Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

Zur Website | Impressum

Harald und die Demokratiesimulation

31. Mai 2014 um 15:41 Uhr von Atari-Frosch

Diesen Text habe ich von einem Autor aus dem IRC, der ungenannt bleiben möchte.

Guten Tag, liebe Mitleserinnen und Mitleser!

Auch heute möchte ich Sie wieder herzlich in unserer wunderschönen Demokratiesimulation begrüßen.

Die Sonne scheint, die Frösche quaken, es ist ein wunderschöner Tag! In Karlsruhe sitzt Harald Range auf der Terasse und genießt das Wochenende. Er freut sich, wieder eine Woche ohne überbordende Aktivitäten hinter sich gebracht zu haben. Seine Freunde und Gönner auf beiden Seiten des Atlantiks haben ihn sogar gelobt. Das Gespräch mit seinem israelischen Kollegen war von gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Harald ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Wenn ihm dieses Jahr nicht ein lukrativer Posten in der Politik oder Wirtschaft angeboten wird, wird er sich gelassen zur Ruhe setzen. Sorgen hat er keine.

Seine Freunde haben Wort gehalten. Über seine Vergangenheit ist nichts bekannt geworden. Die Gegenleistungen hat er geliefert. Er weiß, man wird ihn auch weiterhin in Ruhe lassen, solange er seinen Teil der Vereinbarung einhält. Harald geht es gut.

Die Tatsache, dass ausgerechnend er die Korruptionsbekämpfung zu einem seiner Schwerpunkte machen konnte – und dies sogar öffentlich gut darstellte – lässt ihn lächeln. Auch seine vorbeugenden Maßnahmen gegen Randalierer bei der WM 2006 hatten seinen Ruf sehr gestärkt. Wichtiger war allerdings, dass die massive Randale, die – wie immer – stattfand, in den führenden Medien praktisch nicht erwähnt wurde. Harald hatte seinen Beitrag zum „Sommermärchen“ geliefert.

Er wird auch weiter seinen Beitrag zur Stabilität der Verhältnisse liefern – vermutlich noch ein Jahr, dann setzt er sich in seiner Heimat Celle zur Ruhe. Celle, dies für die Mitleserinnen und Mitleser, ist eine weithin unbekannte Stadt in der norddeutschen Tiefebene. Sie erlangte nur einmal kurzfristige Berühmtheit durch ein Loch in einer Gefängnismauer.

So wird auch dieses schöne Frühlingswochenende vergehen, ohne das unsere Demokratiesimulation ins Wanken gerät. Genießen Sie es, liebe Mitleserinnen und Mitleser, und loggen Sie sich auch das nächste Mal wieder ein, wenn es wieder heißt: „Die Elite herrscht, die Welt ist schön, und das ist auch gut so“.

Auf Wiedersehen.

Fand ich sehr passend. Harald Range hat sich offenbar für die blaue Pille entschieden, was, wie es im Film „The Matrix“ heißt, ihm niemand verübeln kann, bedeutet es doch ein ruhiges Leben.

Besser für die Menschen, die Grundrechte und die Demokratie wär's natürlich gewesen, er hätte die rote Pille gewählt – wie Edward Snowden. Das ist dann natürlich, sagen wir, nicht so bequem.

Kommentieren

Bitte beachte die Kommentarregeln!

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>