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Es fühlt sich absurd an …

20. November 2015 um 22:19 Uhr von Atari-Frosch

Die Situation, in der ich gerade bin, fühlt sich schon irgendwie absurd an. Besonders deutlich wird das, wenn Menschen mit Planungen für Veranstaltungen ankommen, welche erst in mehreren Monaten stattfinden. So habe ich mich vor ein paar Tagen zu den Chemnitzer Linuxtagen angemeldet bzw. zur Busfahrt dort hin mit Freedom-Tours, inclusive Zimmerbuchung. Die Veranstaltung ist nächstes Jahr im März.

Dann kam Alex mit einem Konzert im August nächsten Jahres, für das man jetzt schon Tickets kaufen kann. Und außerdem mit der Planung für Fahrt und Übernachtung zum CCC-Congress Ende Dezember in Hamburg.

Was sich daran absurd anfühlt? Daß ich nicht einmal weiß, wie ich den Rest dieses Jahres überstehen soll. Planungen, die auf mehr als eine Woche gehen, erscheinen mir schon seltsam weit weg, als wäre das alles nicht mehr in diesem Universum. So als würde ich gedanklich an eine Mauer stoßen, wenn ich versuche, auf mehr als eine Woche zu planen, oder überhaupt so weit.

Ich habe dieses seltsame Gefühl schon mehrfach erlebt – immer dann, wenn meine persönliche Situation völlig unklar war. Wenn Behörden meine Verfahren verschleppt oder mit mir Ping-Pong gespielt haben, so wie jetzt auch wieder. Planungen scheinen plötzlich keinerlei Bedeutung mehr zu haben, wenn die aktuelle wirtschaftliche Stabilität gleich Null ist und mich diese Situation auch psychisch massiv lähmt.

Aber so extrem wie diesmal war es noch nie.

So als ob jeden Tag die Welt untergehen könnte, zumindest für mich. Was nach Morgen kommt, hat schon keine Bedeutung mehr. Es hat keinen Zweck, darüber nachzudenken, weil ich nicht einmal weiß, ob es nach diesem Morgen noch irgendwas gibt.

Es fühlt sich absurd an …

5 Kommentare zu “Es fühlt sich absurd an …”

  1. Küstennebel quakte:

    Wenn man um das Überleben ringt und wirklich aus dem alltäglichen Dasein gerissen ist, dann wirken die üblichen Alltagsaktivitäten wie Nonsens. Dürfte so ähnlich sein, einem hart arbeitenden Bauern in der Sahelzone, der gerade täglich sein Brot zum überleben erwirtschaftet, zu erzählen, das Milliionen Menschen auf der Welt den ganzen Tag ziemlich sinnlose Computerspiele spielen oder Multimillionäre auf goldenen Kloschüsseln sitzen.

    Das wirkt dann reichlich Surreal das Alltagsgeplänkel der eitlen Wichtigkeiten und schrulligen Tätigkeiten. Sie fühlen sich an wie Schall, der einfach verhallt. Sie haben keinen bleibenden Wert.

    Wenn das eigene Dasein auf das Dasein selbst zurückgeworfen wird, dann wird einem bewußt womit man allgemein seine Zeit verbraucht.

    Also alles eher „Normal im Unnormalen“ was Sie schreiben.


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Küstennebel:

    Wenn das eigene Dasein auf das Dasein selbst zurückgeworfen wird, dann wird einem bewußt womit man allgemein seine Zeit verbraucht.

    Hm, bei mir ist das doch schon ein wenig anders. Wenn das eigene Dasein auf das Dasein selbst zurückgeworfen wird, dann fragt man sich, warum man eigentlich noch da ist (und noch da bleiben sollte).

    Das heißt nicht, daß ich die geplanten Tätigkeiten für sinnlos halte oder sie für mich keinen bleibenden Wert hätten. Ich weiß nur nicht, ob ich sie überhaupt noch durchführen kann, weil dazwischen unüberwindbare Hindernisse liegen.


  3. Küstennebel quakte:

    Sie klingen mir da sehr rationalisierend :o)

    Warscheinlich hätte ich vor einiger Zeit dasselbe gesagt ^^ Oder ich hab Sie einfach falsch verstanden, klar.

    Aber unübwindbar ist das nicht. Schon einstweilige Anordnung beim Sozialgericht im Eilverfahren klar gemacht? Nein? Wenn Sie nix tun, kann nichts gelöst werden. Und wenn Sie nur Freunde anrufen, die Sie zwischen die Arme klemmen und zum Anwalt tragen …

    Es sieht für Sie unüberwindlich aus, fühlt sich auch so an – Es ist aber nicht unüberwindlich.

    Stellen Sie sich einen Messie vor. Dieser hat die Syndromtypischen Probleme. Seine Wohnung vermüllt. In seinen Augen ist es unmöglich die Wohnung aufzuräumen. Dann kommt das Räumungskommando und braucht ein paar Stündchen für die ganze Wohnung…

    Es ist eine Vorstellung, die blockiert, aber nicht wirklich die Realität. Wenn eine Tür zu geht, dann macht man eine neue auf. Selbst wenn Sie die Wohnung verlieren, wenn sie raus müssen, dann nimmt ein Bekannter oder Freund sie auf. Oder mal ein paar Tage Platte, dann wieder irgendwo unterkommen oder ne Gartenlaube bei irgendwem bewohnen. Stirbt man daran? Nö. Millionen Menschen auf dieser Welt leben so und schlimmer.

    Geben Sie also die Vorstellung auf, das es unlösbar sei und gehen Sie den Lösungsweg.

    Sie können das!


  4. Atari-Frosch quakte:

    @Küstennebel: Ja, Du hast mich falsch verstanden.

    Wenn es keinen Grund gibt, dazusein, wozu soll ich dann noch kämpfen? Nur, um weiterzuexistieren, damit das ARGE oder sonst ein Repressionsamt den nächsten Angriff starten kann?

    Um das Rechtliche kümmert sich die Anwältin. Ich fülle hier immer nur zu klein bedruckte Formulare aus und kopiere stapelweise Dokumente als „Beweise“ dazu. Derzeit im Wochentakt. Es ändert aber nichts, daß die Zukunftsaussichten nur noch nach weiteren solcher asozial-faschistoider Spielchen aussehen.

    Es gilt das gleiche wie bei allem: Ich brauche eine Motivation, um etwas tun zu können. Die schwindet aber gerade massiv.

    (Psychiater hatten schon 2004, als ich wirklich akut suizidal war, das gleiche Problem. Auf die Frage, warum ich weitermachen und ihre sogenannten „Hilfsangebote“ und „Therapien“ mitspielen sollte, guckten sie alle nur wie ’ne Henne, wenn’s blitzt. Offenbar gilt diese Frage als ungewöhnlich, um es mal nett zu formulieren.)


  5. Küstennebel quakte:

    Man macht weiter weil das Leben lebenswert ist und wegen des Selbsterhaltungstriebes, dem Menschen unterworfen sind.

    Niemand will sterben. Nur Menschen mit Problemen sehen den Lebenssinn manchmal nicht mehr oder dieser wird durch akute Schmerzen/Probleme überblendet.

    Die inflationäre Verwendung von „Faschistoid“ und der Hang anderen zu unterstellen es ginge um die Vernichtung Ihrer Person macht Sie vielleicht blind für die wirklichen Ursachen. Es ist nicht so selten, das die Übergabemodalitäten zwischen Ämtern wegen Kleinigkeiten nicht richtig laufen. Das muss nicht immer gleich eine Verschwörung dahinter sein. Und so deuten Sie also einen Fehler des Amtes als einen Angriff auf Sich selbst und machen es sich schwerer damit zurecht zu kommen.

    Nach dem Sinn des Lebens kann man hier z.B. suchen http://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/fragen/sinn-des-lebens/

    Ansonsten ist das der Preis unserer modernen entwurzelten Gesellschaft, in der sich alles primär um Selbstverwirklichung und sexualisierten Lifestyle dreht: Der Sinn, der Zusammenhalt, die Liebe als der Kitt des sozialen Miteinanders geht mehr und mehr verloren. Das fehlt vielen als Motivation um ihr Leben in Schwung zu halten.

    Psychiater verstehen sich m.E. als – oder sind es vorwiegend – nur Hirnklempner und vergessen das Wesentliche: Die Menschlichkeit und Empathie zum Patienten. Hochgebildete Berufsgruppen vergessen schon mal das, was Ihnen jede zweite Fachverkäuferin nebenbei an der Ladentheke beantworten kann.

    PS: Nicht zuviel auf Anwälte verlassen, man sollte die Übersicht behalten^^


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