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Arbeitsmoral des JobCenters (3)

30. Juli 2012 um 20:23 Uhr von Atari-Frosch

Ich kann ja immer noch einen Ticken härter, wenn es sein muß. 🙂

Das Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung (ARGE) Düsseldorf, genannt JobCenter, legt es offenbar darauf an, herauszufinden, wie lange dauert, bis ich richtig unbequem werde. Da ich bis heute immer noch nicht die zweite Einladung zu einem qualifizierten Beratungsgespräch über die Selbständigkeit bekommen habe, die mir vor drei Wochen versprochen wurde, muß ich da wohl mal ein paar Dinge klarstellen. Ich habe eben eine E-Mail geschrieben:

Lieber Herr R.,

On 19.06.2012 08:51, _BA-Jobcenter Düsseldorf-Mitte-Fallkoordination wrote:

>> Ich möchte mich in aller Form entschuldigen, dass Ihnen bisher kein
>> Termin ermöglicht wurde.

Entschuldigung abgelehnt. Die Schlamperei in Ihrem Laden geht offensichtlich einfach so weiter.

>> Ihre zuständige Ansprechpartnerin ist zur Zeit im Urlaub. Sobald sie
>> wieder da ist, wird sie Ihnen umgehend einen Termin zukommen lassen, um
>> zu erörtern, wie das Jobcenter Ihnen ggf. in der Gründung helfen kann.

Falsch. Frau G. war zwar in Urlaub, aber nicht die „zuständige Ansprechpartnerin“. Sie ist offenbar mehr oder weniger nur eine Vorzimmerdame, die nur ein paar Allgemeinplätzchen backen und den Leuten ein bißchen Papier in die Hand drücken darf. Von einer qualifizierten Beratung war das meilenweit entfernt.

Sie erklärte mir, daß ich erst nach einer Vorsprache bei ihr zum eigentlichen Sachbearbeiter eingeladen werden sollte und stellte die Behauptung auf, sie hätte sich dafür eingesetzt, daß ich da ohne Umweg über sie hinkäme. Wer’s glaubt.

Den Termin bei Frau G. hatte ich am 6. Juli. Sie versprach am Schluß, sie werde am Montag, dem 9. Juli, abends mit dem Sachbearbeiter reden, und dann sollte ich „umgehend“ einen zweiten Termin bekommen.

Heute ist Montag, der 30. Juli, und ich habe immer noch keine zweite Einladung erhalten (Briefkasten geprüft um ca. 18:30 Uhr).

So langsam stelle ich mir die Frage, womit man ankommen muß, damit in Ihrer Behörde mal was Sinnvolles gemacht wird, statt nur Leute zu spät zu Terminen einzuladen (um sie sanktionieren zu können) oder sie in schwachsinnige Maßnahmen zu stecken. Beides passierte einem Freund von mir, der ebenfalls hier arbeitslos gemeldet ist, ersteres davon mehrfach. Natürlich wurde er immer nur eingeladen, um ihm „Angebote“ zu unterbreiten, die er mangels entsprechender Qualifikation gar nicht erfüllen kann. Wenn eine Sanktionsmöglichkeit damit verbunden ist, fällt das Einladen offenbar deutlich leichter.

Also, was muß ich mitbringen, um nach mittlerweile 4,5 Monaten einen Termin zu einer qualifizierten Beratung zum Thema Selbständigkeit (IT-Branche) zu bekommen? Eine Peitsche? Eine Axt? Eine Bombe?

Sie können wirklich froh sein, daß ich nicht so solchen Methoden tendiere, sonst wäre Ihr Laden schon platt!

Allerletzte Chance: Ich erhalte noch in dieser Woche eine Einladung für einen Termin, der in den ersten beiden August-Wochen liegt. Danach sind die fünf Monate seit meinem ersten Brief voll, und ich nehme keine weiteren Verzögerungen mehr hin. GAR KEINE.

Danach mache ich meine Drohung wahr, komme unangekündigt ins Amt und verlange den Behördenleiter zu sprechen. Sollte dieser der Meinung sein, das sei alles in Ordnung so, kommt er mit auf meine Liste für Dienstaufsichtsbeschwerden. Auch er hat schließlich einen Dienstaufsichts-Vorgesetzten.

Auf dieser Liste für Dienstaufsichtsbeschwerden stehen derzeit die Personen, die mein erstes und zweites Schreiben ignoriert haben, Frau G., die mich offensichtlich belogen hat und derjenige Sachbearbeiter, der mich angeblich „umgehend“ einladen sollte. Der Vorwurf lautet gemeinschaftliche forgesetzte Arbeitsverweigerung. Verarschung ist ja leider kein akzeptierter Tatbestand.

Wenn ich nun nach Ihren Methoden vorgehen würde, müßte ich eigentlich für die nächsten drei Monate eine Erhöhung der monatlichen Leistungen um mindestens 30 % erzwingen Denn ein zynisch „Kunde“ genannter Delinquent Ihrer Behörde hätte für den Fall, daß er monatelang seinen Pflichten nicht nachkommt, mindestens eine dreimonate 30%ige Sanktion bekommen.

Sollte der Behördenleiter nicht in der Lage sein, mir die schlampenden Personen zu benennen, deren Namen ich noch nicht kenne, muß ich davon ausgehen, daß er seinen Laden nicht im Griff hat oder die Schlamperei unterstützt; dann ist er ebenfalls fällig.

Außerdem werde ich die Namen aller Personen, die an dieser Dauerverarsche beteiligt sind, auf meinem Blog veröffentlichen, damit andere zynisch „Kunden“ genannte Delinquenten Ihrer Behörde gleich wissen, woran sie sind.

Ein erster Vorgeschmack steht schon online:

http://blog.atari-frosch.de/2012/06/20/arbeitsmoral-des-jobcenters/
http://blog.atari-frosch.de/2012/07/17/arbeitsmoral-des-jobcenters-2/

Und ich will jetzt keine Ausreden hören von wegen Personalmangel, Sommerferien oder sonst irgend einen Schwachsinn. Ihr Personalmangel ist nicht mein Problem. Sommerferien waren im März, April und Mai noch keine.

Wie gesagt, allerletzte Chance. Die Uhr tickt.

Verdammt verärgert
Sabine Becker

Wer meint, das sei übertrieben, sollte sich mal überlegen, was das ARGE im umgekehrten Fall machen würde: Sie würden die Existenz des Delinquenten gnadenlos zerstören. Es ist also fast egal, was ich mache, ich bleibe immer unterhalb der menschenverachtenden Möglichkeiten des ARGE. So wie das ARGE in den Wald schreit, kommt es eben wieder zurück.


13 Kommentare zu “Arbeitsmoral des JobCenters (3)”

  1. Markus quakte:

    O.k. zu deinem Brief sag ich mal nix, da ich es nicht tun könnte ohne mich darüber lustig zu machen.

    Aber eine andere Sache. Das wurde beim letzten Post schon angesprochen.

    Was brauchst du denn für ein Gespräch?

    Gerne helf ich dir weiter – falls ich kann, ich war auch schonmal selbständig und ich bin sicher hier würden auch andere Helfen, wenn du fragen hast.

    Ansonsten: Gewerbeschein und loslegen. Ne Firmierung und ne Geschäftsform und gut ist. Vorschlag wär ne 1 Euro GMBH, dann hast keinen Ärger, falls was schief geht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mini_GmbH


  2. frosch quakte:

    So, Du findest es lustig, daß man erst mit allem möglichen drohen muß, bevor — vielleicht — was passiert? Beim anderen Repressionsamt habe ich vor 10 Jahren den Fehler gemacht, nicht derartig zu drohen, weil ich gar nicht konnte, weil ich handlungsunfähig war, und dann haben sie mir Strom, warmes Wasser und schließlich die Wohnung genommen. Diese Ämter arbeiten ohne Drohungen offenbar schon aus Prinzip einfach gar nicht!

    Nein, ich will nicht Deine Hilfe in Anspruch nehmen (erst recht nicht, wenn Du meine Vorgehensweise lächerlich findest), sondern ich will, daß dieser Schlamperladen endlich seine Arbeit macht. Sonst geht man dort davon aus, daß sie das immer so handhaben können (tun sie vermutlich heute bereits), und es wird sich nie was ändern.

    Das ist wie mit den Tafeln: Solange es Tafeln gibt, kann man die Leute ja ruhig unters Existenzminimum sanktionieren, sie können ja zur Tafel gehen. Dem Einzelnen mag es helfen, aber insgesamt stützen die Tafeln damit das ganze menschenverachtende System.


  3. Foo quakte:

    Hallo,

    ich lese deinen Blog schon eine Weile und dein Schicksal trifft leider sehr viele. Die meisten ergeben sich dem. :/
    Dein Brief ist tatsächlich etwas lustig, auch wenn da ein sehr ernster Hintergrund ist. Es gab schon den einen oder anderen, der dieses Amt tatsächlich mit solchen Mitteln „besucht“ hat. Und ich denke, die werden es schaffen, dass es davon noch mehr geben wird.
    Wie auch immer, den Brief hättest du dir sparen sollen. Ab dem Punkt muss man ohne weitere Diskussion den Druck von anderer Seite aufbauen. Drohungen in einem Schreiben sind für diese Leute nutzlos. Die verstecken sich hinter ihren Vorschriften, Vorgesetzten und was weiß ich. Leider haben die Angestellten oft keine andere Wahl. Wer motiviert ist, wird bald entsprechend „kleingemacht“. Wir reden hier von einem Amt und da wurde das immer schon so gemacht (siehe unter anderem hier: http://www.wetterau-katzen.de/phpbb/viewtopic.php?t=2859). Manche von den ARGE-Angestellten haben auch nur 1- oder 2-jahres Verträge. Entsprechend motiviert sind die. Auch wird ständig der Sachbearbeiter für die „Kunden“ ausgetauscht. So wird natürlich verhindert, dass eine Art Bindung aufgebaut wird und der ARGE-Mitarbeiter sich vielleicht mehr für den „Kunden“ einsetzt.
    Achja, wenn du Hilfe von Menschen angeboten bekommst, die noch klar bei Verstand sind und sich nicht nur hinter Vorschriften verstecken, dann nimm sie auch mal an. Alleine kann man nicht alles schaffen und manche helfen gerne und ohne Hintergedanken. Ok, die zu erkennen ist auch nicht immer leicht. 🙂

    Achja, deine Langschreibweise für ARGE trifft es ziemlich gut. 🙂

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft das durchzusehen und nach am Ende erfolgreich zu sein.


  4. JoachimA quakte:

    Mal abgesehen, dass Du so wie Du vorgehst nichts erreichen wirst. (Sie werden sich schon abgesichert haben, und wenn Du noch so viele Beschwerden schreibst…)

    Der entscheidende Denkfehler dürfte der sein, dass Du bei der ARGE/JobCenter oder wie immer es aktuell heißt ein „qualifiziertes“ Beratungsgespräch erwartest. Das ist fast so, als würdest Du beim Kreuzbund nach dem passenden Rotwein zum Essen fragen.

    Selbst wenn eine solche BERATUNG stattfinden sollte, so werden sie außer eben genau dem -Beratung – nichts zu bieten haben. Also, was soll das Theater?

    JO


  5. JoachimA quakte:

    „….Solange es Tafeln gibt, kann man die Leute ja ruhig unters Existenzminimum sanktionieren, sie können ja zur Tafel gehen. Dem Einzelnen mag es helfen, aber insgesamt stützen die Tafeln damit das ganze menschenverachtende System…“

    +1


  6. Fozzie quakte:

    Dir steht sicher die Beratung zu. Aber die Form ist komplett daneben.
    Solltest Du wirklich eine Dienstaufsichtbeschwerde einreichen werden können diejenigen über die Du dich beschwerst gegenüber dem bei dem Du dich beschwerst dich leicht als querlulantisch verkaufen können. Ich bin mit sicher, dass Du dir mit dieser Form schadest.


  7. Johnny quakte:

    Ähm, Du willst dich in der IT-Branche selbstständig machen und brauchst einen Berater vom Jobcenter, der dir erklärt was Du mit ’ner Stunde mit Google auch herausbekommst? Sicher, dass das die richtige Branche ist?


  8. Heiko Harthun quakte:

    Zwei „Klarstellugen“.

    1. Jedes Behördenhaus kann eigenständig entscheiden ob sie ein Rotationsverfahren oder ein „Berührt-Geführt-Verfahren“ für den Kontakt mit dem Bürger wählt.
    Das eine bedeutet, dass nach Ablauf eines Zeitraumes (meist) alle 6 Monate, der Sachbearbeiter wechselt.
    Das andere bedeutet, der Sachbearbeiter mit dem der erste Kontakt (auf welche Weise auch immer) stattgefunden hat, behält diesen Bürger, bis er aus der Behörde ausscheidet.
    – Beides hat seine Vor- und Nachteile, deshalb darf der Leiter das entscheiden.

    2. Jobcenter sind gelegentlich in der Lage qualifizierte Beratung zu liefern, wenn sie das Fachpersonal haben. Hauptsächlich sind sie aber auch die Anlaufstelle für die Vergabe von Qualifizierten Beratungen. Sei das in Form einer Beratung in der Arbeitsagentur oder über Existenzgründungswerkstätten oder dergleichen mehr.


  9. Sei Mutig quakte:

    Es ist gut das du den Typen druck machst. Und ein „du kannst denen eh nicht schaden“ wie es manche Feiglinge bzw. Mitläufer hier nennen ist quatsch. Und das du auf dein Recht bestehst ist total in Ordnung.

    Dienstaufsichtsbeschwerden sind unangenehm. Am besten auch ruhig noch klagen es gibt Untätigkeitsklagen, mit denen du Behörden gewaltig unter Druck setzen. Zivilrechtlich könnte man vielleicht noch Schadensersatz für entgangene Gewinne einfordern aber da würde ich nicht dran glauben. Du kannst kostenlos Klagen wenn du Prozesskosten beihilfe bekommst. Damit machst der Behörde wenigstens Druck. Wenn sie alle Leute so verhalten würde, gäbe es deutlich weniger Behörden willkür.

    Zu deinem Problem: Ich würde der Arge nicht unbedingt trauen. Frage mal bei http://www.erwerbslosenforum.de/ nach was dir so zu steht als Unterstützung für eine Firmengründung. Eine Nachbarin hat da Hilfe bekommen. Und informier dich weiter Unabhängig was du machen kannst, also welche Firmen Form etc. Und schlag hilfe nicht aus, auch wenn der Helfer sie unglücklich Formuliert wie Markus 🙂


  10. JoachimA quakte:

    „…Allerletzte Chance: Ich erhalte noch in dieser Woche eine Einladung für einen Termin, der in den ersten beiden August-Wochen liegt…“

    Und?
    Habe sie sich gemeldet oder bibbern sie nun vor Angst im Mauseloch?

    JO


  11. frosch quakte:

    @JoachimA: Sie haben. Der Termin war heute. Dienstaufsichtsbeschwerden und öffentliche Namensnennungen mochte man dann wohl doch nicht riskieren. 🙂 Ich schreib die Tage noch was dazu.


  12. JoachimA quakte:

    Glückwunsch,

    hoffentlich kommt dann wenigstens bei der „Beratung“ was Gescheites raus.

    JO


  13. Leere Versprechungen – Hartz IV und die Folgen – Teil 2 – Zynismus in Gesetzesform | Piraten-Herne | Klarmachen zum Ändern! quakte:

    […] vom ARGE Düsseldorf-Mitte von März 2012 bis August 2012, also über fünf Monate lang, verschleppt wurde, war das eine, und ein Stück weit konnte ich das sogar noch sportlich sehen, da meine Existenz […]


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