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Zuständigkeit für eine Baustelle (5)

6. April 2011 um 16:05 Uhr von Atari-Frosch

Das Drama um die Kommunikations(un)fähigkeit der Rheinbahn setzt sich fort, wenn auch sehr spät. Auf meine E-Mail vom 9. März erhielt ich gestern einen Brief, der das Datum 23. März trägt, aber den Poststempel 4. April; das ist ja eine wirklich blitzartige Bearbeitung dieser ach so unbequemen Anfrage.

In diesem Brief wiederum zeigt mir die Rheinbahn mit schönen Worten, daß ihr mein eigentliches Anliegen scheißegal ist, daß sie mich über die Ursachen der Probleme nicht informieren will und daß ich doch bitte froh sein solle, die Straßenbahn direkt vor der Türe nutzen zu können. Und das sieht dann so aus:

Baumaßnahme „Fürstenplatz”

Sehr geehrte Frau Becker,

es tut uns Leid, dass Sie mit unserer Antwort unzufrieden sind. Ihre erneute E-Mail haben wir erhalten. Ihre Verärgerung über die durchgeführten notwendigen Baumaßnahmen, bedauern wir sehr. Gerne gehen wir noch einmal auf Ihre Fragen ein.

... um genau das nicht zu tun. Und das mit der Kommasetzung haben sie immer noch nicht gelernt. Das allein ist ja schon peinlich.

Dass wir die Anwohnerinformation „direkt in den Altpapier Container gekippt” haben, weisen wir ausdrücklich zurück. Ebenso, wie dass unsere Antwort „durch einen Praktikanten aus Textbausteinen irgendwie zusammengesucht” wurde.

Altpapier-Container schreibt man mit Bindestrich oder zur Not ganz zusammen, aber nicht in zwei Worten. Ich habe doch gar nicht behauptet, daß die Rheinbahn selbst die Infozettel da reingekippt haben könnte. Mir war aber gesagt worden, daß die Verteilung im Auftrag der Rheinbahn gemacht worden sei, also eben gar nicht von der Rheinbahn selbst. Und daß solche Aufträge an externe Firmen gern schonmal mehrfach an nach immer schwächere Marktteilnehmer durchgereicht werden, sodaß am Ende vielleicht noch ein Schüler oder ein Rentner die Arbeit macht, ist ja nun auch nichts Neues und sollte auch der Rheinbahn bekannt sein, auch wenn sie ihre Sub-sub-sub-Unternehmer vermutlich nicht weiter überprüft (wer macht das schon).

Wenn diese Briefe nicht von Angelernten geschrieben werden, sind der Mangel an Rechtschreibung und Zeichensetzung sowie die Pauschalität der Aussagen umso peinlicher für eine Abteilung, die sich „Kundendialog” nennt.

Eine Aussage zur Telefoninformation bei der Stadt Düsseldorf können wir nicht treffen. Die Stadt Düsseldorf ist ein eigenständiges Haus.

Zur eigenen Telefonzentrale, die nicht wußte, wer zuständig ist und wohin sie mich verbinden sollte, sagt man einfach mal gar nichts. Auch eine Methode.

Sie können aber versichert sein, dass die Arbeiten immer durch unsere Ingenieure begleitet werden. Diese Fachleute kümmern sich darum, dass keine Probleme an den Mauern der Häuser entstehen oder —wie Sie es nennen— „Mist” gebaut wird.

Das erklärt noch lange nicht den Grund. Daß die beanstandeten Vibrationen bei den letzten Gleisarbeiten nicht vorkamen, wird hier mal locker unter den Tisch fallen gelassen. Das klingt eher so nach dem Motto, unsere Fachleute wissen Bescheid, und Du Bürger kannst das sowieso nicht verstehen, also vertrau denen einfach, die wissen schon, was sie tun. Wenn ich dem vertrauen würde, hätte ich dann nachgehakt?

Sie haben Recht, dass Schäden am Gleis nicht vom Himmel fallen. Die Schienen unterliegen durch die Nutzung einer Abnutzung. Sie müssen zeitweilig, möglicherweise auch durch Aufwalzungen, repariert werden und in Abständen von Jahren auch gewechselt werden.

Sagte ich nicht schon, daß ich das weiß? Es gibt sogar gesetzliche Regelungen dazu, wie oft Gleise ausgetauscht werden müssen. Wenn bekannt ist, daß die Gleise eine so hohe Abnutzung haben, dann sollte man vielleicht doch mal drüber nachdenken, ob die eingesetzte Kombination aus Fahrzeugen und Gleismaterial sinnvoll zusammenpaßt, oder ob man vielleicht an einer Stelle etwas ändern sollte. Wie gesagt, einen etwa jährlichen Austausch von Gleisen kann mir insbesondere nach fünf Jahren ohne derartige Arbeiten niemand erklären! Es gab auch keine Anschaffung von deutlich schwereren Fahrzeugen in dieser Zeit.

Für den Ihnen versprochenen Flüsterasphalt hat unser Haus keine Zuständigkeit.

Dann sollte ich doch nochmal bei den Grünen Bilk nachfragen, woher die Information mit dem Flüsterasphalt kommt. Denn auch dabei wurden die Gleise rausgerissen, was für eine Asphalt-Neu-verlegung doch eigentlich gar nicht nötig sein sollte. Außerdem wurde Flüsterasphalt im Gegensatz zu dem, was Christine in dem verlinkten Kommentar schreibt, bereits seit 2007 testweise eingesetzt, muß also im April 2008 bereits bekannt gewesen sein.

Für die Ihnen entstandene Belästigung in den beiden Bauphasen, aber auch für Ihre Sorgen, können wir uns bei Ihnen nur noch vielmals entschuldigen. Wir hoffen, dass Sie jetzt in aller Ruhe auch wieder die Vorteile der Bahnstrecke vor Ihrer Haustüre nutzen können.

Mit freundlichen Grüßen
Rheinbahn AG

(zwei Unterschriften)

Was die Rheinbahn weiterhin unterschlägt, ist die Tatsache, daß auch bei den vorherigen Baumaßnahmen keine Informationen an die Anwohner verteilt wurden. Da wurde wohl immer der gleiche externe Auftragnehmer beauftragt, der die Infozettel immer auf die gleiche Weise „verlor”?

Übrigens stimmte auch die Aussage aus dem letzten Schreiben nicht, wo es hieß:

Durch die Gleisarbeiten werden wir eine sehr hohe Geräuschminderung erzielen.

An der Lärmentwicklung der vorbeifahrenden Straßenbahnen, nicht nur auf der Gleiskreuzung Helmholtz-/Hüttenstraße, hat sich genau gar nichts geändert.

Ich denke mal, nächstes Mal spare ich mir die Mails an die Rheinbahn und schreibe nur noch Blogeinträge. Die Rheinbahn hat ja jetzt sehr ausführlich gezeigt, daß kritische Anfragen nur stören und man sie auf keinen Fall erschöpfend beantworten möchte. Wie heißt es so schön? Danke für's Gespräch.

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