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Terroristen

21. November 2013 um 14:29 Uhr von Atari-Frosch

Also … wenn Taliban Bombenanschläge gegen ihnen unangenehme Personen oder Organisationen verüben, dann wird das „Terror“ genannt.

Wenn die US-amerikanische Regierung Bombenanschläge mit Hilfe von Drohnen gegen ihnen unliebsame Personen oder Organisationen ausführen läßt, dann wird das „Krieg gegen den Terror“ genannt.

Worin liegt aber nun eigentlich der Unterschied?

  • Beide Seiten nehmen „Kollateralschäden“ (also: weitere Tote und Verletzte) in Kauf.
  • Beide Seiten fühlen sich im Recht.
  • Beide Seiten glauben, für „die gute Sache“ zu kämpfen.

Juristisch gesehen machen beide doch eigentlich dasselbe: Sie verüben Anschläge und verbreiten Angst und Schrecken, um mehr oder weniger gezielt Menschen zu töten, die in ihren Augen Verbrecher sind. Die, die den „Krieg gegen den Terror“ führen, bedienen sich also genau derselben Methoden wie diejenigen, die sie angeblich bekämpfen wollen.

Auge um Auge? Sollten wir nicht längst darüber hinaus sein?

Wenn ich mich nicht sehr irre, dann haben die USA in ihren Gesetzen (Name und/oder Paragrafen weiß ich natürlich nicht) auch eine Gleichheit vor dem Gesetz stehen. Wie müßte also ein US-amerikanisches Gericht über den Präsidenten der USA urteilen? Wie müßte er selbst über sich urteilen?

Hat das ein Journalist schonmal den US-amerikanischen Präsidenten gefragt?

Verbrecher gehören vor ein ordentliches, unabhängiges Gericht, das die Tatsachen untersucht und ein Urteil fällt. Niemand hat das Recht, einen anderen einfach „abzuknallen“, aus keinem Motiv heraus. Mit Verbrechen bekämpft man keine Verbrechen, mit Terror keinen Terror.

Somit bleibt die Feststellung, daß der Präsident der USA ein mutmaßlicher Verbrecher ist. Oder eben – Terrorist.

2 Kommentare zu “Terroristen”

  1. DonKrawallo quakte:

    Nein, Amerikaner[1] und Taliban machen nicht das Gleiche. Die Amerikaner sind widerlicher, aber aus einem anderem Grund.

    Die Amerikaner benutzen ihre gar nicht mal so kleine Armee, um diese Angriffe auszuführen. Damit ist das, was sie da tun, zumindest theoretisch juristisch abgedeckt: Das Töten eines (oder meherer) gegnerischen Kombattanten ist unter den Bedingungen, die die Genfer Konventionen vorgeben, durchaus legitim.

    Jetzt könnte man sagen, dass das Töten eines unbewaffneten oder sich ergebenden Kombattanten ist aber danach nicht erlaubt ist. Das ist ja richtig, aber die Amerikaner nehmen ihrem Gegner, den Taliban, einfach den Kombattanten-Stauts, in dem sie sie „unrechtmäßige Kombattanten“ nennen (oder so ähnlich). Damit wird das Erschießen hinterrücks auf einmal legal.

    Es gibt also schlicht keine Anklagegrundlage. Und ohne diese Grundlage gibt es auch keine Möglichkeit, politisch vorzugehen. Ergo müsste eine Nation, die (politisch) stark genug ist, erst einmal diesen komischen Kombattanten-Status in Frage stellen. Russland wäre ein Kandidat für diese Aufgabe, aber ich bin mir sicher, dass Putin das nicht macht, weil er diesen Status gerne für die eigenen Feinde benutzen möchte.

    Was machen die Amerikaner also wirklich? Sie legalisieren Kriegsverbrechen. Und die logische Steigerung davon ist legaler Völkermord. Das wird kommen. Vielleicht nicht morgen oder nächstes Jahr, aber in 10 Jahren ganz sicher. Merk dir meine Worte.

    [1] Ich benutze „Amerikaner“ als Synonym für die USA. Die anderen Länder auf beiden amerikanischen Kontinenten mögen mir das verzeihen.


  2. pandaros quakte:

    Wenn man eine Schießerei beobachtet, dann sind alle gleich und »Verbrecher«. Die einen haben vielleicht rote Kappen auf, die anderen blaue. Man wünscht sich, dass sie einfach damit aufhören, Menschen zu töten.

    Genau das ist die Perspektive der Friedensbewegung. Die Menschen sollen keine Kriege führen und ihre Angelegenheiten friedlich regeln. Auch behauptet die Friedensbewegung, dass es keine Legitimation für einen Angriffkrieg gäbe.

    Wenn man sich dann kriegerische Auseinandersetzungen weiter anschaut, wird deutlich, es geht um Vorstellungen was »gerecht und richtig« ist, und eine Seite versucht diese Ideen gegen eine andere Gruppe durchzusetzen.

    Wer also über die Einschätzung der Friedensbewegung hinausgeht, hat die Aufgabe, zu bewerten, welche Seite vertritt die »gerechte Sache« und wer sind die Bösen. Man muss sich also mit dem Inhalt des Streites auseinandersetzen. – Wer aber das macht, schlägt sich unwillkürlich auf eine Seite.

    Ich persönlich halte die Position der Friedensbewegung zwar für verständlich, aber nicht für realistisch. Es ist somit auch gar nicht verkehrt, sich den Streitpunkten der jeweiligen Gegner zu widmen und sie zu untersuchen und Position zu beziehen.

    »Mit Verbrechen bekämpft man keine Verbrechen, mit Terror keinen Terror.«

    Wie dann? Etwa am Beispiel von Hitler.


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