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Rauchverbot

21. September 2011 um 18:23 Uhr von Atari-Frosch

Letzten Sonntag war ich in Berlin, und natürlich ließ ich mir die Gelegenheit nicht nehmen, zur Wahlparty der dortigen Piraten zu gehen. Durch ein Kommunikations- oder auch Organisations-Chaos standen wir dann aber erstmal anderhalb Stunden lang mit etwa 50 Leuten vor dem Veranstaltungsort, dem „Ritter Butzke”. Im Regen, nur von einer Platane notdürftig geschützt. Und natürlich wurde trotz der Enge geraucht, nach dem unausgesprochenen Motto, wer sich gestört fühle, könne ja woanders hingehen oder sich in den strömenden Regen stellen.

Dementsprechend hatte ich dann auch eine Diskussion unter anderem mit @schwarzbart über Rauchverbote. Seine Ansicht: Das könne man vernünftig regeln, und er würde ja Rücksicht nehmen. Verbote und Gesetze seien dafür nicht nötig. Wer will, solle in eine Nichtraucherkneipe gehen, und wer rauchen will, geht halt in eine Raucherkneipe.

Das mit den Kneipen hat Konni Scheller, seines Zeichens Gastwirt, schonmal schön aufgedröselt (auch hier in den Kommentaren zu einem älteren Artikel).

Den Rest hat — leider! — ausgerechnet die Piratenpartei an dem Abend erledigt. Denn als wir endlich in den Partyraum reinkonnten, wurde es sehr schnell sehr voll, und die Luft war schon von Anfang an verbraucht, als hätte man vorher mal eben noch einen gewissen Sauerstoffanteil abgezogen — steigert das Durstgefühl und damit den Umsatz (zumal mitgebrachte Flaschen, sogar leere Pfandflaschen, ersatzlos am Eingang abgegeben werden mußten).

Und in diesem stickigen Raum liefen dann doch tatsächlich Leute mit brennenden Zigaretten rum. Den ersten sprach ich noch an und fragte ihn, ob das sein müsse, in dem überfüllten, stickigen Raum auch noch zu rauchen. Die Antwort:

Das ist nicht verboten! Hätte man halt vorher vereinbaren müssen.

q.e.d. — Rücksicht und Nachdenken ist von einem bemerkbaren Teil der Nikotinsüchtigen nicht zu erwarten. Denn hätte der Herr Raucher nachgedacht, dann wäre ihm selbst eingefallen, daß das einfach keine gute Idee ist (zumal auch kleinere Kinder anwesend waren).

Rauchen muss also verboten werden, will man echten Nichtraucherschutz erreichen.

Noch während der Diskussion sah ich eine zweite brennende Zigarette. Damit war die Party für mich gelaufen, noch bevor die erste Prognose über die Beamer ging. Ich fuhr zu meiner Gastgeberin zurück und schaute mir die Wahlergebnisse im Internet an.

Ihr könnt mich jetzt gern wieder einen militanten Nichtraucher nennen, das ist mir genauso egal wie Euch meine Gesundheit.

13 Kommentare zu “Rauchverbot”

  1. noch ein militanter Nichtraucher quakte:

    Genau so kenn ichs, ich kämpfe mit dir.


  2. Stefan quakte:

    Die Diskussion ist lächerlich, absurd, überflüssig und typisch deutsch. Verbindliches Rauchverbot an allen Arbeitsplätzen (also auch Kneipen Bars, in allen Räumen) und auch inhabergeführten Lokalen. Problem gelöst – nur in Dt. wird so ein Wind gemacht. Das ein Rauchverbot mit absurden Ausnahmen nach Lokalgrößen etc. niemand versteht, aufgrund der fehlenden Nachvollziehbarkeit natürlich weder vollzogen werden kann, noch beachten werden muss (entweder es darf geraucht werden, oder nicht – alles andere funktiniert nicht).

    Das traurige daran ist das Geschwafel der Kneipiers: natürlich wird kein einziges Bier wenifer getrunken, kein Raucher bleibt aus, im Gegenteil. In Bayern stiegen die Umsätze nach dem Rauchverbot, der Konfklikt ist befriedet, niemand beschwert sich, in NRW, dort gibt es viele Ausnahmen für Kneipen, brachen die Umsätze um 4%.

    Kein Raucher wird gezwungen irgendwo einzukehren, atmen muss man (und die Angestellten) hingegen schon. Aktuell raucht doch ohnehin nur noch 10-20% der Leute in Kneipen, um so schneller, um so besser liesse sich ein simples Rauchverbot einfühten, mit dem zwei Wochen danach niemand mehr ein Problem hat.

    Berlin ist diesbzgl. Provinz und Intolerant: in New York, Rom, Stockholm, Madrid, Dublin und Co gehen die Raucher einfach vor die Tür, Lokalitäten werden nicht getrennt, alle können das Lokal ihrer Wahl aufsuchen.

    Im übrigen wurden und werden Rauchverbote ja keineswegs wegen der Nichtraucher erlassen, sondern wegen der Raucher, die keine freiwillige Lösung akzeptieren und diese rauchend torpedieren. Kein NR ist militant, nur weil es seine freie Entscheidung, nicht rauchen zu wollen, geschützt wissen will. Der NR schreibt dem Raucher nicht die Zigarettenmarke vor, umgekehrt soll der NR aber mitrauchen…

    Wir gesagt, Rauchverbot einführen, und gut ist. Einige wenige engstirnige werden schreien, 95% inkl, Raucher kein Problem haben.


  3. Bernd quakte:

    Ich hoffe das Frosch für mich ein gutes Wort einlegt. Ich bin auch ein Raucher ( wenn bei uns im Ruhrgebiet die Schlote nicht mehr rauchen, dann mach ich das 😉 ) aber einer von den „guten“ die auch Rücksicht aus anderen nehmen können. Wenn ich eine rauchen will/muss geh ich an die frische Luft und versuch keinen zu stören.

    Auch Naturschutz ist wichtig, wenn ich mal eine qualm die einen Filter hat dann wird der Filter vom Stummel abgerissen und im Mülleimer entsorgt. Der Rest, wie bei meinen „normalen“ gedrehten auch, wird fein säuberlich ausgetreten und klein gemahlen.

    Das ist auch einer der Hauptgründe warum die Bahn das Rauchverbot in Bahnhöfen eingeführt hat. Weil so ein paar ( paar ist gut, paar Millionen ) Deppen ihren Stummel ins Gleisbett geschmissen haben. Das bekommt man ganz schwer sauber und kostet ein Vermögen!


  4. frosch quakte:

    Tja, lieber Bernd, es melden sich leider auf solche Artikel meist nur diejenigen, die es ja sowieso schon richtig machen. Diejenigen, die keine Rücksicht nehmen und nicht nachdenken wollen, melden sich auch hier nicht, denn sie glauben ja, ihre Rücksichtslosigkeit nicht verteidigen zu müssen, sondern sie einfach ausleben zu dürfen. Ist jedenfalls so mein Eindruck.


  5. TobsenD quakte:

    Rauchen muss also verboten werden, will man echten Nichtraucherschutz erreichen.

    So ein Mist. Rauchen muss nicht verboten werden, gegenseitige Rücksichtnahme ist alles. Ich rauche selber und finde es ok.

    Bei uns zu Hause wohnen 6 Leute, 3 davon Nichtraucher, 3 Raucher. Wir raucher gehen dann halt mal vor die Tür was ist daran so schwer. Macht man in Kneipen und Discotheken ja auch. ( Es riecht ja auch so viel besser wenn es schweißgeruch ist und kein rauch der die Luft in der Disco erfüllt, aber das mal nur so am rande.)

    Wenn die Leute einfach nur gegenseitig rücksicht nehmen würden ist doch alles geklärt, aber das hat man von beiden Seiten nicht immer. Ich nehme ja auch Rücksicht auf Kinder und andere.

    Wenn ich dann aber mal an solche Nichtraucher gerate, welche jetzt der Meinung sind:“der Staat hat ja jetzt den Nichtraucherschutz erlassen nun sollen die Raucher mal gucken wie sie das hinbekommen.“ Und sich dann noch neben mich stellen (am besten im Raucherbereich, Omas können das am besten!) um sich 1 Zigarettenzug später zu beschweren: *Künstliches Husten*“Ihr qualm stört mich, gehen Sie mal wo anders hin!“ *Künstliches Husten* Dann brauchen diese sich nicht wundern wenn Raucher sich so Verhalten.

    Gut ich persönlich Antworte nurnoch, dass diese sich nicht so anstellen sollen, ich sterbe davon und mache auch nicht so einen Aufstand deswegen.

    Just my 2 cents.
    Gruß TobsenD


  6. frosch quakte:

    @TobsenD: Auch bei Dir gilt: Es ist ja schön, wenn’s bei Euch klappt. Leider gibt es zu viele Fälle, in denen es nicht klappt. Warum zum Beispiel müssen Leute in engen, vollen Haltestellenhäuschen bei strömendem Regen rauchen? Warum mußte da bei der Piraten-Wahlparty geraucht werden? Ich stelle/setze mich sicher nicht freiwillig zu Rauchern, aber es gibt immer wieder Situationen, wo ich entweder auf meine Gesundheit oder auf Teilhabe verzichten muß. Und das kann’s nicht sein.

    Falls Du meinen älteren Artikel nicht gelesen haben solltest: Ich vertrage kein Nikotin. Der Hustenreiz, der bei mir schon bei geringen Mengen aufkommt, ist echt, genauso echt wie der tagelange Husten nach Aufenthalt in einem verrauchten Raum und das noch wochenlange Kratzen im Hals danach. Das kann ich mir nicht aussuchen.

    Nicht so anstellen sollten sich mal bitte Raucher, die es sich sehr wohl aussuchen können, ob sie andere schädigen oder nicht. Wenn Dich das nicht trifft, brauchst Du Dich ja nicht angesprochen zu fühlen. Wie ich schon sagte: Diejenigen, die es trifft, melden sich hier ja vermutlich sowieso nicht zu Wort, weil sie keine Argumente haben. „Ich bin halt süchtig, das ist halt so” ist keins (ja, schon gehört).


  7. Stefan quakte:

    Lieber Tobsen,

    das rauchen wird nirgends verboten, lediglich die Beeinträchtigung Unbeteiligter. Natürlich darf man weiterrauchen nur halt nicht drin. Es ist doch lächerlich wenn einige Raucher behaupten dass sie gerne Rücksicht nehmen, wenn dann ein Rauchverbot kommt, wo der Raucher, der ja vorher schon Rücksicht nahm, sich garnicht umstellen muss, wird rumgeheult. Absurd!

    Wer eher immer schon Rücksicht nahm und vor die Tür ging, für den ändert sich nichts. Diejenigen die „gerne Rücksicht nahmen“, dass aber natürlich immer nur dort wo sie sich grade nicht niedergelassen haben, werden sich wohl umstellen müssen. Die, die „gerne Rücksicht nehmen“, das aber in Kneipen nicht tun weil „ja kein Nichtraucher dort hingehen muss“ werden dann die Freiheit haben ihre Zigarette draussen zu haben, und die freie Entscheidung haben aus Kneipen draussen zu bleiben.


  8. Tanja quakte:

    ooo…rauchen soll man generell verboten.
    Mir wird übel und ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich
    neben einem Raucher stehen muss. Dabei braucht er nicht mal zu rauchen.
    Und wenn geraucht wird, dann kann es schon bis zum Erbrechen kommen.
    Und das mit dem künstlichen Husten… Die Raucher wollen es einfach nicht
    sehen, dass einem Menschen davon schlecht wird, also sagen die – künstlich
    und dürfen mit gutem gewissen weiterrauchen, und den anderen dabei verletzen.


  9. HF quakte:

    „Das ist nicht verboten! Hätte man halt vorher vereinbaren müssen.“
    An dieser Einstellung scheitert Vieles – ‚Was nicht verboten ist, ist erlaubt.‘ Wenn nach dieser Maxime gehandelt wird, werden Verbote erforderlich sein!


  10. Marinda quakte:

    Ich geb auch mal meinen quak dazu 🙂
    ICh bin absolut für ein Rauchverbot, mein Kollege raucht u der sollte auch mal 5min länger an der frischen Luft blieben, bevor er wieder ins büro kommt, denn der Zigarettengeruch ist so lästig!


  11. TobsenD quakte:

    Ich denke ich muss hier nochmal etwas richtig stellen, was den Kommentar des künstlichen Hustens und so angeht.

    Klar finden es Nichtraucher lästig mit den Rauchern, vorallem Ex-Raucher finden dies schlimm.

    Was ich mit dem künstlichen Husten beschreiben wollte, was hier scheinbar Falsch angekommen ist. Ich merke sehr wohl wenn jemandem in meiner nähe von meinem Qualm schlecht wird oder er keine bzw. schlecht Luft davon bekommt. Dagegen habe ich nichts und gehe weg. Auch wenn besagte Person sich zu mir gestellt hat.

    Was ich mit künstlichem Husten meinte, war dieses übertriebene absichtliche Husten, obwohl kein Hustenreiz oder ähnliches dar war. Dies kann man sehr wohl erkennen, hört einfach nur mal selber hin wenn Ihr versucht mit Absicht dieses Hustengeräusch nachzumachen.

    Meistens erlebe ich es, dass genau die Leute welche so künstlich Husten es mit Absicht darauf anlegen Ihre Schikane durchzuziehen.

    Zu dem Kommentar von Stefan mit der Kneipe.

    Wenn ich als Nichtraucher mich in eine Raucherkneipe begebe. Dann muss ich damit rechnen das dort geraucht wird.

    Als Raucher sehe ich die Sache so: Wo ich rauchen darf, bzw. es explizit markiert ist. (Raucherkneipe, Raucherbereich am Bahnhof) Dann rauche ich dort auch und darf sehr wohl mit der erwartung in diesen Bereichen rauchen, das sich dort kein Nichtraucher beschweren sollte, da er ja die Wahl hat sich dort aufzuhalten und er damit rechnen muss das dort graucht wird.

    Aber es gibt halt auch die Nichtraucher, welche meinen die Raucher müssten sich Ihnen beugen und wenn Sie in eine Raucherkneipe gehen, muss dort sofort das Rauchen eingestellt werden und durchgelüftet werden.


  12. Feenminze quakte:

    Jedem Raucher sollte klar sein, dass sein Tabak BEWUSST mit Suchterzeugern versehen wurde, die ein Aufhören erschweren. Den Rest tut die Manipulationsmaschine Werbung.
    Ich selber rauche jetzt seit 15 Jahren nicht mehr und habe nur Vorteile davon. Es fehlt mir absolut nichts. Die ganzen Sorgen, die ich noch als Raucher hatte, wenn sich die Zigarettenschachtel leerte, oder die Ängste und Unruhe, wenn kein Tabak da war, waren nichts als Illusionen.
    Wenn jetzt jemand sagt: die versucht zu missionieren, dann:
    JA!!
    Ich bin dankbar über jeden, der es schafft, wenigstens darüber nachzudenken, warum er/sie überhaupt raucht.. Notwendigkeit, Vergnügen oder Sucht. Denn eigentlich wird mit jeder Zigarette nach der ersten (meisst nicht mal gut schmeckenden) nur der Entzug bedient. Nach der ersten gehts jedem nicht besonders gut.. jede weitere Zigarette mildert nur die Entzugserscheinungen, um danach den nächsten Entzug zu erzeugen.

    Gruß
    Feenminze


  13. TobsenD quakte:

    Nun ich rauche zum Vergnügen, wie du schon geschrieben hattest. Meine Mutter hat nach 8 Jahren Rauchen, meinem vater ihre Schachtel gegeben und gesagt sie raucht nicht mehr. Und dies hat sie auch durchgezogen.

    Den Stress mit der leeren Schachtel macht man sich selber, wenn man sich nicht bewusst ist, was man tut. Ich habe den letzten Sonntag ohne eine Zigarette verbracht und keine Probleme damit. Zwischendurch greife ich dann halt doch zur Schachtel, komme halt aber auch ohne zurecht.

    Wer sich und seinem Körper bewusst macht, was er dort macht, den lässt eine leere Schachtel kalt.


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