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Geschenke und Entscheidungen

10. Juni 2016 um 16:55 Uhr von Atari-Frosch

Auch wenn die Zahlen nicht mit meinem gefühlten Alter übereinstimmen: Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Es fühlt sich wirklich nicht so an. Ich habe eher das Gefühl, immer noch so etwa 32 zu sein, wie ich war, als ich Ende 2000 nach Düsseldorf kam. Das liegt wohl auch daran, daß ich viele Erfahrungen und Erlebnisse, die andere in diesem Zeitraum machen oder die man einfach erwarten kann, einfach nicht machen konnte – weil mich Depressionen, Armut und Repressionsämter im Griff hatten und haben, während das Leben an mir vorbeizieht und ich es nicht leben kann.

Drei Bücher von Jean M. Auel

Die letzten paar Geburtstage habe ich mehr oder weniger ignoriert. Diesmal habe ich Anfang des Monats mal einfach auf meine Wunschliste hingewiesen. Prompt gab es diesmal richtig viele Geschenke, dazu noch Dinge, die gar nicht auf der Liste standen. Aber es gab auch zwei Entscheidungen.

Die erste lautet, daß wir die Firma Nerd4U UG abwickeln werden. Es hat keinen Sinn, zu versuchen, eine Firma zu betreiben und in die Gewinnzone zu bringen, wenn das ARGE gleichzeitig alles daran setzt, sowohl die Firma als auch meine persönliche Existenz zu vernichten. Wir haben beide mittlerweile andere Projekte vor, und Nerd4U ist nur noch ein Kosten- und zusätzlicher Streßfaktor.

Die zweite lautet: Ich will weg aus Düsseldorf. Nein: Ich muß weg aus Düsseldorf. Nichts gegen Düsseldorf! Ich kenne hier tolle Menschen, schöne Orte usw., aber es gibt zwei Faktoren, die es mir unmöglich machen, auf Dauer weiterhin hier zu leben:

Geburtstagskarte mit drei Fröschen drauf
  1. Die Düsseldorfer Repressionämter, die mir seit meiner Ankunft quasi erklären, daß ich hier nicht erwünscht bin. Die mich wie Dreck behandelt haben und noch behandeln, mich belügen, nötigen, meine Unterlagen unterschlagen, die mir eine Wohnung genommen, die Gesundheit zerstört und meine Arbeitsfähigkeit eingeschränkt und zeitweise ganz genommen haben und von denen zu erwarten ist, daß sie weiterhin alles daran setzen werden, mich „loszuwerden“. Legal, illegal, scheißegal – und wenn dieses Loswerden heißt, mich obdachlos zu machen und/oder in den Suizid zu treiben.
  2. Die Lärmsituation in meinem Wohnumfeld. Gerade in diesen Moment, in dem ich das schreibe, ist draußen ein Martinshorn zu hören, und über mir dröhnt ein Hubschrauber. Ansonsten wechseln sich handwerkelnde Nachbarn mit rumblökenden solchen ab, Brülltauben tun das ihre, aufgedrehte Musik (gern auch nachts) kommt gerade in den Sommermonaten auch noch oft dazu, und ich will gar nicht wissen, wie das wird, wenn morgen die Fußball-EM anfängt. Vorne am Schlafzimmer vorbei rauscht der Straßenverkehr der Helmholtzstraße mitsamt Straßenbahnen und der Schienenkreuzung zur Hüttenstraße. Nachts nimmt der zwar ab, dafür läuft dann in einem Haus gegenüber geräuschvoll irgendeine Art von Klimaanlage. Ein Stück weiter am Fürstenwall ist eine Schreinerei, von der, so vermute ich, der regelmäßige Sägelärm kommt. Und unter mir wohnt inzwischen eine Familie mit Kleinkind und Klavier.

Nur damit es keine Mißverständnisse gibt: Ich hab nichts gegen Kinder. Ich kann nur ihren Geräuschpegel nicht verarbeiten, das machen meine Reizfilter nicht mit.

Die Wohnung hier an zwei Hauptstraßen und mit einer Feuerwehrstation quasi um die Ecke hab ich mir ja nicht freiwillig rausgesucht. Sie war die letzte Möglichkeit Ende 2002 vor meiner vom faschistischen Repressionsamt verursachten Obdachlosigkeit. Die Wohnung bezog ich damals noch zusammen mit einem Mitbewohner, der ein knappes Jahr später wieder auszog (was bei Einzug so auch nicht geplant gewesen war). Wenn ich innerhalb von Düsseldorf umziehen will, habe ich dank des unrealistisch niedrig angesetzten Sozialmietsatzes die „Wahl“ zwischen noch schlimmeren Hauptstraßen oder Wohnungen mit maximal 20 m².

Teepackungen

Beim Einzug war es hier nicht nur etwas ruhiger gewesen. Zwar nicht auf der Straße, aber im Hinterhof und generell im Haus. Mein Bedürfnis nach einer ruhigen Umgebung ist aber mittlerweile sehr viel höher geworden, und ich glaube nicht, daß das nur am Alter liegt. Die mittlerweile 14 Jahre mit chronischer Depression, welche die vorher bereits vorhandene Reizfilterschwäche deutlich verstärken, hinterlassen auch ihre Spuren. Ich brauche eine Wohnung, in der ich mich zu Hause fühlen und in der ich in Ruhe – vor allem in akustischer Ruhe – arbeiten kann, ohne mich zwischen Kochnische und Bett an den PC hinquetschen zu müssen. In Düsseldorf werde ich das nicht finden.

Nun war ich ja letztes Jahr im Oktober zu Besuch in Greifswald. Nicht nur in dem etwas abgelegenen Ortsteil, in dem meine Gastgeber wohnen, sondern auch im Ort selbst ist es deutlich ruhiger. Aber es müßte nicht unbedingt Greifswald sein (wäre aber schön, weil mir da doch einige Dinge sehr gefallen), ich würde auch einen anderen Ort wählen, von dem aus die Ostsee ohne größere Kopfstände erreichbar ist. Daß ich direkt am Meer etwas bekommen würde, glaube ich eher nicht (ich lasse mich aber gern überraschen).

Teepackungen und ein Teenetz

Was ich vor Ort brauche, ist eine erreichbare Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und/oder Bahn, wobei das durchaus heißen kann, daß die nächste Station bis zu einem Kilometer entfernt sein darf. Denn ich gehe davon aus, daß ich in so einem ruhigen Ort auch wieder mit dem Radfahren anfangen kann, das ich hier in Düsseldorf im Spätjahr 2003 aufgegeben habe. Seitdem steht mein Fahrrad ungenutzt im Keller. Es ist einfach zu gefährlich, weil Autofahrer hier meinen, überholen quasi ohne Abstand sei völlig in Ordnung.

Das andere, was ich brauche, ist natürlich eine schnelle und bezahlbare Internet-Anbindung. Der Rest wie Einkaufsmöglichkeiten incl. Lieferdienste, Ärzte usw. sollten sich dann finden lassen. Denk ich mal so.

Und schließlich wäre es sehr erleichternd, ein Jobcenter vor Ort zu haben, das man nicht nach Amt für Repression, Grundrechtsentzug und Existenzvernichtung (ARGE) umbenennen muß. Das begreift, daß ich nach so einem Umzug erstmal Ruhe brauche, und dem man nicht nur mit einem Anwalt an seiner Seite begegnen kann, will man nicht völlig über den Tisch gezogen werden.

Natürlich wird so ein Umzug für mich anstrengender, viel anstrengender als für einen neurotypischen Menschen ohne Depressionen. Dieser Preis erscheint mir mittlerweile aber immer noch niedriger als die Vorstellung, den Rest meines Lebens hier im Lärm und mit Ämtern zu verbringen, die mich offenbar diskret umbringen wollen.

Also in kurz: Ich will nach Mecklenburg-Vorpommern, möglichst nah an die Ostsee, und freue mich auf Vorschläge.

Achja, was die Geschenke angeht, hab ich ja oben schon ein paar gezeigt, und ein gebrauchter PC, der allerdings wohl einer Reparatur bedarf, kam mir vor drei Tagen auch noch zugeflogen. Ein (gebrauchtes) NAS und ein Buch sind noch unterwegs. Wow. Ich werd hier total im Luxus schwelgen. 😉

Ein Kommentar zu “Geschenke und Entscheidungen”

  1. Rostocker quakte:

    Wie wäre es mit Rostock? Ganz gute Verkehrsanbindung, Internet gibt es dank der Studenten hier auch und bis zur Ostsee (Warnemünde) ist es nicht weit. Mit dem Fahrrad 15 km, Regionalbahnen fahren auch.


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