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Online-Einkauf bei Rewe

31. Dezember 2014 um 18:38 Uhr von Atari-Frosch

Der wöchentliche Einkauf wird für mich langsam zum Problem. Ich hatte es schon so organisiert, daß ich nur noch einmal die Woche in den Laden muß, und gehe dann auch immer erst nach 22:00 Uhr rein (Montag bis Freitag ist hier bis Mitternacht geöffnet). Denn die Kombination aus engen Gängen, herumstehenden Paletten, dem Gefühl, ständig selbst im Weg zu stehen, rumrennenden Kunden und Verkäufern und der meistens extrem nervenden Dudelmusik kann ich nicht mehr verarbeiten. Unter akuten Depressionen kommt der Overload dann noch viel leichter als sonst schon.

Also habe ich vor Weihnachten – trotz gewisser Bedenken – einen größeren Einkauf online bei Rewe bestellt.

Für mich war's der erste Lebensmittel-Online-Einkauf überhaupt. Zwar hatte ich vorher schon vieles online bei unterschiedlichsten Anbietern online gekauft, aber eben keine alltäglichen Lebensmittel.

Das vorgegebene Lieferfenster wurde eingehalten (15:00 bis 17:00 Uhr, gekommen sind sie ca. 16:30 Uhr).

Der Rest klappte auch soweit. Der Lieferschein kam um ca. 14:30 Uhr per Mail. Dort wurde auch aufgelistet, was sie nicht liefern können – damit muß man halt rechnen.

Da ich nichts dazu angegeben hatte (und nicht wußte, daß man das explizit tun muß), haben sie allerdings für die meisten nicht lieferbaren Artikel „Ersatz-Artikel“ reingepackt. Die waren fast alle teurer als die gewünschten Artikel und auch nicht unbedingt immer ein echter Ersatz – wer kommt denn auf die Idee, eine Biskuitrolle als Ersatz für Honigkuchen zu liefern? Oder eine Joghurtsorte im 250-g-Becher einer teuren Marke anstelle eines 150-g-Bechers einer anderen Marke, die gerade im Sonderangebot war? – Nunja, ich lasse mir in Zukunft jedenfalls keinen „Ersatz“ mehr liefern, sondern habe dann eben Pech.

Etwas seltsam fand ich, daß ein Hausmarken-Artikel (Marke „Ja!“) nicht im Shop aufgelistet ist und es in der entsprechenden Sparte nur deutlich teurere Produkte anderer Marken zu Auswahl gibt (Instantkaffee).

Bezahlen kann man dann per Lastschrift, PayPal, Kreditkarte oder Rechnung. Letzteres heißt nicht in bar an der Wohnungstür, sondern binnen 14 Tagen per Überweisung.

Was geliefert wurde, kann man zurückweisen, was ich dann heute mit den meisten „Ersatz-Artikeln“ gemacht habe. Mitbekommen hatte ich noch von jemand anderem, daß man nur eine begrenzte Anzahl an Getränkekisten und -Kartons bestellen kann – was aber verständlich ist, weil die Fahrer das Zeug ja schleppen müssen.

Die beiden Herren kamen völlig klaglos zu mir in den 5. Stock (kein Aufzug!).

Noch ein Negativum: Die Artikel wurden teils in Papiertüten (das war ja OK) und teils in Plastiktüten geliefert. Das kommt mir sehr ungelegen, da ich eigentlich keine Plastiktüten mehr benutzen wollte. Aber da werde ich mal nett nachfragen, ob sie das anders regeln und nur noch Papiertüten nehmen könnten.

Mindestbestellwert ist 40 €, bis 100 € Bestellwert fallen außer bei der ersten Lieferung zu Neukunden 3,90 € zusätzlich an; ab 100 € Bestellwert fallen die weg.

Doch, insgesamt ist das gut gelaufen. Wenn ich bedenke, was mir das an Nerven erspart hat, lohnen sich die 3,90 € extra. So nebenbei habe ich da jetzt noch ein größeres Angebot, weil der nächste Rewe bei mir relativ klein ist und längst nicht die volle Produktpalette anbieten kann. Die Lieferung kommt wohl von einem zentralen Lager.

Wenn es andere Anbieter in Düsseldorf gibt, die auch liefern, ohne dabei Luxus-Preise zu verlangen, würde ich die aber auch gerne mal testen. Denn was bei Rewe nicht zu erfahren ist, auch nicht aus den Datenschutzbestimmungen, ist, ob die Daten aus den Einkäufen, die über die buchhalterische Notwendigkeit hinausgehen (zum Beispiel, welche Artikel ich in welcher Menge gekauft habe), gespeichert werden und wenn ja, wie lange und wer da alles reingucken darf.

8 Kommentare zu “Online-Einkauf bei Rewe”

  1. Hans Bonfigt quakte:

    Frohes Neues erstmal !

    Den Gang in den Supermarkt empfinde ich auch immer als Spießrutenlauf. Nervige Muttertiere mit voll aufgerüsteten Kinderkampfwagen, Belästigung durch reisende Jägerkleister-Vertreter, Reizüberflutung in kreischbunten Farben und zum Schluß das Hauen und Stechen an der Kasse.
    Da kann ich es gut nachvollziehen, daß Du diesen Ort meidest.

    Umso mehr erstaunt es mich, daß Du offensichtlich kein Problem mit dem CCC – Kongress hast.
    Ich bekomme dort nach wenigen Minuten eine solche Platzangst, daß mir körperlich unwohl wird.


  2. JoachimA quakte:

    Ich gebe ja zu, dass ich mich machmal – aber immer seltener – auch beliefern lasse und volle Supermärkte hasse wie die Pest. Und ja, das mit dem suboptimalen Datenschutz muss ich bei onlinebestellungen billigend in Kauf nehmen – oder eben konsequent sein und es bleiben lassen.

    Aber ich hoffe Dir ist auch klar, dass die, die Dir Deine Klamotten in den fünften Stock schleppen zu denen gehören, die genau wie Du „zwangsverarmt“ sind so wie die Beschäftigungsverhältnisse. Die Entlohnung der in diese prekären Jobs gepressten liegt mehr oder weniger auf Hartz4 Niveau.

    Es wre nett gewesen wenn Du außer über DEINE geschonten Nerven und den 3,90 Euro die sie Dir Wert waren auch einen Satz über diejenigen geschrieben httest, die Dir diesen Gewinn an Lebensqualität ermöglichen.

    JO

    P.S. Ein Trinkgeld für den Lieferanten sollte selbsverständlich sein. Und zwar in der Höhe, dass es nicht entwürdigend ist. Für Pizza- und Taxifahrer gilt hier der „ungeschriebene“ Tarif: 2 Euro plus 1 Euro pro Stockwerk. Bequemlichkeit ist teuer….


  3. Küstennebel quakte:

    Ich bin stets auf der Suche nach Möglichkeiten Einkäufe online zu machen. Aber bisher ist da nichts gelaufen, gerade weil Ketten keine flächendeckenden Lieferungen oder eben „meine“ persönliche Produktpalette nicht ausliefern wollen. Wenn ich also dann trotzdem los muss, lohnt das gar nicht. Mineralwasser würde ich besonders gerne bestellen, aber das ist auch nicht erhältlich. Es wird dann sehr teuer. Discounterwässer finde ich jedenfalls nicht online, nur teure Markenwässer, das macht statt 12 Euro flux 30-40 Euro aus. Geht gar nicht!

    Ich habe das Glück, das Einkaufen an sich für mich eine Form der Entspannung sein kann. Ich kann mich gut im Laden laufend mit den Produkten befassen. Aber es darf nicht zu voll, nicht zu stressig um mich herum und vor allem nicht zu Eng sein, auch nicht zu weitläufig oder laut. Ich selbst nicht zu hektisch, sonst ist es gelaufen bevor ich eingekauft habe 😀

    Geht eigentlich noch jemand Kleidung in Kaufhäusern kaufen?

    @JoachimA

    Lol, Trinkgelder? 2Euro plus 1 Euro pro Stockwerk? Rofl. Das sag ich mal den Jungs der diversen Schlepp und Lieferdienste 😀

    Das kann vielleicht angehen wenn eine Familie Pizza bestellt für viele Personen und im Grunde sich alle das Trinkgeld teilen. Als Single tu ich das sicher nicht, schon gar nicht in dem Maßstab. Mensch, der läuft in 2-3 Minuten die Treppen hoch, dafür zahl ich dem doch nicht nen ganzen / halben Stundenlohn! Zumal es hier Fahrstuhl gäbe… hehe

    MFG


  4. JoachimA quakte:

    @Küstennebel

    Der läuft nicht nur drei Minuten, der packt ein, sucht nen Parkplatz, holt die Kisten aus dem Wagen, sucht die Klingel…. aber egal.
    Erstens gibt eben nicht jeder Trinkgeld und zweitens ist das ja kein Muss. Aber nur von 13.80 auf 14 Euro sollte man sich schenken, das ist eher eine Beleidigung.

    Worum es mir ging ist, dass wir onlinekäufer unsere Bequemlichkeit auf Kosten anderer genießen. Darüber darf man wohl mal nachdenken.

    Wenn ich mit dem Taxi statt zu laufen oder mit dem Bus zu fahren weil es konfortabler ist kann ich mir das nur leisten wenn ich bereit bin auch dem Fahrer ein Tipp zu geben. Sonst fahr ich eben mit dem Bus oder laufe.

    Und wenn ich mir meine Klamotten in dem zweiten Stock tragen lasse soll der andere auch was davon haben.

    Jo

    P.S: Auch ja, der Junggeselle kann sich die Pizza eher leisten als die meisten Familien und überhaupt: Wenn ich nicht kochen will oder kann… Aber egal.


  5. Fritz Alfred K. quakte:

    Ich habe gerade mal bei shop.rewe.de reingeschaut und finde den Shop ungefähr fast so unübersichtlich wie bei Amazon (die packen auch hunderte Artikel unsortiert in eine Gruppierung). Wenn ich z,B. in die Rubrik „Kühlprodukte / Joghurt, Dessert & Snack“ gehe habe ich 487 Produkte die ich mir auf 7 Seiten á 80 Artikel anzeigen lassen kann. Das ist mir zu langwierig da mich da durchzuwühlen und da empfinde ich das Suchen im realen Regal vor Ort als weniger umständlich. Da tut eine hierarchische Strukturierung der Artikelgruppen wie bei eBay echt not.


  6. pandaros quakte:

    Wenn jemand unten klingelt, dann der Person entgegenlaufen und die Ware auf halber Strecke entgegennehmen, oder mithelfen nach oben tragen. – Das geht dann auch ohne Trinkgeld. – Wer kein Geld oder wenig Geld hat, gibt kein Trinkgeld.
    Wer als Zwangsarbeiter tätig ist, sollte sich nicht die Mitmenschen zum Bezahlen krallen, sondern an politischer Veränderung arbeiten: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle.


  7. Atari-Frosch quakte:

    @JoachimA: So gesehen „genießen“ wir jede Bequemlichkeit, die durch eine Dienstleistung zustande kommt, „auf Kosten Anderer“. Und wenn ich den Fahrern ein Trinkgeld geben könnte, würde ich’s tun. Zudem geht es mir nicht primär um meine Bequemlichkeit, sondern um eine Schonung meines angeschlagenen Nervenkostüms. Anderen würde es vielleicht darum gehen, daß sie gehbehindert sind und der Weg in den Laden für sie außergewöhnlich mühsam ist.

    EDIT: Die Fahrer packen nicht ein, das machen Kommissionierer im Laden. Ja, im Laden, weil für die Auslieferung (noch?) keine extra Auslieferungslager betrieben werden. Deshalb sind Sonderangebote da auch so häufig ausverkauft; bevor die Waren für die Auslieferungskunden zusammengestellt werden, haben die Kunden im Laden schon die Regale leergeräumt.


  8. Atari-Frosch quakte:

    @Hans: Bei den letzten Congressen in Berlin war’s schon schwierig, aber auch da bestand immer die Möglichkeit, sich zurückzuziehen – und wenn’s raus in die Kälte war (wobei ich 2010 und 2011 und 2012 nicht in Berlin gewesen war, wegen krank, da muß es ja wirklich extrem gewesen sein). Dazu kommt, daß sich das bei mir im Laufe der letzten Jahre nochmal massiv gesteigert hat, das heißt, noch vor ein paar Jahren war ich da resistenter, habe mehr ausgehalten.

    Hamburg ist da wieder entspannter; es sind zwar wesentlich mehr Leute, aber die sind stärker im viel größeren Gebäude verteilt, und auch da gibt es Ausweichmöglichkeiten. 2013, als ich dort war, hatte ich gar keinen Bedarf zum Rückzug, weil wie gesagt, überall genügend Platz war. Dieses Jahr wurden auf Anregung vom Auticare e. V. extra Rückzugsräume geschaffen; allerdings war ich nervlich schon gar nicht in der Lage gewesen, nach Hamburg zu fahren.


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