Atari-Frosch

Mit der Demokratie ist das so eine Sache. Die kann manchmal echt unbequem sein und richtig Arbeit machen. Und dann muß man sich auch noch entscheiden! — So lese ich zumindest den Artikel Bosbach warnt NRW-CDU vor Zerreißprobe im Der Westen.

Also, zunächst einmal meint der Herr Boshaft:

[...], bei der Wahl des neuen CDU-Landesvorsitzenden dürfe es am Ende keine Verlierer geben.

Das ist echt doof, ne? Bei einer Wahl kann es Verlierer geben. Aber Verlierer mag der Herr Boshaft nicht, und deshalb meint er, es sei besser, wenn es überhaupt nur einen Kandidaten für den Vorsitz der CDU in Nordrhein-Westfalen gäbe. Der würde dann auf jeden Fall gewählt, und dann gäbe es keine Verlierer. Mhm, aha, soso.

Bosbach sagte zu der möglichen Kampfkandidatur: „Der Vorsitzende muss sich der hundertprozentigen Unterstützung der Landespartei sicher sein. Das ist das Entscheidende.“

Er wünscht sich für den möglichst einzigen Kandidaten dann auch noch ein Wahlergebnis à la DDR. Denn nur dann kann es ja keine Verlierer (diejenigen, die diesen einzigen Kandidaten nicht haben wollen) geben. Das nennt sich dann wohl Parteidisziplin. Oder so.

Aber auch der (vermutliche) Wunschkandidat Armin Laschet hat seltsame Ansichten zur Demokratie:

Auch Laschet hofft, dass es nicht zu einer Kampfkandidatur kommt. „Schöner ist es natürlich, wenn es nur einen Kandidaten gibt. Das ist für alle kürzer und angenehmer“

Natürlich ist das bequemer, wenn man sich nicht gegen andere Kandidaten durchsetzen muß. Nur: Demokratisch ist so eine Ansage nicht, insbesondere, wenn sich, wie hier, abzeichnet, daß es einen weiteren Kandidaten geben könnte.

Für den Fall seiner Wahl zum CDU-Landesvorsitzenden in Nordrhein-Westfalen kündigte Laschet eine Arbeitsteilung an. „Wir machen das als Team mit Andreas Krautscheid und Karl-Josef Laumann“, sagte der 49-jährige Aachener.

Weiterhin stellt er sich also zwar alleine zur Wahl, will das Amt dann aber teilen. Die Wähler innerhalb der CDU haben also keine Möglichkeit, Laschet ohne Krautscheid oder Laumann zu wählen, oder gar einen der anderen ohne Laschet. Außerdem: Wenn er sich das Amt nicht alleine zutraut, dann sollte er mal überlegen, ob er wirklich ein passender Kandidat dafür ist.

Ja, das ist schon schwer mit dieser Demokratie, ne?

(Danke für den Hinweis auf den Artikel an den @karpfenpeter.)

3 Kommentare zu “Demokratie ist unangenehm für die CDU”

  1. thoys quakte:

    Naja Demokratie UND auch noch Wahlen. Also irgendwann wirds ja auch zu viel. Da muss man die CDUler schon verstehen. Es gibt schließlich keine Demokratie-Lobby, sonst säh das anders aus.

    Grüße Thoys


  2. Maria quakte:

    Die schieben sich die Regeln so hin wie es ihnen grad so passt! Als Wähler steht einem so doch überhaupt kein Mitspracherecht mehr zu! Da kann man nur hoffen und auf ein Wunder warten – vielleicht ist die demokratische Staatsform bald mal wieder etwas wert…


  3. Uschis Lügen | Flaschenpost quakte:

    […] praktiziert wird, ist einfach nicht wahr.  Zum Thema undemokratisch gibt es auch einen schönen Blogpost von atari-frosch. Leute wie Ursula von der Leyen, die das Verhalten eines Gutsherren an den Tag legen, haben in […]


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