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Wo ist die Hoffnung?

18. August 2015 um 15:10 Uhr von Atari-Frosch

(Ja, das wird wieder so ein #mimimi-Artikel. Wen das nervt, einfach weglesen und weitermachen.)

Atari-Frosch @AtariFrosch
Gibt es einen Ort, an dem ich mich mit dem einbringen kann, was ich kann, statt ständig genötigt zu werden, um die Existenz zu kämpfen?

14:19 - 18. Aug. 2015

Atari-Frosch @AtariFrosch
Gibt es so einen Ort, wo nicht die Normalität, sondern die Individualität zählt? Where is the hope?

14:19 - 18. Aug. 2015

Ich bin – mal wieder – so dermaßen müde.

Was allein in diesem Land alles falsch läuft, habe ich ja schon ein Stück weit aufgedröselt. Die Folgen davon bekommt man selten mit; Medien berichten nicht darüber, mal hier und da eine Statistik, ja, aber wer liest schon Berichte über Statistiken …

Wo ist die Hoffnung?

Als „empathielose“ Autistin dürfte mich das nach dem allgemeinen Bild von unserer Art ja eigentlich gar nicht berühren, nicht wahr? Tut es aber, auch wenn es mich persönlich nicht betrifft, und ich gewinne immer öfter den Eindruck, daß es mich sogar mehr und stärker berührt als neurotypische Menschen, die mit ihren Filterfähigkeiten einfach alles wegdrücken, was sie irritieren könnte. Ich bin ja zum Beispiel kein Flüchtling.

Oder vielleicht doch?

Ich würde manchmal gern flüchten. Flüchten aus einer Stadt, deren Repressionsämter mir jetzt schon 15 Jahre meines Lebens gestohlen haben und die keinerlei Anstalten machen, an diesem Verhalten etwas zu verändern oder gar, sich dafür zu entschuldigen. Die mich zwischen sich hin- und herschubsen, wie sie gerade Lust haben, und sich regelmäßig neue Schikanen ausdenken, damit Menschen wie ich auch ja nicht zur Ruhe kommen können. Die davon ausgehen, daß ich „wie jeder“ sein müßte, also autoritätshörig und gehorsam, extrovertiert, neurotypisch – eben „normal“.

Flüchten vielleicht sogar aus einem Land, das mir aufgrund von Krankheit und Andersartigkeit und deshalb wiederum Armut die Grundrechte aberkennt, per einfacher Gesetzgebung, die es „Sozialgesetzbuch“ nennt und das doch besser „Zwangsarbeits- und Zwangsverarmungsgesetz“ heißen sollte.

Aber wohin? Wo ist die Hoffnung?

Gibt es in diesem Land oder sonstwo ein Fleckchen, wo Menschen Menschen sein dürfen? Wo nicht Geld das allererste Kriterium für alles ist? Wo die Begriffe Menschenwürde, Grund- und Menschenrechte, Gerechtigkeit, Inklusion und Freiheit keinen hohlen Klang bekommen, sobald sie jemand ausspricht, und nicht zu Hohn und Spott führen, wenn man sie einfordert? Wo es selbstverständlich ist, daß jeder eine gesicherte Existenz hat, weil er nur dann auch etwas zur Gesellschaft beitragen kann?

Ich sehe keinen solchen Ort, nirgends auf der Welt. Wo ist die Hoffnung?

Zur Zeit sehe ich nur, daß ich auch die nächsten 15 Jahre, so ich sie denn überlebe, immer wieder nur um meine Existenz und ein bißchen restliche Würde werde kämpfen müssen. Aber ich kann nicht mehr, ich habe keine Kraft mehr dafür.

Frau Katzenblum @Frau_Katzenblum
Könnten wir bitte damit anfangen, es ernst zu nehmen, wenn jemand sagt, dass er nicht mehr kann?

15:55 - 11. Aug. 2015

Aber schon klar, es geht hier ja nur um so eine faule Sozialschmarotzerin, die rumheult, weil ihr nicht alles hinten und vorne reingeschoben wird. Die kann gerne aufgeben, kostet ja sonst nur unsere Steuergelder. Wenn sie weg ist, umso besser.

Wo ist die Hoffnung?

7 Kommentare zu “Wo ist die Hoffnung?”

  1. Joachim quakte:

    Wo die Hoffnung ist?

    vielleicht in den Dingen, die Du machst oder denkst? VDS-Datenrettung oder Twitter-DMs verschlüsseln? Und das ist lange weder das Wichtigste, noch das Einzige. Ich müsste mich schon sehr in Dir täuschen…

    Vielleicht in den Menschen, die Dir „trotzdem“ oder gerade deshalb zuhören? Oder die Dir Kontra geben, weil Du nicht irgendwer bist?

    Vielleicht in den Menschen, die Dich anlächeln, selbst dann, wenn Du das nicht siehst?

    Oder denen von Dir geholfen wird? Nicht nur mit unzähligen Artikeln…

    Die Hoffnung ist in denen, die mit Frau Katzenblum denken „Könnten wir bitte damit anfangen…“. Oh ja, wie Recht sie hat.

    Weißt Du, die Meisten schweigen. Schweigen ist nicht immer das Schlechteste. Jeder hat so seinen Planeten. Es geht ihnen oft nicht besser als Dir. Einer muss den ersten Schritt tun. Dann merkst Du, dass Du nicht alleine bist.

    Das tröstet Dich nicht?

    Komm mal ein paar Tage vorbei. Es existiert auch noch eine andere Wirklichkeit. Bring‘ jemanden mit, wenn Du magst. Vergiss die Kamera nicht. Wir gehen dann ins Kino, vielleicht in die Eifel, machen was zu essen, viel Musik, irgend etwas, spinnen mit Freunden, die hier immer wieder rein scheinen, rum oder tun einfach nichts.

    Nur „irgendwie sein“ musst Du bei uns nicht.

    So verändern wir die Welt. Nicht grundsätzlich, doch für irgend jemanden einen winzigen Augenblick lang. Ist das etwa nichts?

    Einer muss den ersten Schritt tun. Du musst das trotz der offiziellen und hier öffentlichen Einladung nicht zwingend mit uns tun. Aber tu es mit irgendwem. Sonst wird das nix mehr mit „die Welt verändern“. Und das willst Du doch nicht verantworten?


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Joachim: In den Dingen, die ich mache, liegt ja offenbar keine Hoffnung, denn sie sind für diejenigen, die da was zu bestimmen haben, wertlos. Sie bringen kein Geld, und etwas anderes zählt ja nicht.

    Mehr noch: Die meisten Dinge kann ich ja gar nicht machen, weil die Umgebungsparameter nicht stimmen. Sie liegen als Pläne in kleinen Textdateien auf meiner Festplatte – teilweise schon seit Jahren. Dazu gehört auch eine Reihe von Blogartikeln.

    Selbst mit meinem Projekt in Python, das ich seit Jahresanfang lerne, bin ich längst nicht so weit, wie ich unter passenden Umständen sein könnte. Und letzte Woche habe ich ein neues angelegt, von dem ich vermute, daß es erstmal mindestens monatelang liegenbleibt, bevor ich es überhaupt nur anfangen kann.

    Mit den Menschen, die mir zuhören, kommt ein wenig Hoffnung, aber es sind nicht dieselben, die meine Existenz sichern (können/sollen). Diejenigen, auf die es ankäme, hören nicht zu. Oder sie hören nur zu, um dann ihre Häme auszugießen, wie diese Marina zum Beispiel.

    Menschen, denen ich helfen kann, geben mir kurzfristig das Gefühl, nützlich zu sein, aber nicht Hoffnung. Denn für die, auf die es ankommt, bin ich ja nicht hilfreich oder nützlich.

    Was Deine Einladung angeht: Oha. Ich glaub Du weißt nicht, was Du Dir da antun willst 😉 Aber ich schreib Dir mal ’ne Mail dazu, das muß erstmal nicht öffentlich laufen.


  3. Marina quakte:

    Es ist schön, dass Sie – die Ironie abgezogen – die Realität in Ihren letzten Sätzen so schön erkannt haben.
    Scheinbar besteht Hoffnung.


  4. Atari-Frosch quakte:

    @Marina: Ich habe diesen Kommentar ausnahmsweise freigeschaltet, um eine Frage zu stellen: Fordern Sie mich hiermit zum Suizid auf?


  5. Marina quakte:

    Gegenfrage: Haben Sie so einen übersteigerten Egozentrismus, dass Sie auch in die hinterste Ecke eines Kommentars noch die Wichtigkeit Ihrer Person hineininterpretieren?
    Wer Suizid begehen möchte soll das tun, ich werde niemanden dazu auffordern oder ihn davon abhalten.


  6. Atari-Frosch quakte:

    @Marina: Es geht zufällig um meine Person.

    Und da ich nun sehe, daß Sie offenbar nicht nur hier, sondern auch anderweitig Menschenverachtung in Blogs streuen, ist jetzt endgültig Ende Gelände.


  7. Joachim quakte:

    Frosch, ich muss Dir jetzt einmal was sagen.

    Marina hat ein Problem. Sie hat massive Probleme. Die Vorwürfe, die sie Dir macht, die treffen wohl am meisten auf sie selbst zu. Ihr destruktiver Hass ist Selbsthass.

    Dagegen kannst Du wenig tun. Von „Ende Gelände“ einmal abgesehen. Diesen Schuh kannst Du Dir nicht anziehen. Marina kann sagen, was und wie oft sie will, es hat aber auch gar nichts mit Dir zu tun. Das war auch niemals ihre Absicht.

    Macht einen das traurig? Ja, mich macht das traurig. Es gibt Millionen Dinge, die mich traurig machen. Es gilt, Millionen Entscheidungen zu treffen und noch viel mehr bleiben ungetroffen. Deine Linksammlungen sind voll davon. Meine Welt ist voll davon. Wie bekomme ich es hin, Flüchtlinge aufzunehmen? Muss ich dann auf den Besuch von Freunden verzichten, weil einfach kein Platz mehr da ist?

    Es könnte deprimieren. Doch das würde nichts helfen. Ich muss mich entscheiden.

    Nimm die guten Dinge mit. Jeder Mensch braucht die guten Dinge, um dem Irrsinn etwas entgegen stellen zu können. Jedes dieser guten Dinge, die dazu führen, ein paar Tage etwas Besseres zu tun löst eine Kettenreaktion aus. Lächeln ist etwas, das man verschenkt, ohne etwas zu verlieren. Es wird nicht weniger. Es wird mehr, wenn man es verschenkt.

    Marina, bitte gebe Dich in fachkundige Hände. Ich mache mir wirklich Sorgen.


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