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T-Online Spamschutz, reloaded

23. November 2011 um 23:46 Uhr von Atari-Frosch

Die Telekom, mein Internetprovider, mailt mir gerade (tolle Uhrzeit dafür übrigens), daß sie einen neuen Spamschutz aktivieren wollen, um den ich nicht gebeten habe:

Sicherheit für Ihr Postfach: Wichtige Info zum neuen Spam-Schutz der Deutschen Telekom.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Viren, Würmer, Trojaner – die virtuellen Risiken für Ihre E-Mail-Kommunikation sind vielfältig.

Um Sie auch weiterhin vor schadhaften E-Mails zu schützen, installieren wir in Kürze einen neuen, zusätzlichen Spam-Schutz für ausgehende Nachrichten.

Wie funktioniert der Spam-Filter? Zum Schutz Ihres Postfaches wird ein Verfahren eingesetzt, das eine Art Fingerabdruck einer ausgehenden E-Mail erstellt. Das System prüft Betreffzeile, Kopfzeile und Text und vergleicht diese Infos mit anderen Fingerabdrücken bekannter Spam-Mails, die in einer Datenbank gespeichert sind. Erkennt das System eine Spam-Mail, wird der Versand automatisch blockiert. Rückschlüsse auf den eigentlichen Inhalt der E-Mail sind durch dieses Verfahren nicht möglich.

Weitere Informationen zum Spam-Schutz

Der Spam-Filter ist für Sie kostenfrei. Er wird in den nächsten Wochen aktiviert.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Telekom

Jaja. Ich kann mich erinnern, wie das letztes Mal war. Da haben sich dann viele über false positives beschwert, das heißt, legitime Mails wurden ihnen nicht zugestellt, weil der „Spamschutz” sie einfach weggeputzt oder gebounct hatte. Sobald er diesmal aktiviert ist, werd ich ihn wieder abschalten.

Diesesmal filtern sie wohl bereits die ausgehenden Mails. Ich bin mal gespannt, wieviel dann nicht ankommt.

Aber gut, daß ich meine T-Online-Adresse für nichts wichtiges mehr einsetze. Ich finde es nämlich überhaupt nicht nett, daß mir so ein Filter vor die Nase gesetzt wird, ohne daß ich vorher „nein danke” sagen kann. Stattdessen werde ich genötigt, mich in das bekanntermaßen völlig unbrauchbare Webinterface einzuloggen und das komische Ding wieder abzuschalten.

6 Kommentare zu “T-Online Spamschutz, reloaded”

  1. Heiko quakte:

    Das dürfte wohl mit deren letzter Blacklistung bei SpamCop zusammenhängen.


  2. frosch quakte:

    @Heiko: Oh, war da was? War mir entgangen. Ändert aber nix daran, daß sie mich vorher zu fragen haben. IMHO.


  3. Hoshpak quakte:

    Als Kunde fände ich dieses Vorgehen auch nicht nett, als Außenstehender kann ich das aber absolut verstehen. Der Mailserver meiner Domain betreibt Greylisting und verwendet gängige Blacklists, der meiste Spam ist damit schonmal weg. Die einzigen Spam-Mails, die ich in den letzten Monaten erhalten habe, stammten von den Mailservern (nicht etwa den Kundennetzen für DSL-Anschlüsse) von Telekom und Yaho. Vor allem das Magenta-T war so oft vertreten, dass ich mir schon überlegt habe, die generell zu blockieren. Aus dieser Perspektive finde ich dann jede Maßnahme gegen Spam durch die eigenen Kunden begrüßenswert.

    Nebenbei bemerkt: Ich habe einmal eine Abuse-Nachricht an die Telekom geschickt. Als Antwort erhielt ich den Hinweis, ich solle mich doch mit dem Spammer in Verbindung setzen (!). Seitdem geht das nur noch über Spamcop.


  4. frosch quakte:

    @Hoshpak: Oh. Spam-Einlieferungen über T-Online-Mailserver kann ich nun überhaupt nicht bestätigen, weder auf meiner T-Online-Adresse noch auf allen anderen. Das Zeug kommt bei mir ganz überwiegend von (süd-)amerikanischen Dialins, asiatischen Hosts und weltweit gehackten Servern. Yahoo dagegen kann ich bestätigen, das ist öfter mal dabei, genauso wie AOL-Hosts.

    Daß T-Online seit einigen Jahren keine funktionierende Abuse-Abteilung mehr hat, ist mir allerdings bekannt. Offenbar will man lieber technische Maßnahmen einsetzen, statt die Leute zu erziehen. Aber genau das ist der Punkt bei einer solchen automatisierten Filterung: Man kann mit technischen Maßnahmen eben keine sozialen Probleme lösen. Und Spam ist ein soziales, kein technisches Problem. Rücksichtslosigkeit und Gier lassen sich nicht mit Filtern erschlagen, sondern mit Einsicht oder eben durchgesetzten Gesetzen.

    Natürlich könnte man sich auf den Standpunkt stellen, es sei billiger, die ausgehenden Spams zu erraten und dann einfach wegzufiltern, statt ein paar Leute einzusetzen, die die schwarzen Schafe rausfinden, anschreiben und ggf. rauswerfen. Aber mit einem Filtersystem, das den Kunden quasi aufgezwungen wird (wer wird da schon ins Menü gehen und sich da durchklicken, um das abzuschalten, wenn er seine Mails nicht mehr loskriegt — außer echten Spammern natürlich?), ist der Sache nicht abgeholfen. So nebenbei wird da den Kunden etwas als „Schutz” verkauft, aber geschützt wird nicht der normale Kunde, sondern geschützt werden vor allem erstmal Dritte sowie die Firmenreputation.


  5. Heiko quakte:

    Ich tät lachen, wenn das magenta T trotz dieses neuen Filters bald wieder bei SpamCop ne neue Akte hat 😉


  6. frosch quakte:

    Wenn es um den Versand über die T-Mailserver geht, weiters kein Problem: Filter abschalten, spammen. Bis sich abuse@ kümmert, kann dauern, zumal die einem offenbar raten, sich erstmal ans Spammerlein zu wenden.

    Ich habe selbst soweit ich weiß bislang keinen Spam bekommen, der über die offiziellen Ausgangs-Mailserver von T-Online gelaufen ist. Das meiste sind Zombies, und die auch nicht in DE, sondern überwiegend in Südamerika (br, ar) und Asien (cn, tw, jp).

    Und wenn ein T-O-User als Zombie spammt, geht das auch nicht über die offiziellen Ausgangsserver, sondern der Spamtrojan bringt seinen eigenen SMTP mit, genauso wie bei anderen dProvidern meistens auch.


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