Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

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OpenRheinRuhr 2010

18. November 2010 um 20:27 Uhr von Atari-Frosch

Samstag, Tag 1

Morgens um etwa 8:00 Uhr ging es zum Bahnhof, in strömendem Regen. In der Straßenbahn wollte ich dann ein 4er-Ticket der Stufe B am Automaten kaufen. Aber ich hatte keine 15,70 € in Münzen. Scheine nehmen nur die Automaten in der allerneuesten Generation der Straßenbahnwagen, und die werden auf den Linien 707 und 708 eher selten eingesetzt. Und auf meiner Geldkarte war nicht genug drauf. Also mußte ich doch einen Einzelfahrschein nehmen. So kann man die Fahrgäste auch dazu nötigen, zu viel zu bezahlen.

Ich fuhr dann um 8:45 Uhr mit einem Regionalexpreß nach Oberhausen. Das klappte auch ganz problemlos und sehr pünktlich — lag wohl daran, daß dieser Regionalexpreß nicht von der Bahn, sondern von der EuroBahn (ERB) betrieben wird. In Oberhausen ist der Weg vom Hauptbahnhof (über den Westausgang) zum Rheinischen Industriemuseum nur ein Katzensprung und sehr leicht zu finden.

Rheinisches Industriemuseum

Die Mädels im Eingangsbereich wunderten sich zwar etwas über den angegebenen Namen (natürlich „Atari-Frosch”), fanden dann aber schnell mein Aussteller-Ticket, das vom Chaosdorf für mich hinterlegt worden war. Offenbar hatte keine Firma oder Organisation außer dem Chaosdorf Nicknamen für sein Standpersonal hinterlegt. 😉

Im Gegensatz zur ersten OpenRheinRuhr letztes Jahr in Bottrop waren hier die Infostände in einer einzigen Halle übersichtlich angeordnet. Die Halle selbst ist sehr hoch. Die Fenster nach außen sind komplett verhüllt. Das Kunstlicht wirkt zwar auf menschliche Augen recht hell, aber die Kameras zeigten sehr schnell, daß es eigentlich gar nicht so viel Licht gab: Blitzen war fast unausweichlich. (Alle Bilder übrigens von Tag 2, am ersten Tag hatte ich die Kamera nicht dabei.)

Essenstheke auf der OpenRheinRuhr

Das Chaosdorf war diesmal auch nicht abseits vom Besucherstrom neben dem Notausgang untergebracht, sondern prominent fast direkt an der Theke, wo es belegte Brötchen, Getränke und mittags warme Speisen zu sehr günstigen Preisen zu kaufen gab.

Der Stand des Chaosdorfs wurde ziemlich schnell von zwei Tischen mit drei Stühlen auf drei Tische mit sechs Stühlen erweitert. Zu schade, daß wir die Zensurbox nicht dabeihatten, Interesse dafür wäre dagewesen. Aber die Box ist derzeit out of order. Immerhin konnten wir einige nette Diskussionen führen und einige Datenschleudern verkaufen.

Sozusagen außer Konkurrenz hatte ich ein nettes, längeres Gespräch mit einem anderen Depressions-Betroffenen. Nerds bleiben davon ja leider auch nicht verschont. (Hey, wenn Du das liest, melde Dich ruhig mal bei mir, ich würde mich freuen!)

Vorträge habe ich keine besucht, ich war nicht aufnahmefähig genug. Und ich finde es unhöflich, den Eindruck zu erwecken, ein Vortrag sei langweilig und ich müßte gleich einschlafen. Allerdings fiel mir irgendwann auf, daß für die Speaker's Corner noch einige leere Slots im Fahrplan standen. Ich holte mir den vorbereiteten Mailbox-Vortrag vom PC zu Hause, fügte noch einen Abschluß-Slide an und meldete mich für nachmittags an — verbunden mit der Bitte, mir mehr als 30 Minuten zu geben, wenn möglich, weil mein Vortrag eigentlich länger ist. Eine Stunde vor dem geplanten Vortragsbeginn (für 16:10 Uhr) war er dann auch endlich eingetragen.

Ein wenig später wurde es dann noch, denn die vorher stattfindende Verlosung dauerte dann doch deutlich länger, als im Plan vorgesehen. Und weil ich schon so da rumstand, um auf das Ende der Verlosung zu warten, ließ ich mein Ticket halt auch mal für die Verlosung scannen — und gewann prompt ein interessantes Einsteiger-Buch über PostgreSQL. Ausgerechnet ich! Weil ich sonst nie irgendwas gewinne!

Ganze vier Leute lauschten dann meinem Vortrag, von denen ein Teil vorzeitig wieder ging. Zugegeben, ich war nicht gut vorbereitet, und wie gesagt auch nicht sonderlich fit, und las daher hauptsächlich von meinen Folien ab. Aber hey, immerhin redete ich nicht vor leeren Stuhlreihen 😉 Der Venty aus der Schweiz ergänzte noch mit ein paar Dönekes; er war vor Jahren Fido-Sysop gewesen. Mit ihm habe ich mich danach noch sehr nett unterhalten. 🙂

Ab 18:00 Uhr gab es dann noch einen „souschl ivent” nebendran in einer Museumshalle. Die Veranstalter hatten einen „Pizza-Proxy” eingerichtet: Man bestellte eine Pizza, ein Pasta-Gericht oder einen Salat von einer einzigen Karte, und die Bestellung wurde an eine von vier Pizzerien weitergegeben, die sich vorher dazu bereiterklärt hatten, bei der Versorgung mitzuhelfen. Die Preise waren äußerst günstig, und die kleine Pizza Salami, die ich mir gekauft hatte, war recht gut. Drei der vier Anbieter meldeten zwar nach einiger Zeit Land unter (oder quasi einen DDoS), und die Lieferungen dauerten eine Weile, aber es wurden alle versorgt.

Gegen halb zehn brach ich dann zusammen mit oerb aus dem Chaosdorf auf. Er fuhr mich noch nach Hause, und im Auto bin ich fast schon eingeschlafen. Das ließ immerhin auf genügend Schlaf hoffen, denn ich wollte ja wieder um 7:00 Uhr aufstehen.

Sonntag, Tag 2

OpenRheinRuhr RIM Oberhausen

Ich fuhr wieder mit der ERB nach Oberhausen, wo ich als erste am Chaosdorf-Stand eintraf. Es gab nochmal ein paar nette Gespräche, unter anderem besuchte uns der Hermann Wiese. Der Tag verlief insgesamt recht ruhig, es gab wohl auch weniger Besucher. Stattdessen besuchten sich, soweit ich das sehen konnte, vor allem das Standpersonal gegenseitig. 😉

Aber eine schöne Überraschung für mich gab es noch. Und zwar lief bereits seit dem LinuxTag letztes Jahr ein Dispute wegen meines Namens bei CaCert. Ich Dummerchen hatte mich nämlich mit meinem Mädchennamen eingetragen und war damit auch tatsächlich von einigen Leuten bestätigt worden — bis einem „Profi-Assurer” auffiel, daß das so ja mal überhaupt nicht geht. Denn ich muß mit dem Namen eingetragen sein, wie er im Personalausweis steht. Also wurde ein Dispute eröffnet, und solange der offen war, konnte ich zwar weiter assuren, aber niemand durfte mich assuren.

Schon auf dem LinuxTag in diesem Jahr, als der Dispute ein Jahr alt wurde, hatte ich darauf gehofft, daß die Sache endlich bereinigt wird, denn eigentlich geht es ja nur um eine Namensänderung. Der Arbitrator („Sachbearbeiter”) entschied, daß mich ein paar Leute neu assuren sollten, die mich vorher noch nicht assured hatten, aber diese Leute sollten ihm erst eine Mail schicken, bevor sie die Bestätigung bei CaCert eintragen. Keine einzige dieser Mails war jedoch eingetroffen!

Praktischerweise war der Arbitrator diesmal wieder anwesend, und diesesmal wurde nach drei neuen Assurances und einem langen Gespräch zwischen ihm und demjenigen, der den Dispute eröffnet hatte, die Namensänderung eingetragen. Damit war die Geschichte auch endlich mal erledigt. Aber 16 Monate für eine Namensänderung ist schon heftig. Wenn ich meinen Mädchennamen dann doch irgendwann endlich mal zurückholen kann, muß ich hoffentlich nicht nochmal so lange warten.

Insgesamt fand ich es eine sehr angenehme Veranstaltung. Es gab nur wenig zu kritisieren, und nichts davon war wirklich störend. Ich hatte noch angeregt, beim nächsten Mal einen oder zwei asiatische Lieferanten in den Pizza-Proxy mit einzubinden, damit zum einen die Auswahl größer wird und zum anderen keiner der Lieferanten überfordert ist. Außerdem sollten wir uns vom Chaosdorf doch mal noch was ausdenken, was wir am Stand vorzeigen können, auch wenn das recht schwierig ist — das meiste, was im Dorf läuft, sind wohl Programmierprojekte. Aber wer weiß, vielleicht habe ich bis zum nächsten Jahr eine vorführfähige Mailbox fertig. 😉

Wir sehen uns dann sicher bei der OpenRheinRuhr 2011!

Ein Kommentar zu “OpenRheinRuhr 2010”

  1. Michael Spahn quakte:

    Sehr schöner Beitrag, aber 2 Leute wurden beim Proxy leider nicht versorgt. :/

    Aber am Ende ging ja noch alles gut.

    Bis zum nächsten Mal. 🙂

    Liebe Grüße,
    der Pizza-Proxy Mensch des NOCs


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