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Bild für die elektronische Gesundheitskarte

2. November 2011 um 13:36 Uhr von Atari-Frosch

Gerade kam ein Anruf von der TKK (oder auch einem Call-Center, so genau weiß man das ja nie). Die Dame wirkte etwas aufgesetzt, als hätte sie ihre netten Sprüche auswendig gelernt. Es ging um das Bild für die elektronische Gesundheitskarte. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Schrieb bekommen, in dem ich aufgefordert worden war, mein Bild zu schicken.

Ich frage: Was bringt das? Wer bezahlt mir das?

Sie: Das müssen Sie ja nicht beim Fotografen machen, das können Sie auch selbst mit einer Digitalkamera machen. Es muß auch nicht biometrisch sein oder so.

Ich frage: Wozu soll das gut sein?

Sie: Mehr Sicherheit und blah, blah, blah ...

Ich sage: Es bringt mir also mehr Sicherheit, wenn mehr Daten auf der Karte gespeichert werden, die dann geklaut werden können?

Sie: Nein, dann kann sie nicht mißbraucht werden.

Ich: Das wurde sie bisher auch nicht, also muß ich wohl irgendwas richtig machen.

Sie wiederholt den Mißbrauchsspruch.

Ich: Was kann ich dafür, wenn andere nicht mit ihrer Karte umgehen können?

Ich hab sie dann noch ein wenig darüber aufgeklärt, daß ich bezüglich der Sicherheit und des Datenschutz ganz anderes gelesen habe und daher die eGK einfach nicht haben will. Sie verwies auf den Gesetzgeber, der das haben will. Ich machte ihr klar, daß ich nicht einsehe, Gesetze zu befolgen, die mir und anderen nur Nachteile bringen, aber keinen Nutzen haben. Da hat sie doch ein wenig gestutzt. 🙂

Ergebnis: Ich muß kein Bild hinschicken, versichert bin ich "natürlich" trotzdem weiterhin. Man werde sich mit mir wieder in Verbindung setzen, wenn meine jetzige Krankenkassenkarte abläuft. Das ist dann Anfang 2014, bis dahin kann sich noch viel ändern ...

So ein bißchen erinnert mich das übrigens an die Sparkasse mit ihrem ChipTAN-Generator. Bringt den Kunden auch nichts, wird aber eingeführt, weil es so viel sicherer aussieht. Nur daß da nicht der Gesetzgeber dahintersteht, sondern eine Fehlplanung der Sparkassen.

11 Kommentare zu “Bild für die elektronische Gesundheitskarte”

  1. Spike05de quakte:

    Ich werde den Mist auch ablehnen weil ich keinen Vorteil daraus erkennen kann. Schade nur das der Großteil der Bevölkerung einfach zu allem ja und Amen sagt.


  2. Heiko quakte:

    „Sicherheit“ verkommt auch immer mehr zu einem Buzz-Word fürs Bullshit-Bingo 😉

    BTW: Die Tab-Reihenfolge im Kommentar-Formular stimmt nicht. Das Flattr-Feld kommt vor dem Kommentar-Feld 😉


  3. Jan Schejbal quakte:

    Erstmal herzlichen Glückwunsch zum um-die-eGK-rumkommen! Zur ChipTAN möchte ich aber anmerken, dass diese nicht nur sicherer aussieht, sondern sicherer ist. Mit ChipTAN sollte (bei korrekter Benutzung und Implementierung) selbst bei einem trojanerverseuchten Rechner keine betrügerische Überweisung möglich sein – siehe mein Blogbeitrag zur ChipTAN.


  4. Arno Nühm quakte:

    Die Barmer hat bislang brieflich angefragt, ob ich zu den ersten Auserwählten gehören möchte, die die eGK in Händen halten, oder eine sinngemäße Zumutung. Ich erwarte dann in 1-2 Jahren stärkeres schriftliches Gedrängel, eventuell gleich mit Fristsetzung. Aber noch besteht ja Hoffnung, dass der Unsinn noch abgeblasen wird wie „ELENA“.

    Zu dem TAN-Generator, den u.a. die Sparkassen ihren Kundinnen aufzwingen: Kann sein, dass das insgesamt „sicherer“ (d.h. besser für das Betriebsergebnis der Institute bzw. des haftenden Giroverbands) ausfällt. Für die Einzelne, die bislang schon kein Problem damit hatte, ihr Banking ohne Phishing- und Trojanerdreck zu bedienen, ist es freilich eine mindestens lästige Veränderung, die ihr subjektiv nichts bringt. Und die Technik dafür soll sie dann auch noch selber bezahlen, nicht selten sicherlich auf anfallende Kontogebühren obendrauf. Es hackt wohl. (Andererseits: PC und Internet und ggf. das Mobiltelefon für neuerdings „SMS-TAN“ lässt sich die Bank ja auch schon von der Online-Kundin stellen, wir haben uns diese Attitüde bei denen wohl selber angezüchtet).

    Im Hinblick auf Ja und Amen kann ich hier eine persönliche Erfahrung einflechten: Die Sparkasse in Berlin, die mir ihren Generator im Eigenverkauf „günstig“ für 12 oder 15 Euro „anbieten“ wollte, hat sich nach meiner zweiten schriftlichen kritischen Nachfrage (inkl. Hinweis, dass ich über die Existenz anderer „Anbieter“ im Bilde sei) entschieden, mir das Gerät „aus Kulanzgründen“ kostenlos mitzuschicken.


  5. Arno Nühm quakte:

    Mutti meint übrigens, ich soll ekligen Neusprech meiden, also nicht „Gesundheitskarte“ schreiben, sondern „Krankenkassenkarte“.


  6. Wissentlich quakte:

    Ich habe bislang nicht auf das Schreiben reagiert und auch nichts weiter gehört. Ich werde dann wohl auch abwarten, bis die alte Karte ausläuft und hoffe auf Änderung. Übrigens: Es hakt! Und nicht: Es hackt! 😉


  7. Aktion gegen die elektronische Gesundheitskarte – Macht mit! « … Kaffee bei mir? quakte:

    […] Krankenkasse wollte mir das ja auch aufzwingen. Klappte nicht 🙂 http://blog.atari-frosch.de/2011/11/02/bild-fur-die-elektronische-gesundheitskarte/ Kommentar […]


  8. bel quakte:

    Also ich hab ja nix gegen ein foto auf meiner karte. Fotos verschönern doch fast alles;-)

    Schließlich kann ich aussuchen, was für ein Foto da drauf sein soll.
    Es soll ja ausdrücklich ein foto von mir sein, kein foto von jemand anderem. Da hätte ich ja auch nicht die urheberrechte dran, gelle?

    Da ich aber mich selbst sehr selten forografiere, werde ich ein anderes *meiner* fotos drauftun, sobald ich gefragt werde.
    Z. B. das meiner Oma / meines Goldfisches/ meiner Katze/ meines Hamsters/… oder so.

    Wenn das sicherer ist, dann machen wir das doch gern…

    bel


  9. Reporterin quakte:

    Liebe eGesundheits-Karten-Kritiker,

    für eine Fernsehbeitrag für den WDR suche ich jemanden, der sich weigert, ein Foto für die neue eGK einzureichen. Diese/r jemand sollte in NRW wohnen – gern nahe Köln, dann ist die Anreise nicht so weit 😉 Gerne würde ich über Gründe und Bedenken berichte, sprich ein Interview führen.

    Zuschriften bitte an cwienk@gmx.de

    Vielen Dank!


  10. KierBa quakte:

    Hier mein Posting auf http://www.metronaut.de:

    damit das die Runde macht, wie so manche Kasse das halt dann macht, wenn die freundlichen Schreiben wg. Einreichung eines Bildes ignoriert werden…

    Bin bei der IKK classic. 1. Schreiben hab ich ignoriert, 2. Schreiben dann 2 Monate später, ich solle doch endlich ein Bild schicken, ich sei gesetzlich ja verpflichtet, das übliche halt. Hab ich ebenso ignoriert.

    Und jetzt krieg ich heute, weitere 6 Wochen später, meine neue elektronische Gesundheitskarte – und zwar ohne Bild!!!!

    Ein netter Flyer noch mit dabei, auf dem nun unter “Die Funktionen der Karte” steht:

    “Im ersten Schritt der eGK-Einführung sind auf der neuen Karte nur Ihre Versichertendaten gespeichert…….
    …..Jeder Versicherte bekommt eine eGK mit seinem Foto.
    Nur Kinder unter 15 Jahren sowie Versicherte, denen die Erstellung eines Fotos aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, erhalten eine eGK ohne Bild.…..

    Nachdem ich also einfach nicht reagiert habe und aber zur Gruppe der chronisch Kranken gehöre, scheint meine Krankenkasse entschieden zu haben, dass es mir eben “aus gesundheitlichen Gründen” nicht möglich ist, Ihnen ein Bild von mir zu senden.

    Auch so schaffen es die Kassen natürlich, den nötigen Prozentsatz bzgl. Ausstellung der eGK zu erreichen. In der dann wahrscheinlich verweisenden Statistik , die der dann amtierende Bundesgesundheitsminister zitieren wird, fragt kein Mensch, ob mit oder ohne Bild. Verschickt ist verschickt.

    Solange meine jetzige Versichertenkarte gültig ist, fliegt die eGK ohne Bild von mir in irgendeine Schublade, habe fertig…

    Vielleicht sollte ich die Karte postwendend zurücksenden, mit dem Vermerk, dass ich keinen Antrag auf Ausstellung einer eGK gestellt habe und gleich dazu noch eine Datenschutzerkärung für Patenten dazufügen (Vorlage siehe http://www.stoppt-die-e-card.de):

    Datenschutzverfügung für Patienten

    Hiermit nehme ich mein Grundrecht auf informationelle
    Selbstbestimmung wahr. Ich widerspreche der geplanten
    Speicherung von Gesundheitsdaten in zentralen
    Großcomputern außerhalb von Arztpraxen oder
    Krankenhäusern.
    Ich bitte Sie, meine medizinischen Daten außer zur
    Abrechnung nur zum Zwecke meiner Behandlung an einen
    anderen Arzt/ Ärztin bzw. ein Krankenhaus weiterzuleiten.
    Jede anderweitige Verwendung sehe ich als Verletzung der
    ärztlichen Schweigepflicht an.

    Name, Anschrift, Unterschrift, Datum

    Was meint ihr dazu?


  11. Joachim quakte:

    ich habe auch schon zweimal Lichtbild schriftlich abgelehnt und in dem Schreiben beantragt meine normalen Krankenkarte weiterhin unbegrenzt nutzen zu dürfen.

    Das haben die mir auch dann irgendwann schriftlich bestätigt, dass ich die Krankenkarte vorerst nutzen darf. Nun hat meine Krankenkasse mir die eGK ohne Lichtbild zugeschickt.

    Das weckt meinen kämpferischen Instinkt, ich hab jetzt nochmal die weiter Nutzung meiner Krankenkarte beantragt, allerdings mit Fristsetzung bzgl. Rückmeldung. Sollten die Herren nicht reahoieren, kann ich direkt zum Sozialgericht 🙂


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