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Parlamentsdebatten

2. Februar 2012 um 14:39 Uhr von Atari-Frosch

Schon kürzlich hatte ich es nebenbei in einem Artikel erwähnt, jetzt erinnert mich Afelia nochmal an das Thema:

@Afelia

Könnten die Parteien vielleicht zumindest die gemeinsame Sache nicht dafür ausnutzen, aufeinander rum zu bashen? Auch an @DJanecek. #ACTA

13:13 2. Feb

Das ist einer der Gründe, warum ich Parlamentsdebatten so ungern verfolge: Daß sich die Angehörigen der diversen Parteien ständig gegenseitig bashen.

Grundsätzlich ist nichts dagegen zu sagen, wenn Parteien und ihre Angehörigen klarstellen, wodurch sie sich von den anderen Parteien abheben und warum sie meinen, besser zu sein. Im Wahlkampf ist das sogar besonders wichtig.

Parlamentsdebatten sind jedoch kein Ort für Wahlkampf, selbst wenn gerade außerhalb des Parlaments ein solcher stattfinden sollte. Parlamente sind Orte, in welchen gewählte Abgeordnete die Interessen des Volkes (ja genau, des Volkes, nicht der Wirtschaftslobby) vertreten und darüber streiten sollten, wie das am besten zu geschehen hat. Aber gerade dort zeichet sich so gut wie jeder Redner dadurch aus, mindestens einmal auf eine andere Partei einzuprügeln. Mein Eindruck von den wenigen Debatten, in die ich in letzter Zeit doch mal reingehört habe, ist, daß sogar ein wesentlicher Teil der Redezeit für dieses Bashing verwendet wird. Diese Zeit geht dann natürlich für die inhaltliche Auseinandersetzung verloren.

Die Aufgabe der Abgeordneten, sich inhaltlich mit Gesetzesvorlagen zu befassen, geht dabei zu einem nicht mehr akzeptablen Teil in solchem Parteigeplänkel und Wahlkampfgetöse unter — und so sehen dann auch die Gesetze aus.

In diesem Zusammenhang fällt mir auch wieder eine Bemerkung von Jörg Tauss ein, die er während einer Reichstagsführung 2009 fallen gelassen hatte, als Begründung dafür, warum die Kameras in den Fraktions- und Ausschußsälen so selten genutzt werden:

Wenn die Abgeordneten wissen, daß sie vor einer größeren Öffentlichkeit reden, versuchen sie stärker, sich zu profilieren, und reden unnötig lange.

Liebe Abgeordnete des Bundes und der Länder, Ihr werdet nicht dafür bezahlt, in den Parlamenten Wahlkampf zu machen und damit regelmäßig die Zuhörer zu langweilen, sondern dafür, Sacharbeit zu leisten!

Nun stelle man sich mal einen Angestellten in einer Firma vor, der einen nicht unwesentlichen Anteil seiner Arbeitszeit darauf verwendet, darzustellen, was er für ein toller Kerl ist und was für Luschen seine Kollegen sind. Also entweder der überlebt in der Firma nicht lange, oder die Firma muß ein ziemlich vergiftetes Betriebsklima haben …

Ein Kommentar zu “Parlamentsdebatten”

  1. Heinz B. quakte:

    Nun stelle man sich mal einen Angestellten in einer Firma vor, der einen nicht unwesentlichen Anteil seiner Arbeitszeit darauf verwendet, darzustellen, was er für ein toller Kerl ist und was für Luschen seine Kollegen sind.

    ….

    Das ist die Realität in allen Unternehmen mit vielen Hirarchiestufen


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