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Einer dieser Tage …

10. Mai 2012 um 23:21 Uhr von Atari-Frosch

... die man am liebsten aus dem Kalender streichen würde. Heute: Eine verschlampte Paket-Benachrichtigung, viele verlorene Erinnerungen und ein kaputter PC.

Das mit der Paketbenachrichtigung fing eigentlich schon gestern an. Meine Mutter hatte mir ein Paket mit Fotoalben angekündigt. Über Hermes, wie ich ihr gesagt hatte – noch zu der Zeit, als der DHL-Bote die Pakete grundsätzlich nicht ablieferte. Ich rief sie also gestern an und fragte nach der Auftragsnummer, weil ich noch nichts bekommen hatte. Mit der Nummer suchte ich online bei Hermes nach: Das Paket war am 28. April in einem Shop abgegeben worden. In welchem, stand nicht dabei. Also schickte ich eine Rückfrage übers Kontaktformular.

Die Antwort, die heute kam, sagte mir, daß das Paket in der bereits bekannten Trinkhalle in der Oberbilker Allee abgeliefert worden sei. Auf die Frage, warum ich keine Benachrichtigung bekommen habe, wurde nicht eingegangen.

Also ging ich heute Nachmittag zu dieser Trinkhalle, und erstaunlicherweise war das Paket noch da. Denn es sollte eigentlich nur 10 Tage lang abholbar sein, und es waren ja nun schon 12. Das Paket kam mir allerdings recht klein vor; ich weiß, wieviele und wie große Fotoalben noch bei meiner Mutter gelegen hatten.

Ich rief wieder an, um vor allem Bescheid zu sagen, daß das Paket jetzt angekommen ist. Dann fragte ich noch nach weiteren Bildern, vor allem den rund 1000 Dias meines Vaters. Ich weiß, daß es von den meisten davon keine Fotoabzüge gegeben hatte. Und meine Mutter erklärt mir locker-flockig, daß die diese und noch einiges an Fotos weggeworfen hat. Weil sie im Weg waren. Und auch schon rotstichig gewesen seien.

Weggeworfen. Bilder, die 20, 30, 40 Jahre alt waren, einige wenige noch älter. Ich weiß von Fotos, auf denen meine Urgroßeltern abgebildet waren, die ich nie kennengelernt hatte.

Weggeworfen.

Ich hatte große Mühe, nicht übermäßig unhöflich zu werden. Jahrelang hatte ich Interesse an den Bildern angemeldet. Anfangs wollte sie sie nicht hergeben. Dann hatte ich oft das große Luftbett dabei und konnte nichts mitnehmen, weil das den Trolly gesprengt hätte. Und nun sind sie einfach weg.

Die Rotstiche wären nun wirklich nicht das Problem gewesen. Ich bin sicher, das kann man mit Gimp wegfiltern.

Was übrig blieb, waren Fotos, die teils massiv unscharf sind. Teilweise abgezogen von Dias zur Weitergabe an Verwandte, und die schlechten waren dageblieben und kamen ins eigene Fotoalbum. Nur noch ein trauriger kleiner Rest.

Alle die Dias, die ich damals mit der Kleinbildkamera meines Vaters gemacht hatte, sind verloren; ich hatte die Kamera vereinzelt mit 9 oder 10 Jahren bereits in der Hand gehabt.

Vielleicht kann das nicht jeder verstehen, aber dieser Verlust bereitet mir regelrecht physische Schmerzen. Ich war lange nicht mehr so massiv verspannt wie heute. Und ich war selbst bei den menschenverachtenden Maßnahmen der Repressionsämter nicht so wütend gewesen wie heute. Über den Verlust, und weil ich mich seit Jahren darauf gefreut hatte, diese ganzen alten Bilder zu digitalisieren.

Es genügte aber immer noch nicht. Ich bin ja seit Anfang des Monats dabei, meine eigenen Bilder online zu bringen. Um wieder runterzukommen, fing ich damit also wieder an. Zusätzlich ließ ich Musik laufen, auf demselben Rechner. Ist ja ein DualCore, das packt der. Eigentlich.

Kurz nach 20:00 Uhr hängte er sich zum ersten Mal auf: Die Musik hörte auf, das Display ging aus, NumLock reagierte nicht mehr. Ich mußte übers Netzteil neu einschalten. In den Logs: Schweigen.

Um 20:33 Uhr kam der zweite Absturz, um 21:04 Uhr der dritte, und etwa 20 Minuten später der vierte. Beim vierten Mal hatte ich noch nicht wieder alle Programme offen, der RAM-Verbrauch lag laut htop bei vielleicht 400 MB (von 3 GB), die CPU-Last war normal.

Insgesamt zeigte er bei den Abstürzen immer dasselbe Verhalten. Und dieses Verhalten ist mir nicht unbekannt: Das hatte ich schonmal, bei genau diesem Rechner. Ich hatte dann die Grafikkarte gegen eine gleichartige getauscht. Zur Erinnerung: Ich hatte ja zwei DualCore-Rechner bekommen, beide ursprünglich mit kaputtem Board. Also habe ich mir einfach aus dem anderen, der noch kein neues Board hat, die Grafikkarte „ausgeliehen“. Danach schien das Problem beseitigt. Jetzt ist es offenbar wieder da. (Diesen Artikel schreibe ich grade vom Notebook aus, denn einen Absturz pro 20 - 30 Minuten finde ich nicht witzig.)

Heute habe ich nicht mehr den Nerv, den Großen aufzumachen. Memtest spare ich mir, denn der hat in den letzten Monaten einige laufen gehabt, jedesmal ohne Ergebnis.

Als nächstes werde ich wohl (hoffentlich) mit dem Verkäufer des Board konferieren. Und ich könnte eine PCIe-Grafikkarte zum Testen gebrauchen …

8 Kommentare zu “Einer dieser Tage …”

  1. Mela quakte:

    Auch wenn es dir nun definitiv kein Trost ist… ja das Rotstichige kann man wegfiltern. Hab erst vor kurzem mit Digikam aus verblassten, rotstichigen Bildern aus den 70ern naturgetreu eingefärbte Bilder gemacht.

    Dein Verlust tut mir leid. Eltern können solche Hornochsen sein.


  2. vera quakte:

    Gräm dich nicht so sehr, du änderst es nicht. Als deine Mutter die Bilder noch hatte, wusste sie sicher nichts von GIMP o.ä. Das gibt es noch nicht so lange ,) Früher™ wäre das sehr kostspielig gewesen, die Bilder zu ‚reparieren‘, und man hat schneller Sachen, die anscheinend wertlos oder im Weg waren, weggeworfen.

    Heute ist ein neuer Tag. *ganz feste drück*


  3. Markus quakte:

    Ich finde es generell gut sich im Internet etwas Luft zu machen. Nur hast du das auch deiner Mutter so gesagt?
    Was würde sie sagen, wenn sie diesen Artikel ließt?

    „Eltern können solche Hornochsen sein.“
    Können sicherlich. Nur wissen wir Kommentierer in diesem Fall zu wenig über die Eltern und die Fotogeschichte um so etwas auch nur zu suggerieren.

    Ich denke auch, dass es ohne Frage schade ist um die Bilder aber (1.) könntest du ja Reflektieren ob der Trolli wirklich immer viel zu voll war und es unmöglich war diese mitzunehmen, bzw. einfach zwischendurch immer wieder mal offen mit den Eltern über die Fotos zu reden um sowas zu verhinden und (2.) Hast du dir die Position deiner Mutter wirklich – so emotionsfrei wie möglich – angehört? Vielleicht gibt es ja noch andere Gründe, ausser dem Rotstich.

    Wie gesagt, wir Kommentierer wissen zu wenig darüber und im Internet die Schuld komplett auf einen zu schieben ist nicht das schönste, auch wenn die Sache natürlich sehr schade ist.


  4. frosch quakte:

    @Markus: Ja, habe ich. Und werd ich nochmal, wenn ich nächsten Monat dort bin. Aber ich schätze, das wird genauso an ihr abprallen wie im Telefongespräch gestern.

    Und ja, ich kenne meinen Trolly und weiß, was er aushält und was nicht. Ich habe wirklich kein Interesse daran, daß der mir unterwegs wegen Überlast auseinanderfällt. Die Dinger sind — zumindest in der Billig-Klasse — nicht für hohes Gewicht ausgelegt, und schon das Luftbett ist eigentlich ziemlich heftig. Da sollen ja normalerweise nur Klamotten rein.

    Die „Gründe” habe ich aufgezählt, wie sie sie genannt hat. „Waren im Weg” und eben der Rotstich. Der Frage, warum sie mich nicht angerufen hat, ist sie ebenfalls ausgewichen: „Ich weiß ja nicht, wann Du daheim bist.” Ich bin meistens daheim, das weiß sie auch; ist ja nicht so, daß man mit Hartz IV ständig irgendwo in der Weltgeschichte rumgondeln kann …

    Kurz, es gab einfach keinen echten oder sinnvollen Grund.

    Wenn sie es liest? Ja, dann liest sie es halt. Kann ich mit leben.


  5. Sarah Maria quakte:

    Das sind leider so Ideen, auf die man gar nicht erst kommt, dass jemand tatsächlich auf die Idee kommen könnte alte Fotos einfach wegzuwerfen – vor allem, ohne vorher zu fragen, ob sie noch jemand aus der Familie haben möchte.

    Heute hat man ja das meiste, zumindest irgendwie teilweise, irgendwo im Netz oder es gibt ’ne CD, aber von alten Bildern gibt es ja meist nur ein Exemplar.

    Ich kann deine Wut da echt gut verstehen! ich wär‘ auch richtig sauer.

    Liebe Grüße und auch Hallo erstmal, denn ich bin heute zum ersten Mal auf deinem Blog gelandet. 😉


  6. letzespseudonymvergessen quakte:

    Mütter *uuh*

    NumLock tot *nochmehruuh*

    Ich halte zu meiner emotional Abstand, gehts mir besser mit.

    Kein trost für Dich!

    Hoffentlich geht er wenigstens bald wieder!

    letzespseudonymvergessen 😉
    (weisst Du es noch?)


  7. Thorsten quakte:

    Hey, das mit den Bildern tut mir leid. Bei deinem PC-Problem hab ich vielleicht nen hilfreichen Tipp: Ich hatte kürzlich dasselbe Problem, in total unregelmäßigen Abständen (manchmal 24h, manchmal auch 20 Minuten) ist der Rechner komplett eingefroren. Soundschleife, Bildschirm weg. Ich hatte direkt die Grafikkarte (GTX260) im Visier. N Haufen Tests mit geliehener Hardware später (großen Dank an Vitamin B) erwies sich dann das Netzteil als schuldig. Das lief sogar in nem anderen Rechner problemlos, nur meine Kiste verbrauchte zuviel Strom in gewissen Momenten, maßgeblich beteiligt an dem Verbrauch ist die GTX260. Defekt war aber das Netzteil.


  8. Markus quakte:

    Das Problem ist doch, dass wir Leser jetzt nur deine Meinung haben. Also alles durch deine Emotion gefiltert.
    Und genau diese Meinung sollte nicht in die Öffentlichkeit. Deine Ma hat keine Chance sich zu verteidigen oder eine Gegendarstellung zu bringen.

    Und was letzespseudonymvergessen (find ich sau lustig) sagt stimmt schon. Wir wissen, dass du krank bist (du besteht ja drauf, dass das als Krankheit angesehen wird), aber man kann sich eben auch selbst herunterziehen.

    Gerade darum ist dein emotionaler Filter sehr stark und du musst aufpassen über wen du schreibst.

    Grüße

    Ps. Trotzdem finde ich es ganz cool, dass du bloggst und offen damit umgehst. Allerdings kann einem ein offener Umgang auch positives Feedback geben und man suhlt sich im Krank-sein.

    Gute Besserung


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