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Ironie

14. Juni 2013 um 20:59 Uhr von Atari-Frosch

Alex machte eben mit seinem Blogbeitrag Die Sache mit der Ironie in der Online-Kommunikation auf einen Aufruf des Webmaster Friday aufmerksam. Es geht darum, die eigene Sicht zum Thema Ironie im Internet darzulegen. Nun ist Ironie für mich als Asperger-Autistin nochmal ein ganz eigenes Thema.

Ironie funktioniert nur, wenn man die ironisch gemeinte Aussage richtig interpretieren kann. Auf keinen Fall ist sie wörtlich zu verstehen. Und das ist der Knackpunkt: Im Wörtlich-Nehmen sind wir Autisten quasi Spezialisten. Und selbst, wenn ich „richtig“ reagiere, kann es trotzdem sein, daß mein Gehirn erstmal den „wörtlichen“ Weg durchdenkt, um abzuwägen, ob etwas nun ernst oder ironisch/sarkastisch gemeint ist. Und manchmal, wenn ich mich nicht entscheiden kann, sage ich dann lieber gar nichts, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, daß ich die Aussage falsch verstanden habe.

Der Unterschied zwischen gesprochenem und geschriebenem Text spielt für mich dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle. Denn auch den Tonfall kann ich nicht immer richtig interpretieren; abhängig davon, wie gut ich jemanden kenne, kann ich dabei alles genau richtig einschätzen oder auch völlig daneben liegen. Insofern ist der Tonfall für mich keine echte Hilfe bei der Interpretation von Ironie.

In meinen eigenen Texten wird man eher keine feine Ironie finden. Mir liegt dann eher deutlicher Sarkasmus bis hin zum beißenden Zynismus. Nicht nur, weil sie deutlicher sind, sondern vor allem, weil das für mich Strategien sind, mit Aggression umzugehen. Aggressionen, die ausgelöst werden durch Meldungen, die mich einfach wütend werden lassen. Nach dem Motto: besser beißenden Zynismus schreiben als jemandem die Kauleiste einzuschlagen.

Auf der anderen Seite ist es meist eine Reaktion auf (gewollt oder ungewollt) zynisches Handeln anderer, quasi eine Spiegelfunktion: Sei nicht zynisch zu mir, dann bin ich nicht zynisch zu Dir. Oder auch: Wenn Du meinen Zynismus nicht abkannst, überleg mal, wie Du mit mir umgehst. (Wobei „mit mir umgehst“ sich auch auf den Umgang mit einer Gruppe beziehen kann, der ich – gewollt oder ungewollt – angehöre.)

Fazit: Ironie ist eher nichts für mich. 😉

Ein Kommentar zu “Ironie”

  1. Manu-1978 quakte:

    Hi Frosch

    ich kann mit Ironie auch nichts anfangen. Entweder verstehe ich ihn nicht und nehme alles zu ernst oder zu wörtlich oder ich schlage um mich (natürlich nur mit Worten). Ich selbst kann sehr wohl ironisch oder vielleicht eher sarkastisch/zynisch sein, was verwirrend sein kann, da ich es auch verstehen müsste, was ich widerum nicht kann, zumindest in den meisten Fällen. Ist schon ein schwieriges Thema.

    Gruß Manu


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