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Späte Erkenntnis bei Telefonwerbung

21. Juli 2011 um 14:45 Uhr von Atari-Frosch

Der Bundesrat hat feststellt, daß die bisherigen gesetzlichen Regelungen und ihre Verschärfungen nicht dazu beigetragen haben, unerlaubte Telefonwerbung einzudämmen. ACH! Das merken die auch schon?

Nur mal zur Erinnerung: Es war der Bundesrat selbst, der diesen Pseudo-Verbraucherschutz vor gut zwei Jahren durchgewunken hat, genauso wie vorher schon der Bundestag, damals noch mit Justizministerin „was ist nochmal ein Browser” Zypries. Und bereits damals hatte nicht nur ich gesagt, daß das nichts bringen wird.

Aber auf Leute, die sich auskennen, muß man ja nicht hören. Lieber läßt man der Wirtschaft die „Freiheit”, weiter die Bürger zu belästigen, um ihnen Telefon-, Internet-, Handy- oder Stromverträge, Lottospiele, Weinflaschen und was weiß ich sonst noch alles anzudrehen.

Aus dem gleichen Grund wird ja auch nichts gegen das Listenprivileg unternommen. Lieber läßt man die Belästigung zu, indem man den Datenschutz aufweicht, als den Gewinnmachern irgendwie ins Handwerk zu pfuschen.

Nun hoffen wir mal, daß die späte Erkenntnis auch zu einem Gesetz führt, das wirklich eine Eindämmung bewirkt. Natürlich kann kein Gesetz jemanden daran hindern, massenweise andere Leute anzurufen. Aber wenn die dadurch angeblich zustande kommenden Verträge schriftlich bestätigt werden müssen, dürfte das Geschäft für viele Telefonspammer sinnlos werden. Zusätzlich nötig zu einem solchen Gesetz wäre dann eine breite Aufklärungskampagne, damit Verbraucher nicht trotzdem noch übers Ohr gehauen werden.

Schließlich fehlt dann noch eine europaweite gesetzliche Abstimmung, damit die Spam-Kampagnen dann nicht aus anderen Ländern nach Deutschland schwappen (und umgekehrt natürlich). Ich sehe zwar die Nummer im Display immer noch nicht, aber bei mir rufen regelmäßig Callcenter an, deren Mitarbeiter mit französischem Akzent be'aupten, direkt aus „Fronkraisch” anzurufen, um mir Weine zu verkaufen. Deutsches Recht könnte französischen Telefonspammern natürlich egal sein. Und ein entsprechender Vertrag der EU mit der Schweiz wäre dann vermutlich auch noch sinnvoll.

[Update 2011-07-22 15:15] Jens Ferner hat da auch mal noch was dazu geschrieben: Gesetzentwurf: Kein Vertragsschluss mehr am Telefon ohne Bestätigung [/Update]

2 Kommentare zu “Späte Erkenntnis bei Telefonwerbung”

  1. ulrics quakte:

    Tja passt recht gut. Werde derzeit mutmaßlich wieder von Vodafone belästigt. In den letzten Tagen hatte ich die Nummer 08005889210 zig mal auf dem Display. Hatte schon mehrfach telefonischer Belästigung widersprochen, scheint die nicht zu interessieren. Wollen mich wohl als Kunden zurück gewinnen oder so.

    Habe jetzt Strafanzeige wegen Nachstellung (§238 STGB) aufgegeben und prüfe derzeit zusätzlich eine Unterlassungsklage mit sofortiger Vertragsauflösung und nicht erst ende des Jahres.


  2. Camou quakte:

    Ta und ich soll seit Wochen ein um den Faktor 1000 schnelleres Internet bekommen können. Anrufe sind ohne Nummernübermittlung. Hmmm… Ich hab DSL 16.000, das würd ich gerne sehen: DSL 16.000.000 😉


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