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Das Geld der anderen

19. Mai 2011 um 18:11 Uhr von Atari-Frosch

Während man die Zwangsverarmten mit gnädigen 5 € pro Monat gegenüber dem Vorjahr abspeist, was einer Steigerung von 1,393 % entspricht, bekamen im selben Zeitraum die Vorstände der DAX-Unternehmen locker-flockige 28 % mehr Jahresgehalt. „Mit dem Ende der Wirtschaftskrise nähern sich die Gehälter damit den Spitzenwerten von 2007 an.”, schreibt die Tagesschau.

Ich erinnere mich an 2007. Das war das Jahr, in welchem der Sozialsatz um ganze zwei Euro erhöht wurde, während die Lebensmittelpreise kräftig stiegen. Gleichzeitig bedienten sich die Bundestagsabgeordneten schamlos aus Steuergeldern und erhöhten mal eben ihre Diäten um das doppelte dessen, was sie uns pro Monat gönnten.

Wenn man nachfragt, warum Firmen-Manager denn so viel Geld bekommen, dann hört man was von der ach so großen Verantwortung, die sie tragen. Das Dumme ist nur: Wenn sie zu dieser Verantwortung gezogen werden, wird ihnen nicht etwa ein Teil dieses Geldes wieder abgenommen oder auch nur ihr Gehalt gekürzt. Die Behauptung, diese Riesen-Gehälter hätten etwas mit Verantwortung zu tun, ist also völlig aus der Luft gegriffen. Denn den Preis dafür, wenn sie Mist bauen, zahlen dann doch wieder Steuerzahler, Arbeitnehmer und Transferleistungsbezieher.

Man hört auch, sie würden für dieses Wahnsinns-Geld doch viel mehr arbeiten als ein kleiner Angestellter oder ein Fabrikarbeiter. Aber ist es unser Problem, daß diese Leute nicht delegieren können und meinen, alles selbst machen zu müssen?

Und selbst wenn sie einen 16-Stunden-Tag und nur 20 Tage Urlaub im Jahr haben (was ich nicht glaube): Der Stundensatz, der dabei rauskommt, ist durch nichts zu rechtfertigen. Schon gar nicht, wenn gleichzeitig Millionen von Menschen so arm gehalten werden, daß sie de facto einen Teil ihrer Grundrechte verlieren.

Nehmen wir mal den Höchstverdiener unter den deutschen Managern, Jochen Zeitz von der Firma Puma (wie im Tagesschau-Artikel erwähnt). Er bekommt laut Manager Magazin 9,82 Millionen Euro pro Jahr. Nehmen wir mal einen de-facto 12-Stunden-Tag und 6 Wochen Urlaub an, dann kommen wir auf 230 Arbeitstage zu je 12 Stunden. 260 Arbeitstage hat das Jahr, Sa + So nicht mitgerechnet; davon gehen noch 30 Tage Urlaub ab. Für die Dippelschisser: Ja, es fehlen ein paar hohe Feiertage, dafür kommt vielleicht doch mal der eine oder andere Wochenend-Tag dazu.

Also: 230 Tage * 12 Stunden/Tag = 2.760 Stunden im Jahr. Nun teilen wir das Gehalt auf diese Stundenzahl auf: 9.820.000 € / 2.760 Arbeitsstunden = 3.557,97 € — pro Stunde! Wenn er weniger arbeitet, als ich hier angesetzt habe, steigt der Stundensatz noch. Er bekommt also pro Stunde so viel wie ein guter Facharbeiter pro Monat! Das kann man niemandem mehr verständlich machen, warum das so richtig sein soll — jedenfalls nicht, solange sich auf der anderen Seite Menschen für wenige Euro pro Stunde den Arsch aufreißen, um sich einigermaßen durchzubringen und sich dann trotzdem noch vom ARGE schikanieren lassen müssen.

31 Kommentare zu “Das Geld der anderen”

  1. Fjunchclick quakte:

    Wie viel so manch hochbezahlter Manager arbeitet,sieht man am Beispiel Thilo Sarrazin. Der meinte in einem Interview, dass er genug Zeit hatte um sein Buch zu schreiben, weil sein wöchentliches Arbeitspensum als Vorstand der Bundesbank im Allgemeinen am Dienstag Mittag erledigt war.

    Und das Argument „Verantwortung“ ist wirklich nur lächerlich. Diese „Leistungsträger“ sind sogar gegen ihre eigene Unfähigkeit versichert. Wohingegen jeder kleine, unterbezahlte Arbeiter für seine Fehler geradestehen, und diese in der Regel mit dem Verlust seines Jobs bezahlt. Und der bekommt dann auch keine Pension, gegen die ein Sechser im Lotto wie ein Almosen wirkt.


  2. seben quakte:

    Unabhängig davon, ob die Managmentgehälter gerechtfertigt sind oder nicht. Zu jammern, weil der Harz4-Satz nur um 5€ gestiegen ist und von Zwangsverarmung zu sprechen, empfinde ich als ungerechtfertigt. Es steht jedem – auch dir – frei, sich um ein eigenes Einkommen durch Arbeit zu kümmern oder es eben bleiben zu lassen und am Existenzminimum weiter zu leben. Harz4 ist nicht als dauerhafte Lebenssicherung, sondern als Überbrückung gedacht.

    Ich verfolge deine Beiträge nun schon seit längerer Zeit und muß bei dir ein sehr ausgeprägtes Anspruchsdenken feststellen. Du hast dich mit deiner Behauptung psychisch erkrankt zu sein, in ein ziemlich trauriges Leben eingerichtet. In deinen Beiträgen lamentierst, schimpfst und schlägst zeitweise ein recht üblen Ton an. Du hast dir in deiner vielen Freizeit ein Feindbild zusammengebastelt und darüber vergessen, dass es nicht Sache deiner Mitmenschen ist, für dein Lebensunterhalt aufzukommen.
    Das bedingungslose Grundeinkommen wäre für dich und für andere deines Kalibers eine feine Sache. Könntest du dich dann noch entspannter in deiner kleinen Welt zwischen Bett, Kühlschrank und Computer einrichten.

    Es ist schon traurig zu sehen, dass du deinen Platz in der Gesellschaft nie gefunden hast und als Teenager offenbar in der Entwicklung zu einen wertvollen Mitglied unserer Gesellschaft, hängen geblieben bist.
    Im Grunde spricht nur Verbitterung über und Unzufriedenheit mit deinem eigenen Leben aus deinen Beiträgen. Bedauerlich!


  3. seben quakte:

    P.S. Mir ist immer noch nicht klar, wieso dein Blog im Debianforum-Planet zu finden ist. Deine Beiträge haben doch rein gar nichts mit Linux zu tun.


  4. Anonymous quakte:

    So produktiv kann kein Meschn sein um tausende Euro pro Stunde das ganze Jahr über so bekommen…


  5. Fjunchclick quakte:

    @seben
    Ich hoffe, du schaffst dann bald die fünf Millionen Arbeitsplätze und sorgst für vernünftige Löhne, damit jeder die Möglichkeit bekommt, von seinem eigenen Einkommen zu leben. Abgesehen von den Menschen, die gar keine Arbeit haben, verdienen nämlich mehr als 20% von denen, die eine haben trotzdem so wenig, dass sie davon allein nicht leben können.
    Schön für dich, dass du offensichtlich Glück hast und es bei dir nicht so ist.

    Und wenn du dich ein wenig schlau machen würdest, wüsstest du übrigens auch, dass es beim df-Planeten keine Themenbeschränkung gibt. Was ich übrigens sehr schön finde, denn das Leben besteht nun mal nicht nur aus Linux.

    @Anonymous
    Ja, die Leute in den Chefetagen kriegen eben für das bezahlt, was andere leisten. Der Chef von Porsche hat ja auch noch nie ein Auto gebaut oder verkauft. Trotzdem bekommt er hundert mal so viel bezahlt wie die Leute, die dort produktiv arbeiten und damit dafür sorgen, dass Geld in die Kasse kommt.

    Das Motto der FDP erklärt das doch ganz gut: „Arbeit muss sich wieder lohnen!“
    Was nichts anderes heißt, als dass die einen arbeiten müssen, damit es sich für die anderen lohnt.


  6. X-Device quakte:

    Volle Zustimmung an Seben.

    Außerdem ist es falsch, dass sich der ALG-II-Regelsatz „nur“ um fünf Euro erhöht hat. Zusätzlich werden nämlich jetzt noch die Kosten für die Warmwasseraufbereitung übernommen, die gut und gerne mal bis zu 30 Euro betragen können, womit man bei einer „Gesamterhöhung“ von bis zu 35 Euro wäre.

    Und ich finde, dass das übertrieben ist…


  7. Fjunchclick quakte:

    @X-Device
    Die Pauschale für die Warmwasserbereitung beträgt 8 Euro, nicht 30.


  8. Lord_Pinhead quakte:

    @seben
    Da muss auch ich dir recht geben das Frosch einfach nur über reagiert und das mehr als einmal.

    @frosch
    Ich arbeite 42 stunden die Woche, Plus das was ich für die selbständigkeit noch nebenbei mache. Ich hab selten mehr als 1200€ NETTO in der Tasche. Wenn ich dann auf die Abzüge für die sozialbeiträge sehe, von dennen ich eigentlich nichts haben werde wie Rechte und Pflegegeld, und muss mir Sprüche von dir oder andern anhören das harz4 Leute schon sowenig haben und blablabla, meinst du da kommt mir nicht leicht die galle hoch? Du kannst Arbeiten im sitzen, im stehen, von daheim aus usw. Aber das wäre ja Arbeit oder?

    Ich will mal den Tag erleben, an dem du bloggst: endlich eine Arbeit, tschüss arge

    Aber Ne, da wird lieber die Bild Zeitung gelesen um noch dümmer zu werden, sinnlos Steuergeldern mit anzeigen verschwendet und kostbaren Speicherplatz mit nichts gefühlt. Deinen Beitrag hättest du im elo Forum machn können mit Aufruf zu einer Unterschriften Aktion zur Diäten Senkung. Aber wer macht dann den Scheiss job Politiker? Du?

    Um es mal mit den Worten eines fast neuen arbeitskollegen zu sagen: Für die kümmerlichen 63.000€ im Jahr fange ich hier nicht an.

    Halte dir doch mal nen Spiegel vor, und vergleiche dein verhalten mit dem was du von andern erwartest.


  9. Tonnie quakte:

    @Seben und @lord_pinhead Verstehen tut ihr wohl gar nix das ausserhalb eurer o so tollen Lebenslage liegt? Einfach mal aufn Punkt, wer Arbeiten kann kann das nicht immer und wer nicht Arbeiten kann wird nicht nur in D als der letzte Dreck behandelt. Die Gesellschaft in die Ihr beiden lebt ist keine mehr auch nicht fuer euch wenn es euch mal dreckig geht!

    Vertieft euch mal in diesem Thema oder besser noch, versucht mal von so wenig Geld zu überleben und kommt dann nochmal hierher und oeffnet eure grosse Klappe!


  10. Senfberg quakte:

    Da sieht man mal wieder wie korrumpiert die Weltbilder bereits sind. Das vorhandene Gesellschaftssystem wird per se als gerecht angesehen und selbst diejenigen, die ebenfalls am eher unteren Zipfel unseres Erwerbssystems stehen, blicken verächtlich auf andere herab, die drei Millimeter tiefer angesiedelt sind.

    @Seben und @lord_pinhead, anstatt in diesem Rahmen zu versuchen euer Weltbild zurecht zu rücken, möchte ich euch nur kurz bitten, solch diffamierenden Pauschalurteilen zu unterlassen und doch künftig bitte auf konkrete Kritik u. Kommentare von Frosch einzugehen. Diese halten nämlich auch einer intensiven und genauen Prüfung stand.

    Vorurteile, Allgemeinplätze und Diffamierungen helfen nicht weiter und sagen lediglich etwas über die soziale Kompetenz der Schreiber aus, was mich in den beiden Fällen Seben und Lord_pinhead jedoch eher abstößt.


  11. Tonnie quakte:

    @seben „Im Grunde spricht nur Verbitterung über und Unzufriedenheit mit deinem eigenen Leben aus deinen Beiträgen. Bedauerlich!“

    Bedauerlich ist hier nur dein Verhalten! Du hast wie du sagst einiges gelesen in diesem Blog aber offensichtlich das meiste nicht verstanden! Frosch ist gesundheitlich nicht in der Lage zu arbeiten und an dieser Situation wird sich (es sei denn es gibt ein Wunder) nichts ändern!


  12. frosch quakte:

    @seben: Ja, offiziell ist Hartz IV nur als Überbrückung gedacht. Warum aber setzt man dann den gleichen Satz auch für die Bezieher von Grundsicherung an, bei denen klar ist, daß sie mittel- bis langfristig davon abhängig sein werden? Tatsächlich hat ja kürzlich der Leiter der Bundesarbeitsagentur, der sicher nicht im Verdacht steht, Zwangsverarmte in Schutz nehmen zu wollen, kürzlich erst festgestellt, daß nur Lebenskünstler dauerhaft davon leben können. Und doch wird es Millionen von Menschen zugemutet, davon zu leben.

    Du störst Dich an meinem Ton? Meinst Du also, daß Hartzer jegliche Schikanen und Demütigungen, auch über viele Jahre hinweg, einfach so hinzunehmen haben?

    Ich habe es schon ausführlich berichtet, was es da schon so alles gab: von der expliziten Aberkennung der Grundrechte (November 2000: „Grundrechte gelten für Sie nicht. Sie sind bedürftig.”) über vier Monate ohne Strom und warmes Wasser und den Verlust einer Wohnung nach monatelang verschleppten Verfahren und vielfach verloren gegangen wordenen Unterlagen, über auch danach wiederholter unterlassener Hilfeleistung im Amt und Lügen sowie Verschweigen meiner Rechte, ungerechtfertigte Kürzungen („wenn Sie in der Klinik sind, brauchen Sie kein Essensgeld, Sie werden ja dort versorgt” — eine beliebte Kürzungsbegründung, die mittlerweile von einem hohen Gericht kassiert wurde, ich müßte nachsehen, wann und welches Gericht), und dann später wieder Lügen, Nachspionieren, Berufsgeheimnisträger aushorchen, Sozialgericht anlügen bis hin zur völligen Ignoranz höchstrichterlicher Entscheidungen.

    All das soll ich einfach so hinnehmen? Das hätten sicher manche gerne.

    Die Tatsachenbehauptung, ich würde nur behaupten, psychisch krank zu sein, kannst Du sicher belegen? Selbst die Psychiater, die mir letztes Jahr eine Arbeitsfähigkeit unterstellten, wo keine ist, sind nicht der Meinung, ich sei gesund. — Nein, kannst Du natürlich nicht, die Behauptung brauchst Du nur zur Aufrechterhaltung Deines WeltBILDes.

    Würdest Du jemanden einstellen, der bei der ersten etwas heftigeren, lautstarken Diskussion in Tränen ausbricht oder einen Nervenzusammenbruch erleidet? Jemanden, der, weil ein starker Zeitdruck herrscht, wie der Ochs vorm Berg vor einer längeren Doku sitzt und sie nicht verstehen kann, weil er nach dem dritten Absatz spätestens vergessen hat, was im ersten stand? Oder jemanden, der nach ein paar wirklich anstrengenden Tagen erstmal für eine Woche komplett ausfällt? Jemanden mit einem Dauer-Burnout? Nein? Dann erzähl mir nicht, ich solle mir Arbeit suchen.

    Anspruchsdenken? Ich beanspruche nicht mehr und nicht weniger als das, was laut Grundgesetz jedem Menschen in diesem Land zusteht. Zumindest theoretisch. Dazu muß ich übrigens nicht für die Wirtschaft (das ist nicht gleichbedeutend mit „für die Gesellschaft”!) nützlich sein, wie ich schon mehrfach betont habe. Die Idee, die ich insbesondere hinter den Art. 2 und 12 GG erkenne, ist eher die, daß man den Menschen erstmal genügend Freiheit einräumen muß — und dazu gehört die Existenzsicherung ohne Angst —, damit sie für die Gesellschaft (nicht zwangsweise für die Wirtschaft!) nützlich werden können.

    Verbitterung und Unzufriedenheit? Darauf kannst Du wetten. Verbitterung, weil mir all mein Wissen, all mein Können, mein hoher IQ und zwei Ausbildungen wirtschaftlich und finanziell einfach mal gar nichts nützen, weil die nötige Konzentrations- und Leistungsfähigkeit fehlen. Verbitterung, weil mir vor über neun Jahren dauerhaft die Chance genommen wurde, mein Leben selbst zu bestimmen. Und noch mehr Verbitterung, wenn mir das dann auch noch vorgeworfen wird.

    Als Teenager wollte ich mich übrigens wegen jahrelangem exzessivem Mobbing in der Schule umbringen. Wäre Dir das lieber gewesen?


  13. frosch quakte:

    @seben: Den Eintrag im Debianforum-Planet mußt Du mit den Betreibern dort diskutieren. Wende Dich am besten an Dunkelangst, der mich dort eingetragen haben wollte. Er wird Dir sicher passend antworten. Und dafür, daß Du meine Beiträge über Linux (zuletzt: Mumble mit Nebenwirkungen) übersiehst, kann ich ja nun wirklich nichts.


  14. frosch quakte:

    @Lord_Pinhead: Auch an Dich geht die Frage, ob Du nach dem, was ich alles erleben mußte und worauf ich gern verzichtet hätte, immer noch ruhig und brav alles hinnehmen würdest.

    Dafür, daß Du so wenig Geld für Deine Arbeit bekommst, können Zwangsverarmte am wenigsten. Das hast Du dem Gas-Gerd zu verdanken, der Deutschland zum größten Niedriglohn-Land von Europa machen wollte und das offenbar wunderprächtig hingekriegt hat. Und den christlichen Parteien, die überhaupt kein Interesse daran hatten und haben, daran etwas zu ändern. Tritt also nicht auf die, die noch mehr Pech hatten, sondern halte Dich an die Verursacher.

    Weshalb ich nicht erwerbsfähig bin, habe ich bereits in meiner Antwort an seben erläutert.

    Den Tag, an dem ich bloggen kann: Endlich kann ich wieder arbeiten, und tschüß, ARGE — ja, über den würde ich mich auch freuen. Das wäre der Tag, an dem ich mir einen Gewerbeschein holen würde, denn auf dem Arbeitsmarkt rechne ich mir keine Chancen mehr aus. Ich bin ein aktiver und kreativer Mensch, und Nichtstun widerstrebt meiner Natur. Umso verletzender ist es, wenn dann Leute wie Du, seben und X-Device ankommen und mir erzählen wollen, ich bilde mir meine quasi Behinderung (GdB 30, übrigens) nur ein und sei einfach nur zu faul.

    Zur Politik: Ich bin Mitglied der Piratenpartei Deutschland, und wenn meine Leistungsfähigkeit das hergeben würde, hätte ich mich am letzten Wochenende gern für ein Parteiamt im Bundesvorstand beworben. Und wenn’s „nur” Kassenprüfer wäre. Einer politischen Partei (oder auch einem beliebigen Verein) ist aber nicht damit geholfen, wenn jemand in ein Amt gewählt wird, der voraussehbar gesundheitsbedingt unzuverlässig ist. Hier ist mein Verzicht schlicht Verantwortungsbewußtsein. Stattdessen versuche ich, mich mit Ideen und Beiträgen in zwei Arbeitsgemeinschaften einzubringen. Und das Schöne ist: Ich muß mich für meine Einschränkungen dort nicht rechtfertigen.

    Wer streut übrigens das Gerücht, ich würde die BILD-Zeitung lesen? Weil ich mal ein paar wenige Artikel von dort ausführlich kommentiert habe? Ich sehe das Hetzblatt regelmäßig an Zeitschriftenständern, und ansonsten sehe ich hin und wieder Hinweise auf Twitter. Ich käme nie auf die Idee, dieses Hetzblatt regelmäßig zu lesen, da würde mir ja ständig übel.

    Was ich erwarte? Einfach nur die Grundrechte. Mehr nicht. Wenn das geregelt ist, komm ich alleine klar.


  15. Fjunchclick quakte:

    Ja, solche Einstellungen wie die von seben und Co entstehen eben, wenn der eigene Horizont nicht über BILD, RTL und die Kumpels aus dem Fitness-Studio hinausgeht.
    Am besten einfach ignorieren, es lohnt nicht.


  16. Senfberg quakte:

    Aber um noch einmal auf das Ausgangsthema zurück zu kommen, ist es nicht bezeichnend, dass deine Kritik an diesen astronomischen Gehältern kein Echo findet und stattdessen an deiner „Produktivität“ herum gemäkelt wird? Dabei werden die Unterschiede doch umso klarer, wenn man sich noch mal dein Beispiel ansieht. Bei einem Gehalt von 3.557,97 pro Stunde oder 59,29 pro Minute oder knapp ein Euro pro Sekunde müsste die Abkopplung der Verhältnismässigkeiten doch eigentlich evident werden.

    Dass es den Würdenträgern und Verteidigern sehr gut gelungen ist, ihre Position im Unrechtssystem zu verteidigen, sieht man daran, dass hier einem, der für 7 Euro pro Stunde arbeitet die Galle hoch kommt, wenn HartzIV-Empfänger berechtigterweise mehr Geld verlangen. Dabei müsste doch allen Anwesenden klar sein, dass eine minimale Umverteilung vom oberen zum unteren Ende hin schon eine Menge mehr Geld für die Leute am unteren Ende bedeuten würde.

    Sprich, wenn Herr Zeitz von der Firma Puma nur auf 1% seines Jahresgehalts verzichten würde, stünde für Bedürftige schon 98.200 Euro mehr zur Verfügung. Aber was ist? Die Umverteilung geht aber in die andere Richtung und wenn das weiter der Fall ist, wird der Hunger unserer „obersten 10.000“ nach noch mehr Geld nur sehr sehr schwer zu stillen sein. Man muss sich dabei auch immer vor Augen halten, dass die Ressourcen unserer Erde endlich sind, während die im Umlauf befindliche Geldmenge steigt. Wird das Geld dann wieder in die Umverteilung von unten nach oben investiert, werden die Lebensbedingungen an beiden Enden noch unverhältnismässiger.

    Und dann bekommen wir irgendwann ein Schreiben von einem Super-Megareichen, der die Erde für seine privaten Zwecke gekauft hat, in dem wir aufgefordert werden, den Planeten binnen Monatsfrist zu verlassen, da sonst rechtliche Schritte folgen. Das haben wir dann von unserer durchgeknallten Wirtschaftsordnung.


  17. seben quakte:

    @ Fjunchclick

    Dein letzter Beitrag offenbart dein Schubladendenken.

    @ Senfberg

    Ich halte das derzeitige Gesellschaftssystem überhaupt nicht per se als gerecht. Es ist nur das beste, was wir im Moment haben. Es liegt an uns es zu gestalten und uns einzubringen, Mißstände aufzudecken und mit Sicherheit auch die exorbitanten Einkommensunterschiede anzuprangern. Was wir nicht tun sollten ist, die Hände in den Schoß zu legen und zu lamentieren, wie ungerecht doch alle mit einem sind.

    Das ich auf andere, hier offenbar auf Frosch und vielleicht deiner Meinung nach auch auf dich, herabsehen würde, ist schlichtweg falsch und zeigt auch wessen Geistes Kinde du bist.

    @ Frosch

    Du hast in letzter Zeit des öfteren aus der Bildzeitung zitiert. Da liegt die Vermutung nahe, dass du regelmäßige Leserin dieser bist.

    Vielleicht später mehr, hab noch zu tun..


  18. frosch quakte:

    @seben Genau einmal in diesem Jahr, nämlich am 19. April = in letzter Zeit öfter? Ah ja.


  19. seben quakte:

    Wie auch immer, es scheint Pflichtlektüre zur Pflege des Feindbildes zu sein.


  20. Senfberg quakte:

    @seben

    das beste was wir im Moment haben gilt immer, für alles in deiner hübschen akuellen Welt, für das Blümlein am Wegesrand und die Schlange dahinter. Hände in den Schoß legen und zugleich bloggen, twittern, recherchieren, unbequem sein geht wohl nicht. Lamento ist Arbeit, das müsstest du doch wissen bist doch bestimmt auch irgendwie medienaffin. Und in dieser Form ist diese Arbeit auch bitter nötig wie man an dieser Unterhaltung sieht. Jetzt sag bitte noch, Frosch soll doch für Firmen bloggen, wo sie das so toll kann, dann haben wir das Klischee voll.

    Kurz noch zum Schubladendenken. Du meinst, man ist doof und stinkt wenn man die Bildzeitung liest oder zitiert? Wie soll man deren Scheußlichkeiten denn dann bitte dokumentieren? Wenn ein Journalist einen Artikel über die Bildzeitung schreibt, ist der dann auch doof und stinkt? Bin ich schwanger, weil ich einen Schwangerschaftstest kaufe?

    Und nein bitte nicht mehr, später, bins eh leid und werd mich ausklinken, wozu ich den anderen am liebsten auch raten würde.


  21. Fjunchclick quakte:

    @Senfberg
    Schön geschrieben.
    Ja, Deutschland ist wohl das einzige Land, in dem die, die wenig haben, weil sie für einen Hungerlohn arbeiten müssen, neidisch sind auf die, die noch weniger haben.
    Anstatt sich zu fragen, warum die Reichen immer reicher werden, die Unternehmensgewinne geradezu explodieren, die Produktivität von Jahr zu Jahr steigt, die Wirtschaft boomt und es trotzdem ausgerechnet den Leuten, die das alles erarbeiten seit 30 Jahren kontinuierlich immer schlechter geht, regen sie sich lieber darüber auf, dass die Armen nicht noch ärmer sind.

    Aber anscheinend sind diese Leute fest davon überzeugt, dass sie mit ihrem eigenen Leben gleich viel zufriedener wären, wenn es den Hartz-4-Empfängern nur endlich dreckig genug gehen würde. Das Leben ist eben gleich viel schöner, wenn es genügend „Schmarotzer“ gibt, auf die man herabblicken kann. Nur, wenn diese es dann jeden Monat erneut schaffen, doch noch irgendwie über die Runden zu kommen, ist das natürlich der eigenen Befriedigung äußerst abträglich. Das schürt dann den Neid und das zeigt man dann auch deutlich, indem man, wo immer möglich, auf diese „Nassauer, die auf unsere Kosten ein schönes Leben führen“ einschlägt.

    OK, ist auch irgendwo verständlich. Würden diese Menschen ihren Zorn nämlich auf die richten, die sich auf Kosten der Arbeiter seit Jahren hemmungslos mit geradezu unglaublichen Gehältern die Taschen vollstopfen, die sich an der von ihnen selbst verursachten Finanzkrise dumm und dämlich verdienen und die für jeden normalen Arbeiter nur Verachtung empfinden, so wäre das ziemlich sinnlos.
    Denen wäre das nämlich völlig egal.


  22. seben quakte:

    @ Senfberg

    Ob du stinkst oder doof bist kann ich nicht beurteilen. Aber du bist offenbar ein ausgemachter Neidhammel, der glaubt zu kurz zukommen. Es liegt alles an dir. Alles. Mit einer gewissen Qualifikation und einer gesunden Portion Leistungswillen, würdest auch du es schaffen sorgenfreier zu leben, ohne anderen auf den Taschen zu liegen (Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass du auch Leistungsempfäger des AA bist).

    @ Fjunchclick

    Wieso soll ich neidisch auf Menschen sein, die finanziell schlechter gestellt sind als ich? Verstehe ich jetzt nicht..
    Auch du ergehst dich genauso wie Senfberg in den Irrtum, dass ich auf andere herabblicken würde.
    Und ja, ich bin stolz darauf mein Leben aus eigener Kraft meistern zu können.


  23. seben quakte:

    Übrigens ist es sehr interessant zu beobachten, wie sich, vereint im Geiste, das Grüppchen der vermeintlich Benachteiligten herausbildet. Immer nach dem Motto „Zusammen sind wir stärker“. Nur das sich hier leichter unangenehme Wahrheiten ausblenden lassen.


  24. Senfberg quakte:

    @ seben

    Nein ich bin weder Leistungsempfänger des AA noch irgendeines anderen staatlichen Organes. Stellt das nun deine Einschätzung auf den Kopf? Und welche Sorgen unterstellst du mir? Geldsorgen? Da bist du allerdings völlig auf dem Holzweg.

    Und ich lese auch hin und wieder die Bildzeitung, aber meist nur um zu erfahren, wie deren Version einer Story ist, verglichen mit Zeit, Taz, Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Rundschau etc.. Das sagt aber nur aus, dass ich an politischen Themen interessiert bin und mich nicht auf eine Nachrichtenquelle festlege.

    @Fjunchclick
    Danke und was deine Antworten an seben anbetrifft, kann ich dir nur Recht geben.


  25. frosch quakte:

    @seben Du darfst gern froh darum sein, Dein Leben aus eigener Kraft meistern zu können. Morgen ein Unfall, und es ist damit vorbei. Oder eine Depression, die kann nämlich jeden treffen, jederzeit. Ob Du dann immer noch so stolz bist?

    BTW, Senfberg, den ich persönlich kenne, ist selbständig.

    Wieso glaube ich, daß Du, sofern Du wählen gehst, FDP wählst? Die glauben auch immer daran, daß Solidarität nicht nötig ist und jeder für sich allein seines Glückes Schmied sein kann.


  26. Senfberg quakte:

    @ Frosch

    Davon würde ich bei seben nicht unbedingt ausgehen (dass er sind Leben aus eigener Kraft meistert). Vielleicht hat er diesen Schritt noch vor sich, wohnt noch bei seinen Eltern und stößt sich noch die Hörner ab. Scheint ja ziemlich jung zusein und das meiste an Bildung noch vor sich zu haben. 😉


  27. seben quakte:

    @ Senfberg

    Doch, doch… Aber weder das erste, noch das zweite und überhaupt nicht mehr das dritte. Aber gut zu wissen, dass ich noch so jugendlich wirke.

    @ Frosch

    Wenn morgen Unfall, dann habe ich dafür genügend Weitblick bewiesen.


  28. Tonnie quakte:

    Whahahaaaa Weitblick, @Seben du kannst noch nichtmal über die Bordsteinkante gucken.

    Du Trollst oder hast ein ganz gefährliches Weltbilt entwickelt!

    Frosch, ich rate dir den Seben auf seinen Weg zu schicken in die Trollgrube!


  29. frosch quakte:

    @seben zum Thema Weitblick: Nein, wenn Du morgen einen Unfall hast, dann hattest Du vorher das Glück gehabt, dafür vorsorgen zu können. Du merkst es immer noch nicht, oder?


  30. seben quakte:

    @ Tonnie

    Was bist du denn für einer? Was für ein gefährliches Weltbild habe ich denn?

    @ Frosch

    Eigeninitiative ist das Zauberwort, auch für dich.


  31. schildkröte52 quakte:

    ich bin hier zufällig gelandet.Die Auseinanderseung habe ich nur überflogen.
    Ich weiss,dass es viele Vorurtele gegen Menschen mit Behinderung oder chronischer krankheut gibt.
    Ich hab aber soeben – auch zufällig – Teile aus einem Buch gelesen,das den Titel trägt
    „Zwangsverarmung“von Behinderung aus dem Jahre 2002,herausgegeben bei b_books Berlin.
    Was immer ich schon ahnte,wird hier deutlich beschrieben.Die Gesetze und Verordnungen,soweit sie Behinderte betreffen,sind so gestrickt,dass man Behinderten unterstellt,sie wollten sich bereichern.Ich hab jetzt kein Zitat parat,aber von Verwirklichung der Grundrechte kann man bei Behinderten nicht immer sprechen.Oder Beispiel Mobilität:Freie Arztwahl geht nicht,wenn man im Rollstuhl sitzt.70-80%aller Arztpraxen sind nicht mit dem Rollstuhl barrierefrei erreichbar,weil es keinen Aufzug gibt.
    Und ich als Schwerhörige muss viel Glück haben,wenn ich einem Arzt begegne,der auch wirklich soweit deutlich spricht,dass ich ihn verstehen kann.Aber was machen Gehörlose ?
    Sie können/wollen nicht immer Dolmetscher mitnehmen.Da gab es tatsächlich mal ein Urteil,dass der Arzt nicht verpflichtet ist,der schwerhörigen Patientin Diagnose und Therapie aufzuschreiben.Seufz! Trotzdem viel Spass bei derweiteren Diskussion ! Tschüss Eure schildkröte


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