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Dear George Takei,

4. August 2014 um 5:37 Uhr von Atari-Frosch

since some time I follow you on Twitter and Google+, and I adore your fight for the rights of homosexual people. I saw your videos on YouTube in which you spoke – partly ironically, partly seriously – to those who have prejudices against homosexuals and/or the marriage between people of the same sex.

The more I wondered about a tweet you sent twice these days. It comes with a photograph which shows a woman from behind. She just stood up from her wheelchair to stretch for a bottle of an (obviously alcoholic) drink in a supermarket. Additional text on this photo says: „There has been a miracle / in the alcohol isle“. In your tweets you commented it with „She was filled with the holy...spirits:“. This photo was posted by you or somebody who has access to your account on August 2nd, and once again on August 3rd.

I wonder even more about the fact that you did not react on the comments in which several people (me included) told you that there are of course wheelchair users who can stand up and even walk a few steps. Not all of them, sure, but more than many people might think.

This photo shows a scene that should be quite normal in both of our societies: A disabled woman who does her shopping. Obviously she does not need any help in this situation and is getting along by herself.

There is really no reason to assume (or give your followers the assumption) that this unknown woman was faking a paralysis or just pretending to be disabled.

Even more, these two tweets of yours give people the impression that you think every wheelchair user who is able to stand up is just faking her/his disability – and your followers could or should think that, too.

To get things straight (no pun intended): I am not a wheelchair user. I was born autistic („Aspergers“) and additionally suffer from a chronic depression. So, like you, I know what prejudices mean and how much harm they can cause.

Please, dear George Takei, delete these two tweets and show and tell your followers that you are not willing to spread prejudices against disabled people!

With great respect

your fan

Sabine (@AtariFrosch)

[Update 2014-08-05 09:55] Auf die diversen Beschwerden – vermutlich auch auf Facebook – kam dort eine Reaktion. Eine, die ich nur als enttäuschend bezeichnen kann:

Fans get „offended“ from time to time by my posts. There hardly is a day where something I put up doesn't engender controversy. Concerned fans, worried the sky may fall, ask me to „take it down. So I'm also going to ask them also to take it down--a notch, please.

(Ausschnitt eines Screenshots von Facebook; Original auf Imgur; aufmerksam gemacht hat mich @kamikazow auf Twitter)

So sehr, wie er für die Rechte und Anerkennung von Homosexuellen kämpft, so wenig interessiert er sich offenbar für die Rechte und Anerkennung anderer benachteiligter Menschen. Schade. Ich entfolge dann mal, aber ihm kann es ja egal sein, ob ihm eine Person mehr oder weniger folgt – während es behinderten Menschen leider nicht egal sein kann, ob sie ein Mensch mit großer Reichweite mehr oder weniger lächerlich macht. [/Update]

23 Kommentare zu “Dear George Takei,”

  1. Joachim quakte:

    Kann ich, falls das wirklich so geschehen ist, nur unterschreiben. Nur helfen wird das kaum. Denn Menschen sind so.

    Faszinierend. Was bleibt ist „die Aufgabe, das menschliche Verhalten zu hinterfragen“ (aus Wikipedia über Takeis Kollegen Spock) und, wo wir also gerade bei Spock sind, Friede und ein langes Leben zu wünschen.


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Joachim: Nein, Menschen „sind“ nicht „so“. Menschen können erkennen, daß sie falsch gehandelt haben, und ihr zukünftiges Verhalten an dieser Erfahrung ausrichten.

    Ich wurde als Kind/Jugendliche sozialisiert in einem Umfeld, in welchem Werte vermittelt wurden, die ich heute nicht mehr akzeptieren kann. Beispiele:

    • „Bei Italienern und Türken mußt Du aufpassen, die begrapschen alle Frauen.“
    • „Ausländer nehmen uns Deutschen die Arbeitsplätze weg.“
    • „Wetten tun die Juden, wenn sie Geld brauchen.“
    • „Als Mädchen geht man nicht in einen technischen Beruf.“
    • „Rock/Pop ist Negermusik, hör besser Schlager/Klassik.“

    Das sind teils wörtliche, teils sinngemäße Aussagen, die ich immer wieder zu hören bekam und zunächst auch verinnerlicht hatte. Ohne Reflexionsfähigkeit auf eigene Erfahrungen, auf das, was neue Bekanntschaften sagten oder auf das, was ich zu lesen bekam, wäre ich heute eine sexistische Migranten-Hasserin. Und ich unterstelle George Takei durchaus, zu dieser Art von Reflexion ebenfalls fähig zu sein – schon aus der sehr persönlichen Einsicht heraus, daß solche Vorurteile nur Schaden anrichten.


  3. Joachim quakte:

    Sorry Frosch, da habe ich wohl zu sehr gekürzt. Genau das meinte ich. Reflexion bedeutet auch immer wieder das menschliche Verhalten zu hinterfragen. Das hast Du sehr schön und unaufgeregt getan. Trotzdem, bis wir das Thema endlich vergessen können dürfte noch eine halbe Ewigkeit vergehen. Da müssen wir (wer auch immer das ist) also immer wieder den Finger mit allem notwendigen Respekt in die „Wunde“ legen.

    Thx für die Klarstellung.


  4. Fozzie quakte:

    Die Idee, man könnte das aus dem Bild verallgemeinernd schlussfolgern erscheint mir völlig abwegig.


  5. Joachim quakte:

    Zum Update:

    Seine „Argumentation“ ist dreist. „The sky may fall“? Macht er schon wieder andere lächerlich? Der versteht überhaupt nicht, was da passiert war und wie fahrlässig er mit dem Medium, in dem er überaus einflussreich ist, umgeht.

    Angenommen, seine Sicht der alten(?) Dame würde stimmen, was hat er nun für ein Bild von sich präsentiert? Ich meine, eine alte Dame, die in dieser Situation säuft, die wäre ja vielleicht zu verstehen oder zu „bemitleiden“ (ein fürchterliches Wort tl;dr). Ein „Held“, der etwas nicht begreift, der ist jedoch einfach nur dumm. Da heute „jeder Held“ sein will wird es eben noch dauern, bis wir begreifen.

    Okay, wieder massiv gekürzt. Sei bitte nicht zu streng mit mir, ja? Ich find’s doch gut, was Du machst.


  6. Atari-Frosch quakte:

    @Fozzie: Original-Posting auf Facebook mit teils sehr deutlichen Kommentaren bereits in den ersten Minuten nach dem Posting: She was filled with the holy…spirits (Zeitstempel: 02.08.2014 09:15 Uhr); Original-Posting auf Facebook mit der Einleitung Fans get „offended“ from time to time (Zeitstempel: 02.08.2014 13:22 Uhr). Das ist nicht verallgemeinert, sondern genau darauf gerichtet. Hättest Du aber auch selbst rausfinden können.


  7. Atari-Frosch quakte:

    @Joachim: So alt scheint mir die Dame gar nicht zu sein. Obwohl mein TFT hier ungewöhnlich hell ist und manche sehr pastell-hellen Farben schlicht zu weiß werden (ich hab schon versucht, dran rumzuschrauben, so richtig zufrieden bin ich noch nicht), sehe ich die Haarfarbe eher als blond denn als grau. Die Kleidung wäre für eine ältere Dame auch relativ untypisch.

    Aber ganz unabhängig davon: Ja, er scheint es nicht zu begreifen. Und gerade das verstehe ich ja nicht, eben weil er selbst Minderheitenrechte verteidigt – nur eben andere.


  8. Fozzie quakte:

    Klaaaar, die paar Leute die so verquert mutmaßen, dass man das so verallgemeinert, sind jetzt der Maßstab für den Rest der Welt.


  9. Atari-Frosch quakte:

    @Fozzie: Klaaaar, weil das, was Medien oder auch Menschen mit großer Reichweite schreiben, ja so gaaar keine Auswirkungen hat. „Wovor ich Angst habe“ von Benjamin Falk = @h4wkey3); siehe auch im Blog „Angry Sascha is angry“ den Beitrag Autismus, Asperger, dumme Berichterstattung und: persönliche Transparenz.

    Ja, die Artikel betreffen keine Menschen mit körperlichen Behinderungen, aber die Wahrnehmung von Nichtbetroffenen bei falscher, fehlerhafter bis dummer Berichterstattung über andere Behinderungen ist die gleiche. Und damit solche Falschbeurteilungen und Vorurteile gar nicht erst aufkommen, ist es besser, gleich was zu sagen und nicht dann erst, wenn viele Berichte, Bemerkungen und Behauptungen die öffentliche Meinung bereits beeinflußt haben wie bei Autismus oder auch Schizophrenie.


  10. Fozzie quakte:

    Ich wage zu bezweifeln, dass solche Falschbeurteilungen überhaupt die Rolle spielen. Die paar Leute die sich da im Web enthemmen und entsprechend kommentieren sind nicht der Maßstab für den Rest der Welt. Aber Du würdest dich wahrscheinlich drüber aufregen wenn es auch nur ein einzelnes derartiges Arschloch gäbe.


  11. Atari-Frosch quakte:

    @Fozzie: Du darfst zweifeln, woran Du magst. Für Dich spielt es ja offenbar keine Rolle, wie andere sich damit fühlen, mehr oder weniger ständig falsch dargestellt zu werden. Das mit der Empathie üben wir dann nochmal, ne?


  12. Fozzie quakte:

    Das mit der ständigen Falschdarstellung ist deine subjektive Wahrnehmung.


  13. Atari-Frosch quakte:

    Genau. Meine und die von den Autisten @h4wkey3, @Felicea, @fotobus, @QuerDenkender, @pollys_pocket, @zombiekitty78 usw. – wir bilden uns das alle nur ein, weil es für Dich bequemer ist, wegzusehen. Der Sascha bildet sich das bestimmt auch nur ein.

    (Is‘ gut jetzt. Wir wissen jetzt, daß sich alle das, was Du Dir nicht vorstellen kannst, nur einbilden. Weitere Bemerkungen dieser Art fliegen direkt aus der Moderation in den Trash. Ganz ohne Einbildung.)


  14. Fozzie quakte:

    Ich wage zu bezweifeln, dass überhaupt ein nennenswerter Anteil der Bevölkerung solche Ansichten hat. Aber die paar die solche Ansichten im Internet äußern weil sie dort quasi anonym sind sind dann Stein des Anstoßes – obwohl das keine realen Verhältnisse wiederspiegelt.


  15. Joachim quakte:

    @Atari-Frosch
    da habe ich also immer noch zu viel gekürzt. Also, weil Du das (dankenswerter Weise) immer wieder ansprichst (ja, das ist eine Art Entschuldigung für das was kommt):

    Ich mag Deinen Begriff von Behinderung nicht – auch wenn ich sehe, dass (nur) Manche (etwa Du) das Recht haben, den zu benutzen.

    Ich finde, Takei zeigt sehr gut, was ich meine. Ich muss ausholen:

    Nach DSM-IV ist zum Beispiel „Mangel an sozialer oder emotionaler Gegenseitigkeit“ ein Kennzeichen für Autismus. Ein anderes Beispiel/Kriterium ist die Gesichtsblindheit. Die „statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ nach ICD-10 ist ganz ähnlich. Gut, Autismus ist für Betroffene und Angehörige tatsächlich ein teilweise massives Problem. Es ist sinnvoll (z.B. nach ICD-10) Bescheid zu wissen und sich entsprechend zu verhalten oder Unterstützung zu suchen. Das ist die eine Seite.

    Die andere Seite ist, dass Takei eine Art soziale Inkompetenz an den Tag gelegt hat. Und egal, ob er Recht hat oder nicht, Fozzie, nur als Beispiel, offenbart aus meine Sicht auch kein besonderes Einfühlungsvermögen.

    Nun stellt sich die Frage, ob soziale Inkompetenz nicht auch in die DSM-Kriterien aufgenommen werden müsste. Ich meine, Überheblichkeit, Diskriminierung oder auch „nur“ eine unangemessene Gefühlskälte oder Intoleranz richten erheblichen Schaden an. Psychische „Krankheiten“ nehmen nicht zuletzt deshalb massiv zu. Sie schaffen Probleme für Betroffene und deren Umgebung. Komischerweise kannst Du ein Arschloch sein, ohne dass Dir ein „Gesundheitsproblem“ attestiert wird. Mehr noch, als Psychopath kann man es weit bringen, bis in die höchsten Ränge von Politik und Wirtschaft (Anmerkung: es gibt Studien dazu)

    Es stellt sich die Frage, was ist Schlimmer? Sich 🙂 und 🙁 vorstellen zu müssen um Andere zu verstehen oder Andere zu diskriminieren. Ist es wirklich so schlimm, die Gewohnheiten und Formalismen von Autisten zu respektieren?

    Die Klassifizierungen, die unseren Begriff der Behinderung definieren, sind weder vollständig, noch korrekt. Ein Mensch ist weit mehr, als eine Summe aus Kriterien. Das Ganze ist mehr, als die Summe der Teile. Die Kriterium der DSM (und Co.) lassen keinen Menschen „gut“ dastehen. Positive Dinge werden gar nicht angesprochen. Doch erst der Mix macht den individuellen Menschen aus (stark vereinfacht gesagt). Nur die positiven Dinge können in einer Therapie (die ich in der Regel ablehne!) helfen. Doch die werden kaum sinnvoll klassifiziert. Autisten haben, wie jeder Mensch, individuelle und auch systematische Stärken.

    Ein Autisten kann unsere Sicht schon mal so empfinden, wie Fozzi oder Takei, wenn ich ihnen soziale Inkompetenz, also ein Behinderung, unterstelle. Der Unterschied ist, Fozzi kann sich wehren und Takei kann mit dem Himmel, der einem auf den Kopf fällt Kritiker für nicht so ganz ernst zu nehmen, einfach mundtot machen. Der Autist aber hört das sein Leben lang. Er hat lange aufgehört sich zu wehren. Er ist nicht freiwillig in einer anderen Welt.

    Seine andere Kommunikation und sein anderes, oft sehr logisches Denken macht ihn zum Alien und Außenseiter. Dabei galten in Indien (?) Autisten auch mal als Heilige. Autisten, besonders schwere Fälle, sind sicher nicht einfach. Doch es sind Menschen mit Gefühlen, Wünschen und vielen besonderen Fähigkeiten. Leiden tun sie insbesondere an uns, an der Gesellschaft, die es bringt zu sagen:

    1) Oh, die Katze, ist die nicht süß?
    2) Oh, Panik, mein Kind ist Autist.

    Mancher denkt über Abtreibungen nach, über Heilung mit Chlorbleiche, an Sonderschulen und Behindertenausweis, Entmündigung. Das ist die Konsequenz des Begriffs Behinderung.

    Ja, ich übertreibe und bin anständig böse. Eltern geben sich alle Mühe und ich „schlage“ sie. Das ist nicht fair. Denn sie leiden und lieben auch. Aber irgend jemand muss es ihnen klar machen:

    Wir sind alle Behindert. So what?

    Man kann stolz auf seine Individualität sein. Niemand darf sie abqualifizieren. Wer möchte schon „Normal“ sein? Normal ist ein Schimpfwort. Für besonders kann man sich nicht selbst erklären, so vergiss dass mit der Aussage, Du seist Normal um sich in Wirklichkeit über die „dummen“ zu erheben.

    Das 75 Cent Stück als Mittelwert aus 1EUR und 50 Cent ist einfach nicht existent. Du, der sich frei von Störungen wähnt, bist einfach nicht real, in der Form, in der Du Dich selbst siehst. Sei also ein wenig weniger überheblich und sprich nicht leichtfertig von Behinderung, wenn es nicht darum geht, Menschen das Leben, auch zusammen mit ihnen, zu erleichtern. „Wir“, in seiner ganzen bunten Bandbreite, ist das Zauberwort.

    Nein? Dann muss ich Dir (ein Schuh zum selbst anziehen) leider eine erhebliche Behinderung, etwa die der sozialen Inkompetenz, unterstellen.


  16. Fozzie quakte:

    Die Empathie ist nicht notwendig weil sicher wenige Rollifahrer sich durch die Kommentare von ein paar Leuten diskriminiert fühlen. Ich hab als Zivi einige Rollifahrer tageweise betreut und da hat niemand sich dadurch diskriminiert gefühlt, dass es möglicherweise Leute gibt die meinen manch ein Rollifahrer würde seine Behinderung spielen.


  17. Fozzie quakte:

    Und um es noch einmal allgemeiner klarzustellen: Keiner der Behinderten mit denen ich es als Zivi zu tun hatte war so Empfindlich was Diskriminierungen als Rolliahrer angeht wie Du es hier unterstellst. Wahrscheinlich gehst Du von deiner Eigenen Diskriminierungs-Sensitivität aus und hast Empathie mit Phantom-Rollifahrern.


  18. Joachim quakte:

    @Fozzie,
    was möchtest Du uns eigentlich sagen?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Behindertenfeindlichkeit#Formen_der_Diskriminierung_behinderter_Menschen

    https://de.wikipedia.org/wiki/Behinderung#Schwierigkeiten_der_Definition

    Du möchtest sagen, da steht nur Schwachsinn? Findest Du nicht, dass Deine Sicht nicht ein wenig eingeschränkt ist? Ein wenig Empathie könnte vielleicht doch einmal Deine Sicht ein wenig erweitern.


  19. Fozzie quakte:

    Joachim, ich möchte sagen:
    a) dass ich bezweifle, dass diese Diskriminierung von einem relevanten Anteil der Gesellschaft ausgeht.
    b) dass Behinderte idR nicht so fixiert auf dieses Thema sind wie Frosch es woh meint.
    Ich habe wie gesagt 15 Monate lang 8 Stunden pro Tag verschiedene Rolliefahrer betreut (im Prinzip nur gemeinsames Faulenzen und Finkaufen) und habe da keinerlei solche Empfindlichkeiten vorgefunden.


  20. Joachim quakte:

    Nun Fozzie, ich habe andere Erfahrungen gemacht. Zieh mal mit einem Pulk Rollies, Epileptikern, Blinden usw. durch eine deutsche Stadt und wage es, ein Geschäft zu betreten. Der Blick der Leute lässt Dir die Seele gefrieren.

    „Behinderte“ (Du weißt nun, wir sind alle Behindert), also Leute, die es zum Beispiel Taubstummensprache gelernt haben, betrachten ihr Verhalten als Kultur. Es ist Kultur. Asperger-Autisten fangen auch langsam damit an, ein anderes Selbstverständnis (als die Annahme einer Behinderung) zu entwickeln. Sie tun das, weil sie bemerken, dass es Menschen gibt, die sie verstehen. Sie müssen das tun, weil wir nicht verstehen.

    Rollie gut zu fahren ist eine Leistung. Blind durch die Stadt zu gehen ist eine Leistung. Sich den Gaffern auszusetzen ist eine Leistung. Sich mit Ämtern herumzuschlagen ist eine Leistung. „Behinderte“ leisten in aller Regel weit mehr als „normale“ Menschen. Jeder „normale“ Mensch würde hier komplett versagen. Das macht niemanden besser. Das macht aber sicher auch niemanden schlechter. Schlechter wird man nur, wenn man schlecht gemacht wird, wenn einem keine Chance gelassen wird.

    Und wir bedauern „sie“ dafür. Die Armen? Wofür? Dass wir ihnen keine Chance lassen? Merkst Du was? Merkst Du, worin die Diskriminierung besteht?

    Nein, Du machst das nicht. Aber Du leugnest genau das, was das Problem einer „Behinderung“ zu einem Großteil ausmacht. Das macht klein. Das relativiert das Empfinden (und aus meiner Sicht die Tatsachen). Das ist auch eine Form der Diskriminierung.


  21. Fozzie quakte:

    Du projezierst in die Gaffer was rein was nicht da ist.


  22. Joachim quakte:

    Tja Fozzi, das ist Deine subjektive Wahrnehmung.


  23. darksider3 quakte:

    Moin,

    Immer wieder der Fozzi, Mensch Mensch Mensch, unser Nachwuchstroll 🙂

    In vielen Punkten geb ich dem Joachim recht, auch was die Sache mit den körperlich Beeinträchtigten(Muahaha, ich bin Politisch Korrekt.^^) und dem Café betrifft.

    Aber jetzt ersetz mal die Behinderten in der selben Vorstellung mit 280 Kilo-Menschen(Nein, nichts dagegen. Dient nur der Argumentation). 90% aller werden glotzen, sich über diese Lustig machen oder Mitleid bekunden.
    Ist bei einem Rollstuhlfahrer nicht anders, bei einem blinden(oder Teilblinden mit ~80% einbüßung) mit Krückstock/Taststock, oder einem Tauben sobald er mit der Gebärdensprache antwortet, nicht anders. Es wird bemitleidet und Bevormundet oder gespottet und gelacht… und das kotzt einen an, alles von dem.

    Ein Mensch ist normal, sobald er keine Abweichung von der Norm hat. Wenn wir es jetzt ganz genau nehmen Fozzi, kann ein Psychologe bei jedem Menschen eine Krankhafte Störung feststellen. Die definition von Krankhaft ist hier nur gefragt. Ob Einzelgänger, ob „Gefühlskalt“, ob Überempfindlich.. Es kann immer was gefunden werden.

    Das Problem von uns ist aber, dass wir uns mit „normal“ und „unnormal“ kategorisieren, wie der Joachim sicher sagen wollte. Wenn die Umwelt nicht so einen schei* Produzieren würde, wäre vielen Leuten geholfen. Wenn niemand aufgrund seiner individuellen Befindlichkeiten mehr bevormundet, abgelehnt oder diskriminiert wird, sind wir so weit zu sagen: Eine ECHTE behinderung gibt es nicht mehr.

    Trotzdem muss ich dem Fozzi, traurigerweise, in einem Punkt recht geben: Behinderte sind meist gar nicht mehr empfindlich gegenüber solchen Geschichten. Das stimmt. Die Ursache ist aber eine unschöne: Sie mussten lernen, dass man viel mist um die Ohren bekommen hat, und merken bzw. denken(vermute ich!), dass sie niemals so aktzeptiert werden, wie sie sind, und vielen Ausgesetzt sein werden. Man merkt, dass es nichts bringt sich zu wehren, wo man sich dann halt ein dickes Fell umlegt.
    Was aber UNNÖTIG wäre, wenn die Menschen als solche aktzeptiert werden würden, und nicht mehr Schubladenartig zusammengeworfen werden.


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