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Das Seil

19. Dezember 2015 um 12:49 Uhr von Atari-Frosch

Wenn man ein Seil mit mehr Zugkraft belastet, als es eigentlich aushält, dann bekommt es irgendwann dünne Stellen. Und wenn man die Last dann nicht runternimmt, reißt es. Außerdem kann es dann auch nicht mehr seine vorgesehene Zugkraft aushalten, jedenfalls nicht, bevor es repariert wurde.

Manchen Leuten sagt man nach, sie hätten „Nerven wie Drahtseile“. Je nach Situation kann das auch bei mir so sein (obwohl ich es dann nicht so empfinde). Aber wenn es um meine Stabilität, um meine soziale und Planungs-Sicherheit geht, ist das definitiv nicht der Fall. Mein Seil ist so rissig, daß ich derzeit alle Last davon wegnehmen muß.

Laut Anwältin hat das Sozialgericht dem ARGE ziemlich einen vor den Latz geknallt, was dieses aber offenbar nicht sonderlich beeindruckt. Im Moment sieht es so aus, daß ich bis zu den Feiertagen wohl kein Geld mehr bekommen werde. Daß ich noch zu Essen habe, habe ich Freunden zu verdanken. Hallo Sozialstaat?

Dazu kam dann gestern noch, daß ich – ebenfalls von geliehenem Geld – wenigstens mal einen Teil des Rückstandes bei Strom und Gas ausgleichen wollte, und zwar durch direkte Einzahlung des in bar erhaltenen Geldes bei der Stadtsparkasse Düsseldorf (auf das Konto der Stadtwerke). Dort behauptete die junge Angestellte (Auszubildende?), das ginge mit meinem abgelaufenen Personalausweis nicht, wegen des Geldwäschegesetzes. Erst zu Hause erfuhr ich dann, daß das bei diesen Beträgen noch gar nicht greift, sondern erst ab 15.000 €. Danke auch. Solche „Kleinigkeiten“ genügen derzeit, mir das letzte Bißchen Gleichgewicht zu nehmen.

Und nun sollte ich, ebenfalls von außerhalb finanziert, am 32C3 teilnehmen. An einer Veranstaltung, auf der vier Tage lang 12.000 Menschen erwartet werden, und zu der ich von meinem üblichen Host aus jeden Tag eine Stunde lang pro Richtung mit Bus und S-Bahn hin- und zurück fahren müßte.

Ich wollte auch teilnehmen, und ich hatte mich schon drauf gefreut. Im Fahrplan tauchten Vorträge auf, die mich sehr interessieren, und natürlich will ich mal wieder die ganzen Nasen wiedertreffen, die man eben nur auf dem Congress trifft.

Aber der Congress ist auch Streß. Schon in „normalen“ Jahren habe ich – seit 2002 – fast jedesmal nach der Rückkehr einen heftigen depressiven Schub gehabt, der in Einzelfällen bis ins Frühjahr hinein andauerte.

Aus Selbstschutz muß ich meine Teilnahme am 32C3 abblasen: Das Seil ist zu dünn.

Diese Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, und sie wird einigen Leuten nicht gefallen. Aber es wäre noch weniger „gefällig“, wenn ich meine Grenzen absolut überschreiten muß.

Wenige Tage der äußerlichen Ruhe genügen nicht, um die Schäden auch nur zu begutachten, geschweige denn, zu flicken. Im Inneren werde ich sowieso keine Ruhe finden, solange meine Existenzgrundlage am Abgrund hängt – weil das ARGE trotz Anschiß vom Sozialgericht immer noch nicht geruht, seinen Pflichten nachzukommen.

Ich bin für das ARGE ja nur ein Störfaktor in der Statistik, da darf das Seil ruhig reißen …

2 Kommentare zu “Das Seil”

  1. Daniel quakte:

    Wie hoch ist dein Rückstand für Strom und Gas?


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Daniel: 82,00 € für Gas und 45,00 € für Strom, wobei ich für November das Geld eigentlich habe, es halt nur nicht einzahlen „durfte“. Und am Montag platzen die beiden Lastschriften halt wieder.

    Solange ich nur jeweils einen Monat im Rückstand bin, wird nicht abgestellt, selbst wenn das über ein paar Monate so geht; das habe ich unabsichtlich letztes Jahr herausgefunden.

    Vorgehen ist jetzt: Am Montag soll ich zu den Stadtwerken hinschlappen, mir dort einen Zahlschein holen, den in einem Rewe oder so an der Kasse vorlegen, und dort könne ich dann bezahlen. Aber eigentlich müßte die Sparkasse meine Einzahlung auch trotz abgelaufenem Perso entgegennehmen, weil ich wie gesagt mit so einem relativ kleinen Betrag gar nicht unter das Geldwäschegesetz falle. Muß ich dann sehen, welche Kapazitäten ich bis Montag noch zusammenkratzen kann.


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