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Abmahnungen und Nebenjobs

25. Oktober 2010 um 8:46 Uhr von Atari-Frosch

Kürzlich berichtete ich über die Spam-Welle „Ermittlungsverfahren gegen Sie”. Da habe ich, weil das nicht aufhört, mal ein bißchen genauer hingesehen.

Insbesondere habe ich überlegt, wie der Spammer denn an die verlangten 100 Euro herankommen will. Bis mir etwas ein- und dann etwas auffiel: Da werden doch seit längerer Zeit diese Spams mit „Stellenangeboten” verschickt, in welchen behauptet wird, der Spammer habe die Daten von der Bundesagentur für Arbeit bekommen. Die sehen ungefähr so aus:

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir suchen zur Zeit aktive Mitarbeiter fuer lang und kurzfristige Arbeit in den Bereich Testeinkaufer und Kurier landesweit. Die Stellen sind ab sofort frei und sofort zu belegen.

Sie fragen sich bestimmt wie wir auf Sie aufmerksam geworden sind. Die Bundesagentur fur Arbeit hat uns Ihre Personaldaten ubermittelt, damit wir selbst mit Ihnen in den Kontakt treten konnten. Leider konnen wir auf der Etappe noch nicht eine personalisierte Anwerbung vornehmen und bitten Sie hoflichst um eine Entschuldigung und um Ihr Verstandnis fur die Tatsache, dass wir Sie nicht angerufen haben oder Sie noch nicht bei Ihrem Namen nennen.

Voraussetzungen die Sie mitbringen sollten:

- Computer-Grundkenntnisse Internet, Email, Drucken
- Puenktlichkeit und Genauigkeit
- telefonische erreichbarkeit
- Volljaehrig

Was wir Ihnen bieten:
- Abwechslungsreiche Taetigkeit
- Flexible Arbeitszeiten auch in Teilzeit
- Fortlaufendes Training durch verschiedene Aufgaben
- 5 Tage-Woche
- Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld

Die Arbeitszeit betraegt 2-3 Stunden 5 Tage die Woche. Der Verdienst betraegt 1150 Euro pro monat netto. Sie koennen die Taetigkeit auch als Zweit-Beruf ausfuehren. Fuer Rentner sind die Stellen besonders gut geeignet. Ein Firmenfahrzeug stellen wir Ihnen auf Wunsch zur Verfuegung. Weitere Informationen gibt es nach einer kurzen Bewerbung.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann freuen wir uns auf Ihre Antwort
mit kurzen Bewerbungen an unsere Bewerbung-Stelle: clauderewe@net.hr

Fällt Euch was auf? Vor allem im oberen Bereich sind die Umlaute auf die gleiche Art und Weise verstümmelt wie in den Abmahnungs-Spams. Damit aber der Ähnlichkeiten noch nicht genug. Die bedeutendere findet sich nämlich im Header. Sowohl Abmahnungs- als auch Nebenjob-Spammer liefern die Mails etwa folgendermaßen ein:

Received: from 173.193.223.140-static.reverse.softlayer.com (unknown [194.190.194.22])
by seehund.atari-frosch.de (Postfix) with ESMTP id BE6278043B1C
for <webmaster@atari-frosch.de>; Sun, 24 Oct 2010 07:44:20 +0200 (CEST)

bei dem eben zitierten Nebenjob-Spam und

Received: from 173.193.223.133-static.reverse.softlayer.com (187.76.pppoe.mari-el.ru [77.40.76.187])
by seehund.atari-frosch.de (Postfix) with ESMTP id 8E18180437C2
for <root@atari-frosch.de>; Mon, 25 Oct 2010 07:48:57 +0200 (CEST)

beim letzten hier eingegangenen Abmahnungs-Spam. In beiden Fällen wird als einliefernder Host ein Mietserver bei Softlayer.com behauptet. Mein postfix stellt jedoch fest, daß die IP jeweils zu einem ganz anderen Hostnamen gehört (bzw. im ersten Fall zu gar keinem). 194.190.194.22 wird mir hier zu host.194.telekom.ru aufgelöst, der Hostname war wohl zur Zeit der Einlieferung nicht sauber auflösbar, und auch der zweite Host gehört zu einem DSL-Einwahlpool in Rußland.

Daher gehe ich davon aus, daß die mit dem Nebenjob-Spam gewonnenen Finanzagenten die entsprechenden Ukash- bzw. Paysafecard-Codes einlösen, ihre „Provision” davon abziehen und den Rest wiederum über einen Internet-Dienstleister an den eigentlichen Spammer weiterleiten.

Daß sich diese Finanzagenten selbst strafbar machen, muß ich glaub ich nicht extra erwähnen, oder? Allerdings wissen das diejenigen, die auf diese Nebenjob-Spams reinfallen, üblicherweise gerade nicht, sonst würden sie ja nicht drauf reinfallen.

Ein Kommentar zu “Abmahnungen und Nebenjobs”

  1. Alex quakte:

    Gut erkannt! Diese Geschichte stimmt nämlich. Habe ich kürzlich mal gelesen.


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