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Höhere Ticketpreise bei der Bahn

23. November 2011 um 10:32 Uhr von Atari-Frosch

Die Bahn erhöhte ja kürzlich die Ticketpreise. Nicht daß zu dieser Jahreszeit etwas anderes zu erwarten war, sie finden ja jedes Jahr neue Gründe, warum das Reisen jetzt wieder teurer werden muß. An den Leistungen dagegen muß sich natürlich nichts ändern, auch wenn die Bahn bis 2014 angeblich 330 Millionen Euro investieren will — in ganz selbstverständliche Dinge, die man eigentlich kaum gesondert erwähnen müßte.

Und damit sich die Preiserhöhungen bei den Tickets auch wirklich lohnen, muß natürlich auch die BahnCard teurer werden. Die Marketingabteilung schreibt an ihre Kunden:

Wir sind dennoch überzeugt, dass wir Ihnen mit der BahnCard 50 trotz der Preisanpassung zum 11.12.2011 auf 240,- Euro (2. Klasse) sowie der BahnCard 50 ermäßigt und der BahnCard 50 Partnerkarte auf 122,- Euro (2. Klasse) auch weiterhin ein umweltgerechtes und preisgünstiges Mobilitätsprodukt anbieten können. So profitieren Sie gerade als Vielfahrer bei jeder Fahrt von 50% Rabatt auf den Normalpreis. Damit rechnet sich Ihre BahnCard 50 oft schon ab der dritten Reise!

Nach der Euro-Umstellung kostete die BahnCard 50 genau 200 € (ermäßigt 100 €), liebe Bahn. Damit habt Ihr den Preis für die BahnCard in den letzten 10 Jahren um satte 20 % bzw. 22 % erhöht.

Bei den Ticketpreisen ist es noch heftiger: 2001 kostete die Fahrt von Düsseldorf nach Berlin 75 €, mittlerweile sind wir bei 102 €. Das sind 36 % Preiserhöhung! Es gab aber keine 20 bzw. 36 % Leistungserhöhung bei der Bahn, ganz im Gegenteil!

Das Einkommen der Durchschnittsverdiener ist in dieser Zeit nicht um 20 % bzw. 36 % gestiegen. Vom Mobilitätsanteil im Sozialleistungssatz reden wir dabei noch gar nicht. Aber schon klar, Ihr wollt nur die reichen Geschäftsreisenden haben, die 1. Klasse buchen können, alle anderen sollen doch sehen, wie sie vom Fleck kommen.

8 Kommentare zu “Höhere Ticketpreise bei der Bahn”

  1. Thorsten quakte:

    Investiert wird in Porsche und Mercedes, hab ich den Eindruck…und in komische Bauprojekte im Süden.


  2. Cyberbit quakte:

    Also jeder der auf Reisen mit der Bahn angewiesen ist sollte sich mal alternativ http://www.mitfahrgelegenheit.de/ anschauen.

    Im schnitt werden da mit dem Auto für den Mitfahrer 5.- € pro 100km verlangt.

    Da reist man doch gerne 🙂


  3. frosch quakte:

    @Cyberbit: Je älter ich werde, desto weniger gern fahre ich insbesondere großen Strecken mit dem Auto. Vom Umweltaspekt mal abgesehen.

    Trotzdem hatte ich das schon versucht. Meine Erfahrung: Lohnt sich nur für Strecken, die stark befahren sind. Denn die Angebote kommen, wenn überhaupt, meistens sehr kurzfristig rein. Meldet sich dann doch keiner (oder keiner, der für mich in Frage kommt; mit Rauchern kann ich z. B. nicht mitfahren), dann stehe ich dumm da. Planungssicherheit ist so nicht möglich.

    Vor Jahren hatte ich mal so eine Online-Mitfahrzentrale genutzt, um am letzten CCC-Congress-Tag von Berlin nach Düsseldorf zurückzukommen. Der Anruf mit dem Angebot kam erst am späten Abend vor dem geplanten Rückfahr-Tag, und ich hatte schon befürchtet, da ein echtes Problem zu bekommen. Das ist mir dann wirklich zu unsicher.

    OK, als Besitzer einer BahnCard komme ich dann immer noch an ein einigermaßen bezahlbares Ticket. Bleibt dann unter Umständen das Problem der Reservierung bzw. daß man halt sehr eingeschränkt bei der Auswahl der Verbindung ist, weil man eben nicht mehr in jedem Zug reservieren kann.

    Die Sonderangebote, also z.B. die 29-Euro-Tickets, muß man sich oft sehr frühzeitig sichern, weil die Kontingente sonst verbraucht sind. Und dann ist man an den Zug gebunden und kann das Ticket auch nicht zurückgeben.


  4. Thorsten quakte:

    Ich hatte übrigens vor kurzem eine Fahrt von Mannheim nach Frankfurt begutachtet..selbst mit meinem 9,5l Schluckmotor fahr ich da billiger als mit der Bahn (und zwar deutlich). Und ich bleibe flexibel. Wäre es sagen wir mal 10% mehr als mit dem Auto und ich fahre dafür in 45 Minuten staufrei hin (und bekomme auch spät abends eine Rückfahrt), dann könnten wir darüber reden…aber das war das jüngste Beispiel, warum sich die Bahn für mich nur in Ausnahmefällen lohnt.


  5. frosch quakte:

    @Thorsten: Hast Du auch alle Kosten berücksichtigt? Abschreibung, Wartung, Steuern, Versicherung, ggf. Parkgebühren?


  6. Thorsten quakte:

    Nein, ich rechne nur die Kosten, die durch die Fahrt entstehen. Alle anderen fallen sowieso an. Ganz auf das Auto verzichten *kann* ich sowieso nicht.


  7. sebix quakte:

    20% in 10 Jahren betrug übrigens auch die (gemittelte) Inflation 😉
    1.02^10; 2% sinds offiziell, Nahrungsmittel steigen wesentlich stärker.


  8. SmokinShutdown quakte:

    Mein Spartipp ,

    ihr hättet die verwandtenbesuche ja auch noch vor der Preiserhöhung der Bahn machen können.


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