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Werbeartikel im Blog

31. März 2014 um 17:48 Uhr von Atari-Frosch

Kürzlich kam mal wieder so eine E-Mail, in welcher mir „editorial content“ für mein Blog „angeboten“ wurde. Ein nicht als Werbung markierter Artikel, der irgendeine nicht genannte Firma über den grünen Klee loben und „genau im Ton und Duktus Ihres Blogs“ geschrieben sein sollte. Ja ne is klar. Leute, meinen Ton trefft Ihr eh nicht. 😉

In diesem Fall besaß die anfragende Marketing-Firma sogar die Frechheit, nochmal „höflich nachzufragen“, ob ich mir das tolle Angebot denn mal überlegt hätte. Um das hier mal klarzustellen: Nein. Ich überlege nicht, mit Spammern ins Geschäft zu kommen. Also: So richtig gar nicht.

Die erste Mail dieser Spammerbude namens „Total Marketing“ sah so aus:

Hi,

We are interested in producing editorial content for your site.

We would be happy to pay an administration fee of €65 annually for your time spent reviewing and publishing our content referencing our client, one of the largest entertainment and gaming operators in Germany & worldwide. The content will be professionally written in line with your site’s tone and voice.

Payment can be made by PayPal.

I appreciate your consideration and look forward to hearing from you.

Sincerely,
Katie Shaw
Marketing Assistant

[Kontaktdaten]

Ich soll also für läppische 65 € im Jahr meinen guten Namen für eine Firma hergeben, die mir erstmal nicht genannt wird und die ich vermutlich auch nicht kenne, ohne mir vorher auch nur ein Bild von diesem Laden machen zu können. Mein Blog soll für diese Firma auf eine reine Werbeplattform reduziert werden, die für sie nur existiert, damit sie ihren Werbemüll irgendwo plazieren können. Denn ich glaube kaum, daß auch nur eine Figur aus dieser Firma oder aus dieser Spammer-Bude sich ansonsten irgendwie für die Inhalte meines Blogs interessiert.

65 € im Jahr dafür, daß ich mir in den Kommentaren jegliche Kritik an dieser Firma um die Ohren schlagen lassen darf, teils vielleicht sogar sehr persönlich (und die „Kritik“ hier im Blog wird gelegentlich sehr persönlich), ohne daß sich der Kunde dieser Marketing-Bude dafür interessieren muß. Die Scheiße, mit der eigentlich die Firma beworfen werden soll, darf doch bitte der kleine Blogger abkriegen, der so dumm war, für ein Taschengeld Werbung zu veröffentlichen. (Und wenn ich die Kommentare abschalte, kommen dann eben E-Mails.)

Denn böse Kritik wird mit Sicherheit kommen. Eine Firma, die meint, daß reguläre Werbung in Form von Anzeigen nicht genügt, sondern sie sich auch noch (oder vielleicht sogar nur) über gekaufte „redaktionelle“ Artikel ihren potentiellen Kunden aufdrängen müssen, muß es ja echt nötig haben. Seriös kommt so ein Laden bei mir jedenfalls nicht rüber. Da stellt sich doch die Frage, was das für ein komischer Haufen ist, der meint, solche Methoden nötig zu haben.

Ganz unabhängig davon glaube ich, daß mein Blog durch solche Artikel teils massiv an Glaubwürdigkeit verlieren würde. So, wie es jetzt ist, ist es authentisch. Würde ich nun unter meinem Namen und ohne Kennzeichnung werbende Artikel publizieren, hinter denen ich gar nicht stehe, dann gäbe ich diese Authentizität auf. Und das werde ich mit Sicherheit nicht tun.

Das heißt nicht, daß ich niemals Produkte erwähne, vielleicht sogar lobend. Aber dann muß ich von dem jeweiligen Produkt wirklich selbst überzeugt sein. Gegen Geld mache ich das nicht, und wenn ich noch so dringend welches brauchen sollte. Denn der Preis, der langfristige Verlust der Authentizität, ist mir zu hoch.

Gekennzeichnete Werbeanzeigen sind ein anderes Thema, aber auch davon müßte man mich erstmal mit guten Argumenten überzeugen (und Geld zählt bei mir nicht als gutes Argument, sondern nur als eines unter „ferner liefen“). Denn ich möchte meine Leserinnen und Leser damit eigentlich nicht belästigen. Stattdessen habe ich ja den Flattr-Button eingebaut.

Die Nachfrage von „Total Marketing“:

Hi,

I emailed you previously about a guest editorial on your site and just wanted to see if you had a chance to think about it?

If receiving quality exclusive content for your site sounds interesting to you, please let me know.

Thanks again for your time.

Sincerely,
Katie Shaw
Marketing Assistant

beantwortete ich dann nur noch mit

I consider every „request“ of placing advertising articles on my blog as spam. So stop spamming me.

Ich hoffe, sie haben es kapiert.

2 Kommentare zu “Werbeartikel im Blog”

  1. Fozzie quakte:

    65€ – na siehste mal wie wenig Reichweite dein Blog hat. ^^


  2. Küstennebel quakte:

    Schön das es das noch gibt *schluchtz

    Echter Stolz!

    Menschen, die ihre Stimme nicht für paar füffzich verschleudern wollen 🙂


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