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Goodbye, Bettgestell

14. August 2012 um 19:19 Uhr von Atari-Frosch

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, die so ganz anders laufen als vorgesehen – im negativen Sinne, versteht sich. Das fing schon damit an, daß ich gar nicht vorgehabt hatte, schon um halb zehn aufzustehen; derzeit fängt mein Tagesrhythmus üblicherweise etwa eine Stunde später an. Aber mein Bettgestell meinte heute, es habe genug ausgehalten – und brach unter mir zusammen. Genauer: Die rechte Seite gab nach, und der Lattenrost hing plötzlich schief da. Und ich auch.

Schon in den letzten Wochen war mir aufgefallen, daß sich immer dann, wenn ich mich beim Aufstehen oder Hinlegen auf die Bettkante setzte, irgendwas auf dieser Seite des Bettes runterzurutschen schien. Ich schaute immer wieder nach dem Holzbalken, der den Lattenrost trägt, aber der saß fest. Heute stellte sich beim Zerlegen dann heraus, daß der mit der Rutscherei gar nichts zu tun hatte.

verbogenes Bettscharnier

Stattdessen hatten sich die Scharniere, die den Rahmen zusammenhalten, insbesondere auf dieser Seite stark verbogen, die Schrauben guckten schon ein ganzes Stück weit raus und ihre Gewinde waren ausgefressen. Die Schrauben selbst waren dabei übrigens erstaunlicherweise gerade geblieben; offenbar waren es nur die Scharniere selbst, die das Gesamtgewicht nicht mehr halten konnten.

Dieses Bettgestell bekam ich im November 2000 beim Bezug meiner ersten Düsseldorfer Wohnung – aus einem Soziallager als Gesamtpaket zusammen mit einem einfachen Lattenrost mit starren, weit auseinanderstehenden Holzlatten und einer dünnen Matratze. Den Lattenrost hatte ich schon vor längerer Zeit aussortiert und dann zeitweise auch direkt mit zwei Matratzen oder einem Luftbett auf dem Boden geschlafen, weil er mir nicht nur schlimme Rückenschmerzen bereitet, sondern auch sämtliche Matratzen in kurzer Zeit gekillt hatte. Und ich halte überhaupt nichts davon, mit dem Hartz-Regelsatz auch noch mindestens alle halbe Jahre eine neue Billigmatratze kaufen zu müssen. Eine Zeitlang hatte ich noch meine Matratze aus meiner Zeit vor Düsseldorf benutzt, die ich aber erst 2001 mit anderen Dingen zusammen holen konnte, aber auch die hat der billige Lattenrost erfolgreich erledigt.

Letzten Dezember hatte ich es ja dann endlich geschafft, mir einen Lattenrost und eine dazu passende Matratze zu kaufen in einer Preisklasse, die zwar noch nicht das Optimum darstellen, aber doch so einigermaßen in der Lage sind, Rücken und Muskulatur zu entlasten. Für ein neues Bettgestell hat es aber nicht gereicht; schon mit Matratze und Rost war ich hart an meine finanziellen Möglichkeiten gegangen. Als die beiden Teile geliefert wurden, sagte mir der Mensch, der das Ganze aufbauen sollte, bereits, daß das Bettgestell „aber nicht so optimal“ sei. Er meinte, es könne sein, daß es das Gewicht nicht aushalten würde. Leider hat er offenbar recht behalten.

Denn was ich heute beim Zerlegen erst feststellte: Dieser neue Lattenrost ist um einiges schwerer als das billige Holzding, das ich vorher hatte. Ich mußte mich schon ziemlich anstrengen, um den Rost da rauszuhieven und beiseitestellen zu können. Dieses zusätzliche Gewicht war dann offenbar zu viel für den Rahmen geworden.

Ich bekam ein paar Reparaturvorschläge, aber bei allen ist klar: Es würde trotz teils relativ hohem Aufwand ein Provisorium bleiben. Ja, ich könnte die Scharniere versetzen; da das Holz aber schon angegriffen ist, rechne ich nicht damit, daß es länger als ein paar Tage hält. Ja, ich könnte Holzblöcke in die Ecken schrauben – im Prinzip selbes Problem. Und ja, ich könnte sogar Holzblöcke reinschrauben, einen zusätzlichen Halt durch überkreuz angebrachte Latten schaffen und eine Platte reinlegen. Würde vielleicht sogar länger halten, aber dann ist der Lattenrost raus, die Matratze läge auf der Platte, und dann kann ich mir die ganze Mühe auch sparen und die Matratze direkt auf den Boden legen – das Ergebnis für meinen Rücken wäre bzw. ist dasselbe.

Im Moment läuft es darauf hinaus, daß ich die Matratze auf den Boden legen werde. Für ein paar Tage geht das hoffentlich gut. Ab morgen klappere ich dann Sozialkaufhäuser, Soziallager etc. ab, ob es da was gibt, was ich abgreifen kann (und was ich dafür vorlegen müßte). Ansonsten gibt es ein einziges, preislich im Rahmen liegendes Bettgestell bei Ikea, das ich vielleicht kaufen könnte, bei dem aber nicht klar ist, welches Gewicht es hält. Oder ich geh mal wieder an meine finanziellen Grenzen und versuche es mit einem Metallgestell.

Wenn jemand was passendes (Maße der Matratze: 100 x 200 cm) übrig hat, sag ich aber auch nicht nein. 🙂

Ist ja nicht so, daß ich sonst keine Probleme hätte …

6 Kommentare zu “Goodbye, Bettgestell”

  1. Fozzie quakte:

    Man könnte vielleicht an versetzten Stellen auf dem Blech und im Holz neue Löcher bohren um dort die Schrauben neu zu setzen. Außerdem könnte man die „Scharniere“ mit Zwei-Komponenten-Kleber beim Festschrauben festkleben – hält dann besonders stabil, aber man bekommts außer mit Kaputtmachen nicht mehr auseinander.


  2. John quakte:

    Ich denke auch, dass reparieren immer Sinn macht. Wenn man es richtig macht, dann hält es besser als je zuvor. Theoretisch einfach größere Scharniere, die mit den alten Löchern nix zu tun haben.

    Schont die Umwelt, weil kein neues Bett, und du musst nicht auf dem Boden schlafen.


  3. Feenminze quakte:

    @Fozzie und John,

    sicher macht reparieren immer Sinn.. da wo es möglich ist. Das Problem beim Frosch sind nicht die heraus gerissenen Schrauben, sondern das morsche Holz des Bettgestells.
    Natürlich könnte man das gesamte Bettgestell innen und aussen mit einem Metall-oder Blechrahmen versehen, die über Bohrungen miteinander verbunden werden,und damit die Holzfüsse das ganze auch halten, da ebenfalls Metallstützen anbringen. Wenn der Frosch damit fertig ist, hat sie uU. mehr an Geld und Arbeitsleistung verschlissen, als es ein neues Gestell erfordert hätte.
    Problem klar? Froschi kann aus dem morschen Holz kein angemessen dauerhaftes Gestell zaubern und benötigt eher materielle Hilfe in Form eines nicht mehr benötigten Betgestells. Schade das Berlin und Düsseldorf soweit auseinander liegen, das Problem wäre dann schon seit wenigstens 2 Jahren Geschichte.

    Gruß
    Feenminze


  4. frosch quakte:

    @Feenminze: Und schade, daß ich nicht in Berlin wohne, gelle? 😉

    So. Und ich geh jetzt los, ich hab nämlich von einem Holzfachhandel ein vernünftiges Angebot bekommen. Zusammen mit dem Bettenbauer gehe ich mir das Holz jetzt mal angucken.


  5. Charlotte quakte:

    Bettenbauer? Wo findet man so jemanden denn?


  6. frosch quakte:

    @Charlotte: Der Mann ist natürlich kein „Bettenbauer” in dem Sinne, sondern jemand, der mir beim Bettenbau geholfen hat. Herausgekommen ist dann erst das hier: Goodbye Bettgestell (2) und schließlich das hier: Bettenbau. Im Blogartikel unterlag ich noch dem Mißverständnis, daß mir das Bett gebaut würde, ich hab das dort später nicht mehr korrigiert.

    PS: Den Werbe-URL hab ich rausgenommen, sowas mag ich hier nicht.


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