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„Hast Du nichts besseres zu tun?“

18. Juni 2015 um 13:34 Uhr von Atari-Frosch

Der Artikel Hier, bitte, meine Problemliste von Margarete Stokowski in der heutigen Online-TAZ erinnerte mich daran, daß ich das Thema auch schon seit einer Weile auf meiner Blog-ToDo habe. „Hast Du keine anderen Probleme?“ oder „Hast Du nichts besseres zu tun?“ sind solche Nicht-Argumente, die ich auch immer mal wieder zu hören oder zu lesen bekomme.

Nicht-Argument deshalb, weil diese beiden eher rhetorischen Fragen überwiegend – und nicht nur gegenüber Feministen – dazu eingesetzt werden, das Thema, für das sich jemand interessiert, zu marginalisieren. Das insbesondere zu dem Zweck, sich nicht inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen, aber auch, um generell das Gegenüber zu diskreditieren.

„Hast Du nichts besseres zu tun?“ heißt übersetzt: Was Du da machst, finde ich uninteressant, langweilig oder sinnlos, und daher sollst Du Dich damit auch nicht auseinandersetzen und Deine Zeit nicht damit verplempern. Statt dessen sollst Du Dich gefälligst mit etwas befassen oder sollst etwas tun, was ich interessant und sinnvoll finde.

Wer diese Frage stellt, meint also, dem anderen erklären zu dürfen, was er zu tun hat und was nicht.

Bei „Hast Du/haben wir keine anderen Probleme?“ gilt im Prinzip dasselbe. Deine Probleme oder die Dinge, die Du als Problem ansiehst, sind uninteressant, langweilig und eigentlich auch gar keine richtigen Probleme. Ich finde andere Dinge wichtiger, und daher hast Du die auch wichtiger zu finden und Dich damit zu befassen!!!1!

Und dann sind da noch die Schlechtmacher. Die kritisieren – meist substanz- und argumentationslos – jegliche Aktionen anderer. Aber auch, wenn jemand nicht (für sie sichtbar) aktiv ist, wird kritisiert, nämlich, daß eben nichts getan wird. Bei denen frage ich mich dann manchmal, ob sie nichts besseres zu tun haben …

3 Kommentare zu “„Hast Du nichts besseres zu tun?“”

  1. Joachim quakte:

    „Eh, hast Du keine anderen Probleme?“ Würde ich jetzt fragen, wenn ich ein „Hirschkäfer“ wäre. Nee, sach et nicht. Weil, der aktuelle Zustand ist per Definition immer aktuell. Das ist eben das, was Du zu Stokowskis Kolumne gedacht hast. Nein, weltbewegend ist Stokowski nicht. Wohl aber mit einem klarem Blick auf die Menschlichkeit ausgestattet. Irgendwo ist das schon mutig oder „ungewöhnlich“, gerade so eine Kolumne zu schreiben…

    Tatsächlich gibt es viele Arten, jemanden mundtot oder klein zu machen. So etwa, „auf eine DVD gehen 4,7Gig“, wenn es um was ganz Anderes ging. Man (bedenke, mit der DVD habe ich mich selbst zitiert), macht sich selbst scheinbar größer damit. Dabei wäre man doch _zusammen_ ganz real doppelt so groß, doppelt so schlau. Btw. hast Du zum Thema Band noch was gefunden?

    Weil ich aber jetzt hier ein anderes „Problem“ habe: Thanks für die Gelegenheit über meinen Tellerrand zu schauen.


  2. Struppi quakte:

    Naja, ich finde tatsächlich, dass häufig ein Thema benutzt wird um sich über kleinste Verfehlungen aufzuregen oder Menschen anzuprangern ohne dass dadurch das Thema an sich verbessert wird oder auch die wahre Ursache beleuchtet wird.

    Leider trifft das auf Themen zu, die mich interssieren.

    Das Beispiel in dem Artikel mit dem Schmetterling ist so etwas. Wer sich darüber aufregt und denkt damit würde er oder sie etwas für die Gleichberechtigung tun, hat meiner Meinung nach ein größeres Problem – bzw. eben nicht. Wer sich über so eine Banalität aufregt und hat definitiv zu viel Zeit.

    Und – in den Kommentaren bei der TAZ wird das auch schon erwähnt – wer ein psychisches Problem (Bullemie und „sich ritzen“) als ein Gleichberechtigungsproblem definiert, sollte sich wirklich anderen Themen widmen. Und sich selbst zu verletzen ist durchaus kein Frauenproblem, es wird dort nur wahrgenommen, bei Jungs seltener. Wir haben uns früher als Teenager auch gerne geritzt und Zigaretten auf die Arme gelegt. War für uns Spaß.

    Durch solche Thesen wird tatsächlich das Problem an sich marginalsiert, nicht durch die Frage ob jemand nicht andere Probleme hat.

    Ich wollte nicht meine Rechte durch jemanden vertreten lassen, die meint ein Darstellung eines Schmetterling würde mich diskriminieren. Das ist hochgradiger Unsinn.


  3. Küstennebel quakte:

    Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der in der Frage steckt, nämlich tatsächlich die unterschiedliche Weltwahrnehmung zwischen Ihnen, als Empfänger des Satzes „Hast du nichts besseres zu tun?“ und dem Sender.

    Frage: Die Frau und ihr Mann sind glücklich seit 20 Jahren verheiratet, haben drei Kinder groß gezogen. Auch an diesen beiden gehen Probleme nicht vorbei, aber beide schaffen es sich zusammenzuraufen, die Familie zusammenzuhalten und sind in ihrer Identität und sozialen Befindlichkeit eine Familie, ein Verbund und leben und halten zusammen. Störungen werden durch Verständniss, Gemeinschaftssinn und soziale Kompetenzen gelöst.

    Dann kommen Sie, erzählen der Frau etwas über Frauenrechte, wollen sie aus dem Knast der Ehe befreien, erzählen etwas davon, das sie von ihrem Mann unterdrückt würde, das die Frau endlich für sich selbst leben sollte und nicht für Familie, Ehemann und Kinder.

    Die Frau, die mit ihrem Mann in einer „Einstandsgemeinschaft“ und „Zugewinngemeinschaft“ lebt, also von der Arbeit des Mannes sogar mit Rechtsanspruch mitprofitiert, diese ist völlig befremdet und versteht Sie einfach nicht. Für solche Menschen mit einer gefestigten Identität und sozialen Strukturen labern Feministinnen mit ihrer zwanghaften Spaltung der Familie, Hass auf den Mann und seine Rolle,genauso der Selbsthass vieler Feministinnen auf die Rolle der Hausfrau und Mutter.

    Eben genau darum geht es: Die Frauen, die mit ihrer Identität selbstbewußt als klassische Frau und Mutter, mit ihrer Rolle und ihrem Liebes und Familienleben weitestgehend zufrieden sind, denen können Feminstinnen nichts erzählen, für die klingt das ganze nach Verschwörungstheorie und tiefem Griff ins Klo. Denn diese Frau weiß ihr Mann liebt sie, sie und die Kinder und umgekehrt.

    Es geht hier um einen Herrschaft/Knechtschaft-Konflikt, eine tief sitzende Identitätsstörung, den so manche Feministinnen hinter ihren mehr oder weniger gerechtfertigten Ansprüchen und Aktivitäten hegen.

    Mit der eigenen Rolle als Mensch, als Frau nicht zufrieden, nicht akzeptieren können das der Mann beim Sex oben sitzt und am liebsten den Penisneid der Frauen in einen Klitorisneid für Männer umwandeln wollend. Es liegt auf der Hand das Ideen des Matriachats den Feminismus in vielerlei Hinsicht antreiben, inklusive einer narzistischen Selbstüberhöhung vieler Frauen und der damit verbundenen mimosenhaften Jammereien.

    Genau dieser Umstand wird gerne unter den Tisch geschoben wenn Feminstinnen zwischen mehr oder weniger sinnvollen Veränderungen und Zetereien schwankend anderen Frauen und Männern erzählen wollen wie sie fortan zu leben haben.

    Selbst unzufrieden, unglücklich und gestört, schaffen es viele Feminstinnen letztlich nicht andere Menschen zufrieden zu lassen und sind erst zufrieden, wenn Familien gespalten, Frauen unter ihrer Kontrolle, Kinder ihrem Vater entrissen und das pathologische Feindbild Patriarchat endlich im Strafgesetzbuch auftaucht. Ganz im faschistischen Sinne der rassistischen Ideologie des genderisierten Feminismus, bei dem Männer als Untermenschen gelten und Jungs zu Mädchen erzogen gehören und Mädchen frühstmöglich mit derselben perfiden Unzufriedenheit einer gestörten Identität infiziert sein sollen.

    Insofern ist diese Aussage in vielen Fällen gegenüber Feministinnen auch einfach das normale befremden vieler Menschen, die für Feminismus nicht viel übrig haben, weil er mit ihren gesunden Sinnen und Lebenseinstellungen kollidiert und als Falsch in seinen Annahmen und Thesen empfunden wird.


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