Froschs Blog

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Jahresrückblick 2016

1. Januar 2017 um 22:06 Uhr von Atari-Frosch

Auf Twitter überlegten einige Leute, ob man nicht ein T-Shirt „I survived 2016“ drucken sollte (sucht mal nach „survived 2016 t-shirt“, da kommt einiges – und es gibt sogar schon Angebote). Doch, das trifft es.

2016, das war das Jahr, in welchem besonders viele Prominente starben – Muhammad Ali, Prince, Leonard Cohen, Umberto Eco, Hans-Dietrich Genscher, Götz George, Greg Lake, Peter Lustig, Elie Wiesel, Carrie Fisher – um nur einige zu nennen. Schon deshalb scheint so ein T-Shirt angemessen. Und in meinem privaten Umfeld hätte Alex Schestag dieses T-Shirt ganz besonders verdient. Buchstäblich. Und meine Situation ist ja auch immer noch prekär. Aber der Reihe nach:

Anfang Januar installierte ich fail2ban auf diesem Server und lernte, dafür Jails und Filter zu bauen. Ja, mit RegExp. Primärer Grund war, daß nginx aggressive Angriffswellen auf die xmlrpc.php von WordPress noch schlechter abkann als apache2. Daher sollen die direkt in der Firewall landen, sobald sie gesichtet werden.

Außerdem mußte ich mal wieder einen Antrag auf Prozeßkostenhilfe schreiben, weil das faschistische Repressionsamt in die zweite Instanz wollte und ich wohl oder übel mitmußte. Weiterhin half ich am 4. Januar bei der Inventur in der hiesigen FSFE-Geschäftsstelle. Dabei wechselten wir sozusagen fliegend von LibreOffice Calc zu gnumeric, weil Calc meinte, die Tabellen ein wenig durcheinander und kaputt machen zu dürfen.

Und Alex sponsorte mir am 6. die beiden Server zum dritten Mal am Stück, weil ich immer noch ohne Geld war …

Am 9. Januar hatte ich einen dieser Tage, an denen man am besten gar nichts anfaßt (aus dem IRC):

Jan 09 16:09:29 <Atari-Frosch> Ich grade so: Wieso habe ich einen Ordner „Sprachregelungen“ unter meinem Mailpostfach? … Er heißt „Servermeldungen“. Boah, bin ich durch :-/
Jan 09 17:22:57 <Atari-Frosch> Bei mir hat da vorhin schon wieder die Verpeilung stattgefunden. Stellte fest, es wird zu dunkel, und erwische mich noch im letzten Moment dabei, wie ich als Folge versuche, den Monitor auszuschalten. OK, ist auch ein Schalter … also irgendwie ist in meinem Gehirn grade einiges falsch verdrahtet.

Um auszudrücken, wie ich mich von den Repressionsämtern behandelt fühle, rippte ich am 14. Januar ein kurzes Stück aus einer Pretender-Folge:

Einen Tag später kam überraschenderweise Geld. Das faschistische Repressionsamt hatte sich trotz des eingelegten Rechtsmittels zur Auszahlung entschieden, allerdings nicht für den vollen Betrag. Die knapp 900 €, die ich bekam, sollten möglicherweise den November 2015 abdecken. Gegenwärtigkeitsprinzip – äh, nee, ist ja nicht so relevant, nech? Die Gerichtsentscheidung der ersten Instanz, die diese Auszahlung befahl, war übrigens vom 21.12.2015.

Ansonsten machte sich bei mir generell ein Gefühl der Entfremdung breit, trotz dieser einzelnen Auszahlung. Die Zukunftslosigkeit, die ständige Existenzbedrohung blieb erstmal noch. Es durfte mir ja nicht zu einfach gemacht werden. Oder so.

Fotos vom Januar 2016:

Auch im Februar hatte ich nur einen einzigen Blogartikel geschrieben (von den wöchentlichen Linklisten mal abgesehen): Entmenschlichung. Will man Menschen loswerden bis hin zur Vernichtung, muß man ihnen erst einmal die Menschlichkeit nehmen. So einfach.

Am 19./20. Februar war der 1. Bundesparteitag 2016 der Piratenpartei in Lampertheim. Das war ein bißchen doof, weil Lampertheim zwar einen Bahnhof hat, dieser aber nicht barrierefrei ist und sich außerdem bezogen auf die Veranstaltungshalle quasi am anderen Ende von Lampertheim befand. – Alex und ich wollten da zusammen hin; ich hatte mich bei meiner Mutter in Mannheim zum Schlafen „eingebucht“, und er hatte sich ein Hotelzimmer am Mannheimer Hauptbahnhof genommen. Plan war gewesen, daß wir an beiden Tagen jeweils morgens zu dritt, mit @LeichtmatroseBW zusammen, mit einem Taxi vom Mannheimer Hauptbahnhof zur Halle fahren und abends wieder zurück.

Alex war erst wenige Tage vorher aus Stuttgart zurückgekommen, wo er wegen eines Beinbruchs, den er sich dort in einem Hotel zugezogen hatte, im Krankenhaus gelegen war. Am zweiten Tag des Parteitags schrieb er mir morgens eine SMS, daß die Wunde wieder aufgegangen sei und er nicht mit uns mitfahren würde; stattdessen ließ er sich einen Notarzt ins Hotel rufen. Der verfrachtete ihn dann schließlich ins Mannheimer Theresienkrankenhaus, wo er einen Tag später operiert wurde. Und weitere zwei Tage später kam ein Dekubitus dazu. Trotzdem ahnten wir zu der Zeit noch nicht, was das für ihn für eine Odyssee werden würde …

Am 24. Februar erhob meine Anwältin mal wieder Klage zum Sozialgericht Düsseldorf nach Vorliegen der Wohnungskündigung, in der Hoffnung, damit die Wohnung zu retten.

Fotos vom Februar 2016: Äh, ja, ein halbes Dutzend vom Parteitag, mit dem HTC Desire gemacht. Die hatte ich aber offenbar nicht auf Google Photo publiziert, warum auch immer. – Ich glaube, weil ich eigentlich ursprünglich über den Parteitag bloggen und die Bilder dort einbinden wollte, woraus aber nichts wurde, weil wegen Frosch zu kaputt.

Am 2. März kam endlich die Nachzahlung aller bis dahin nicht ausgezahlten Leistungen seit Dezember 2015, und ich konnte meinen Mietvertrag retten.

Anfang März schrieb Fusselchen (@endhaltestelle_) einen offenen Brief an MONITOR mit der Aufforderung, zu recherchieren, wie die Aktion Mensch dazu kommt, eine menschenverachtende „Therapie“ für (oder besser: gegen) Autisten mit einer Viertelmillion Euro zu fördern: Offener Brief an MONITOR: #noABA. Leider kam darauf wohl nie eine Antwort. Offenbar waren/sind dem WDR Autisten nicht so wichtig.

Mitte März war der Dekubitus vom Vormonat bei Alex lebensbedrohlich geworden, und dann erst kam man im Theresienkrankenhaus auf die Idee, ihn in ein Krankenhaus zu verlegen, in welchem man sich damit besser auskennt. Er kam nach Heidelberg und kämpfte zwei Wochen lang buchstäblich um sein Leben.

Vom 18. - 20. März war ich wieder bei den Chemnitzer Linux-Tagen (ohne Blogartikel) – immerhin konnte ich das jetzt wieder bezahlen, sonst hätte ich abspringen müssen. Das ist nämlich immer eine recht angenehme Veranstaltung für mich, weil da nicht so wahnsinnig viele Menschen sind und es eigentlich recht ruhig zugeht. Aufregung gab es trotzdem: Unser Miet-Bus hatte in Chemnitz am Morgen des ersten Veranstaltungstages plötzlich eine kaputte Batterie und wollte nicht mehr starten. Nur nach Starthilfe durch zwei Pkw-Fahrer sprang der Motor an. Die Fahrerin gab sich wirklich eine Menge Mühe, um – am Wochenende – eine Ersatzbatterie zu bekommen, aber erfolglos: Die Vertragswerkstatt dort hatte keine auf Lager gehabt. Also mußte sie die ganze Zeit über und vor allem für die Heimfahrt ziemlich tricksen, damit der Bus einfach nicht ausging, zumindest dann, wenn keine Starthelfer greifbar waren.

Nett war auch der freundliche ältere Herr, der am zweiten Morgen im Hotel bei mir am Frühstückstisch saß (daß er am Morgen zuvor bereits bei den Starthelfern für den Bus gewesen war, hatte ich erst hinterher auf den Fotos gesehen; er war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgefallen). Erst als er den Frühstücksraum verlassen hatte – um wiederum Starthilfe zu geben – erfuhr ich, daß es sich dabei um Jon 'Maddog' Hall handelte. 🙂

Fotos vom März 2016:

Die FSFE beschloß Anfang April, ihr Düsseldorfer Büro zu schließen und ihren dortigen langjährigen, dienstältesten Mitarbeiter rauszuwerfen. Angeblich, weil das Büro ja nicht mehr viel zu tun hätte. Nunja, das passiert, wenn man vorher aus welchen Gründen auch immer alle Aufgaben aufs Berliner Büro verlegt, selbst die, welche dort nicht sinnvoll erledigt werden können. Eine Gruppe von Fellows, zu der ich gehöre, beriet daraufhin, wie wir hier in Sachen Freie Software weitermachen wollen – ohne die FSFE. Ich „kündigte“ auch die Aufgabe der Listenmoderation für die Rheinland-Liste zu Ende Juni (und ärgerte mich später darüber, daß ich nicht früher hingeschmissen, sondern noch so viel Zeit dazwischen gesetzt hatte).

Ab April häuften sich bei mir die Burnout-Schübe: Ausgebrannt. Immerhin versuchte ich dann endlich mal meinen Mailserver auf dem neuen Server zum Arbeiten zu bringen. Das war nämlich gar nicht so einfach, denn der Postfix auf dem neuen wollte die Config-Datei des alten nicht einfach schlucken, sondern erklärte mir, daß er die nicht lesen könne und daher nicht starten wolle. Was er daran nicht lesen konnte, verriet er mir nicht; das Logfile schwieg. – Daß dann doch noch nicht alles wieder funktionierte, merkte ich erst später …

Mitte des Monats regte ich mich dann mal gepflegt über Leute auf, die meinen, daß jemand ohne offizielle Diagnose sich nicht Autist nennen dürfe. Als ob der Autismus erst „echt“ sei, wenn man eine Diagnose nachweisen kann.

Außerdem bekam ich am 17. April eine git-Schulung „verpaßt“ und richtete mir am Tag darauf GitWeb auf nginx ein. Das war dann auch der Beginn einer unglaublichen Woche – zum ersten Mal seit Jahren völlig ohne Depressions- oder Burnout-Symptome. Leider eben nur eine Woche.

Am 30. April fand die Gründungsversammlung des Vereins Freie Software Freunde statt, als Konsequenz aus dem unmöglichen Verhalten der FSFE ihrem langjährigen Mitarbeiter und der Fellowship im Rheinland gegenüber. Ein Teil der Mitglieder sieht den neuen Verein als Ergänzung zur FSFE und strebt durchaus eine Zusammenarbeit an. Ich gebe aber zu, daß ich von einer Zusammenarbeit mit einer Organisation, deren Geschäftsführung sich dermaßen übel benommen hat und von der aus wir auch belogen wurden, überhaupt nichts halte. Das erste Projekt des neuen Vereins – „Free Your Model Train“ – hätte ein Projekt der FSFE werden können. Tja, Pech.

Fotos vom April 2016:

Anfang Mai ließ ich mir dann doch mal von byte aus dem Chaosdorf bei meinen Postfix-Verknotungen helfen. Danach lief er dann endlich. Also, fast. Auch das merkte ich wiederum erst später. – Auch am nginx schraubte ich noch an der Konfiguration; der Umzug dieses Blogs, den ich geplant hatte, klappte allerdings noch nicht. Das kam dann am 11./12. Mai, und ja, „grant all privileges on datenbank to user statt grant all privileges on datenbank.* to user“ macht einen Unterschied … *hüstel*

Zwischendurch besuchte ich die Demo von „Düsseldorf stellt sich quer“ am 8. Mai. Danach rantete ich über die Wehrhahnlinie, durch die für die Einwohner von Bilk und Friedrichstadt viele Verbindungen umständlicher, länger und teurer geworden waren.

Weil ich ja wieder „reich“ war, leistete ich mir denn auch mal einen neuen Kopfhörer, denn mein schöner Sennheiser-Funkkopfhörer wollte nicht mehr: Kurz getestet: Sirius Pro HXP 1000. Außerdem wollte ich mir ein neues Telefon kaufen, kaufte mir leider das Falsche und machte (keine) Faxen.

Außerdem kaufte ich mir im Mai ein neues Smartphone, ein Doogee X5 pro, denn das HTC Desire kann man aufgrund seiner geringen RAM-Menge praktisch nicht mehr als „Smart“-Phone benutzen, sondern nur noch als Telefon mit MP3-Player. Als das neue Gerät kam, dachte ich erst, es sei „dead on arrival“, denn beim Einschalten tat sich einfach gar nichts. Ich wollte es umtauschen, was recht umständlich erschien, weil ich es dafür nach China schicken sollte (geliefert worden war aus einem deutschen Lager). Als ich das zweite Gerät bekam und dieses dasselbe Verhalten zeigte, stellte ich nur zufällig fest, daß auf die Kontakte des Akkus ein fast unsichtbarer Klebestreifen geklebt worden war. Zum Glück war man beim Lieferanten kulant, und da das erste X5 pro ja offenbar nicht kaputt war, durfte ich es dann ins deutsche Lager zurückschicken. Zum Glück sieht man so einem Paket nicht an, wenn der Absender vor Scham rot anläuft 😉

Fotos vom Mai 2016:

Ende Mai und Anfang Juni versuchte es die Firma EOS Inkasso bei mir mit Telefonterror wegen einer Altschuld aus 2002, also einer der Schulden, die durch die massenhafte Unterschlagung von Unterlagen und die unterlassene Hilfeleistung des faschistischen Repressionsamtes zustande gekommen waren. Die Anrufe hörten schlagartig auf, nachdem ich einer der Anruferinnen gesagt hatte, daß ich das publizieren würde. Mögen sie wohl nicht so.

Anfang des Monats hatte ich außerdem mal einfach meine Wunschliste für mögliche Geburtstagsgeschenke auf Twitter und G+ geschickt, mit erstaunlichen Reaktionen: Leute schenkten mir tatsächlich was. 😉 Ich bloggte darüber unter Geschenke und Entscheidungen. Die Entscheidung, Nerd4U aufzulösen, die dort genannt ist, haben wir dann allerdings doch nicht umgesetzt, da wir später im Jahr neue Kunden dazugewinnen konnten. Was aber bleibt, ist die Entscheidung, aus Düsseldorf weg und an die Ostsee zu ziehen. Nur ist das finanziell halt immer noch weit weg.

Mitte Juni wurde Alex dann endlich aus dem Krankenhaus entlassen, und wir dachten, jetzt geht's bergauf. Soviel zur Theorie.

Im April war meine Mutter von Mannheim nach Verden/Aller umgezogen, und so ging mein Besuch zu ihrem Geburtstag diesmal nicht nach Baden-Württemberg, sondern nach Niedersachsen.

Fotos vom Juni 2016:

Anfang Juli konnte ich dann endlich alle verbliebenen Probleme mit dem Mailserver lösen: Mailrouting mit Knoten. Daß da noch ein Problem auf dem alten Server bestand, hatte ich erst gar nicht mitbekommen. Zwei Tage später mußte ich gleich nochmal einen Knoten lösen, diesmal betraf es mein OpenVPN, das ich auf den neuen Server ziehen wollte. Ist schon nicht so einfach, wenn man solche Dienste nur alle Jubeljahre mal einrichten muß.

Außerdem begann ich Anfang Juli, im Auftrag eines Freundes alte Hardware und Software auf eBay zu versteigern, teils mit beachtlichen Erfolgen. Bei „alt“ reden wir hier von einem Zeitraum von 1992 bis etwa 1997 bei der Hardware, und die Software war teils noch älter. Ich hätte vorher nicht gedacht, daß es Leute gibt, die sich dafür nicht nur interessieren, sondern das Zeug auch tatsächlich noch einsetzen.

Derweil häuften sich auf Alex' Server die Ausfälle des Apachen, und ich fing an, mir Gedanken zu machen, was man daran ändern könnte – zumindest, bis er dazu kommt, einen anderen Webserver einzusetzen und für sämtliche Webs, die er da liegen hat (sind doch einige), die entsprechenden Config-Dateien zu bauen.

Über eine Meldung im Polizeiticker mußte ich dann doch nochmal meckern. Dort wurde nämlich über eine Studie der TU Kaiserslautern berichtet und erklärt, daß man verhindern wolle, daß Flüchtlinge die mentale Einstellung von Langzeitarbeitslosen übernähmen. Da mußte ich doch mal nachhaken; die Antwort war zwar schnell, aber leider unbefriedigend.

Gegen Monatsende hatte ich eine am Monatsanfang angefragte Erlaubnis eines amerikanischen Wissenschaftlers vorliegen, zwei seiner Blogeinträge ins Deutsche übersetzen und diese publizieren zu dürfen. Diese beiden Beiträge zum Thema Depressionen und Ängste fand ich sehr bemerkenswert, decken sie sich doch mit meiner seit Jahren geäußerten Vermutung, wir seien größtenteils nur deshalb depressiv, weil wir nicht sein dürfen, was wir sind. Gregg Henriques, Ph. D., beschreibt Depression als Symptom und eben nicht als Krankheit (von Ausnahmefällen abgesehen).

Schließlich rantete ich noch über ein neues halbherziges Gesetz der asozialen Bundesregierung, diesmal zur Leiharbeit. Es darf ja für die, die eh schon wenig haben und die prekär leben müssen, auf gar keinen Fall zu Verbesserungen kommen, nech?

Fotos vom Juli 2016:

Und trotzdem gibt es sie, diese winzigen Verbesserungen, obwohl sie in diesem Fall wohl eher der Tatsache geschuldet sind, daß man bei den ARGEn einfach nicht genug Personal hat, um uns Erwerbslosen in allen Lebensbereichen nachzuschnüffeln. Zum 1. August traten die „Rechtsvereinfachungen“ genannten Rechtsverschärfungen in Sachen Hartz IV in Kraft. Die brachten diesen einzigen winzigen Vorteil mit, den ich ab Anfang August dann auch sofort ausnutzte: Einnahmen, die weder aus Erwerbsarbeit stammen noch so hoch sind, daß das Finanzamt aufmerksam wird, werden nicht mehr angerechnet. Da ich mit den Verkäufen für einen Freund bemerkt hatte, wie gut alte Hardware auf eBay läuft, fing ich an, mein eigenes Hardware-Lager mal auszuräumen und das, was ich verzichtbar fand, anzubieten. Die Einnahmen daraus waren durchaus bemerkenswert.

Während meine ersten Auktionen schon liefen, fuhr ich auf Einladung von Alex mit ihm zusammen für ein paar Tage ins Saarland. Wir hatten dort eine Eintrittskarte zu einem Open-Air-Konzert von Chris de Burgh. Eingebucht hatten wir uns in einem netten Familienhotel in Mettlach, denn Losheim am See, unser eigentliches Ziel, hat keine Bahn-Anbindung, und ein weiterer Ort, der theoretisch in Frage kam, hat keinen barrierefreien Bahnhof – Mettlach schon. Das Hotel Mettlacher Hof dort ist übrigens durchaus empfehlenswert, hat ein barrierefreies Zimmer und Freifunk.

Nach meiner Rückkehr ärgerte ich mich allerdings ein wenig, weil die CD, die ich mir dort beim Konzert gekauft hatte, „Hands of Man“, kaputt war. Die eingeschweißte CD wies direkt nach dem Auspacken einen seltsamen schwarzen Fleck auf, und zwar noch im Datenbereich kurz vor dem inneren Loch. Dieser Fleck verhinderte jegliches Abspielen. Ich versuchte es mit zwei verschiedenen Programmen; die schafften es zwar jeweils, die ID der CD abzugreifen und damit von der FreeDB die Titel etc. zu holen, aber weiter kamen sie nicht. Und ich glaube, es ist kein Zufall, daß das CD-Rom-Laufwerk sich danach und seitdem nicht mehr sauber öffnen läßt, wenn ein Datenträger drinliegt. Eine entsprechende Beschwerde an die Firma hinter der Verkaufswebsite cdeb.net, Finally Fan Fair Ltd., wurde ignoriert, genauso wie eine Erinnerung an die Beschwerde. Aber daß diese Firma nicht sauber arbeitet, hatte ich ja schon 2007 erfahren müssen; damals schrieb ich „nicht die feine englische Art“.

Um Monatsmitte kündigten sich plötzlich neue Kunden für Nerd4U an, und wir warfen unseren Auflösungsbeschluß wieder um – obwohl weiterhin zu erwarten ist, daß das ARGE mir deshalb massiv zusetzen wird, sobald es wieder zahlungspflichtig ist.

Gegen Monatsende fand der zweite Piraten-Bundesparteitag 2016 in Wolfenbüttel statt, und da ich einen privaten Schlafplatz bekommen hatte, fuhr ich hin. Dort war ich mal mutig und bewarb mich für das Amt eines der Kassenprüfer. Zu meiner Überraschung wurde ich tatsächlich gewählt.

Fotos vom August 2016:

Den September eröffnete ich damit, daß ich mich über neue Gehässigkeiten der Bundes-Arbeitslosenverwaltung aufregen mußte. Es ging darum, daß Erwerbslose, die ihre Hilfsbedürfigkeit angeblich selbst herbeigeführt haben, bis zu drei Jahre bezogene Leistungen zurückbezahlen sollten. Da hätte mich doch mal sehr interessiert, ob und wie die BA gegen ARGEn vorgehen will, die ihre zynisch Kunden genannten Opfer aktiv und auf gesundheits- bis existenzgefährdende Weise am Arbeiten hindern. Ja, natürlich gar nicht. – Einen Tag später ergänzte ich das noch durch meinen Artikel über diese ekelhafte Behördengläubigkeit sowohl in der Gesellschaft als auch bei anderen Behörden. Behörden machen ja niiiie was falsch, und schon gar nicht absichtlich, nech? *kotz*

Danach schaffte ich es, mir meine Tastatur zu, ähm, bewässern, sodaß ich für ein paar Tage auf eine andere zurückgreifen mußte. Aber so eine gute IBM-Totschlag-Tastatur geht davon natürlich nicht dauerhaft kaputt; sie lieferte nur, bis alles wieder getrocknet war, teils die falschen Tasten-Codes, was im laufenden Betrieb dann doch etwas störte.

Außerdem hatte ich ja beschlossen, umziehen und mir dafür Geld zurücklegen zu wollen. Um das sinnvoll tun zu können, wollte ich mir ein einfaches Sparbuch zulegen. Mein Girokonto ist ja bei der GLS, und wenn ich Geld abheben möchte, ist der nächste Geldautomat der bei einer Volksbank. Also fragte ich dort nach, ob ich da ein Sparbuch haben kann. Die Antwort war etwas, ähm, irritierend: Nein, das ginge nur, wenn ich dort auch mein Girokonto führen lassen würde, weil man alles aus einer Hand liefern wolle. Ähm. Für mich wäre es natürlich sinnvoll, den Schalter zur Einzahlung auf (oder für Abhebungen von) Beträgen quasi direkt neben dem Bankautomaten zu haben, um das Bargeld dann nicht durch die Gegend fahren zu müssen, aber mein Girokonto wollte ich jetzt doch nicht nochmal umziehen. Dann eben nicht.

Dann ging es nach Berlin! Die Piratenpartei NRW hatte dazu aufgerufen, nach Berlin zu fahren und die Berliner Piraten im Wahlkampf zu unterstützen. Außerdem fand dort die 10-Jahres-Feier der Piratenpartei statt. Wenn NRW-Piraten dort hinfahren und helfen, hieß es, würden die Reisekosten vom Landesverband NRW bezahlt. Nun, wenn das Geld zurückkommen würde, war das ja kein Problem, das aus meinen bisher angesammelten Reserven für den Umzug vorzuschießen. Somit fuhr ich am 8. September nach Berlin, half bei zwei Wahlkampfständen und fuhr am 12. wieder nach Hause. Übernachten konnte ich privat. Auch Alex kam nach Berlin, wenn auch teils aus anderen Gründen, und so trafen wir uns nach dem Aufenthalt im Saarland im Vormonat schon wieder.

Mitte September kam Alex jedoch wieder ins Krankenhaus. Wir ahnten noch nicht, daß er da bis übers Jahresende hinaus bleiben würde …

Und dann knallten mir die Nachwirkungen der Berlin-Reise voll rein. Überforderung galore. Trotzdem verkaufte ich erstmal weiter auf eBay und schaffte es irgendwie, die Artikel immer spätestens zwei Werktage nach Bezahlung auf den Weg zu schicken. Dabei stieß ich dann noch auf eine interessante Post-Logik, als ich Verpackungsmaterial nachkaufen mußte.

Fotos vom September 2016:

Als ich die „From my window“-Fotos vom September hochladen wollte, schmierte mir Chromium ab. Komplett und reproduzierbar. Seitdem habe ich bei Google Photo keine Fotos mehr hochgeladen, auch wenn ich mittlerweile, weil Chromium in Debian Wheezy völlig kaputt gemacht wurde, auf iceweasel wechselte, mit dem das funktioniert. Ich will ja immer noch auf MediaGoblin gehen und selbst hosten, aber da sind wir schon bei den Vorhaben für 2017; die kommen später in einem eigenen Artikel dran.

Im Oktober ging ich dann endlich mal an das Problem „Brillen“. Lese- und Fernbrille brauchten ein Update, und – ja, das kostete mich dann doch einiges von meinen Reserven, und zunächst klappte es auch nur so halb; das stellte sich dann im November heraus. Im IRC hatte ich geschrieben: „Ich habe gerade 244,00 € für neue Brillengläser ausgegeben. Mit Entspiegelung und – seit langem mal wieder – Tönung. Und da ist schon Rabatt drin, sozusagen zahle drei, bekomme vier.“

Außerdem mußte ich mich nochmal mit meinem Kopfhörer befassen, weil mir da ein unangenehmes Hubschrauber-Flattern aufgefallen war, wenn ich die Lautstärke nicht übermäßig hoch drehte.

Auch die Verräterpartei SPD mußte mal ordentlich eins draufkriegen. Leider hat Frau MdB Hiller-Ohm darauf nicht reagiert, als ich über ihren zynischen Tweet mit dem „Paradies auf Erden“ einen Realitätsabgleich lieferte. Angeblich antwortet sie ja auf jeden Tweet, der an sie gerichtet ist; der Blogartikel hatte halt nicht nur 140 Zeichen, tut mir ja (nicht) leid.

Im Rahmen meines Kassenprüfer-Amtes wurde ich für den 20./21. Oktober nochmals nach Berlin gerufen. Also fuhr ich am 19. nach Berlin, arbeitete dort mit den anderen beiden Kassenprüfern zusammen zwei Tage an einer internen Aufgabe und fuhr am 22. Oktober wieder zurück.

Am 24. Oktober wurde die von Alex „gespendete“ Domain freie-software.org für den Verein der Freien Software-Freunde ins DNS eingetragen.

Gegen Monatsende sinnierte ich über mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Arten von Kriminalität und der politisch gewollten Zwangsverarmung.

Ende Oktober war der apache2 auf Alex' Server ein paarmal einfach weg. Ich vermutete, daß sich das alte Watchdog-Script (in bash) verstolperte und den Apachen dann nicht mehr neu starten konnte. Ich intensivierte meine Überlegungen dahingehend, wie man den Apachen mit einem erweiterten Script zur Raison rufen konnte – denn da Alex wieder im Krankenhaus lag, konnte er sich erstmal nicht darum kümmern.

Über den ganzen Oktober hatte ich schließlich noch Hardware, aber mittlerweile auch Bücher, Schallplatten, CDs und ein paar Kleidungsstücke auf eBay versteigert.

Der November begann mit einem Burnout-Schub, viel heftiger, als in den vorausgegangenen Monaten. Ich hatte ursprünglich zur OpenRheinRuhr einen Vortrag eingereicht, den aber dann zurückgezogen, weil abzusehen war, daß ich es nicht mal zur Veranstaltung schaffen würde. Und dann schaffte ich es doch und hielt am 6. November den – von meiner Seite aus nicht wirklich vorbereiteten – Vortrag über den Editor joe zusammen mit Sven Guckes, der mich ursprünglich auch dazu überredet hatte, diesen Vortrag einzureichen. Auf derselben Veranstaltung hat der Verein Freie Software Freunde dann auch zum ersten Mal das Projekt „Free Your Model Train“ vorgeführt und war auf großes Interesse gestoßen. Klar, Modelleisenbahnen ziehen immer 🙂

Einen Tag später war ich wieder bei meiner Optikerin gewesen, um meine Brillen abzuholen, und berichtete darüber im IRC: „Hab nur die Gläser für die Nahbrille bekommen, und die erlauben mir jetzt nur noch Scharfblick im Abstand 20 - 30 cm. Zu wenig. Monitor rangezogen, aber dann ist er bei 18" … sagen wir, unübersichtlich. – Die Gläser für die Fernbrille waren zu klein gemacht worden und müssen nochmal gemacht werden (ich dachte bisher, die machen das selber, aber offenbar geben sie das Schleifen in Auftrag). Wenn ich die abhole, werd ich nochmal über die Nahbrille reden müssen …“

Aufgrund des akuten Burnouts hörte ich dann erstmal mit den Verkäufen auf eBay auf. Ich konnte nicht mehr garantieren, die Artikel nach der Bezahlung schnell genug zu versenden. Derweil fragte ich mich, wo die Grenze ist zwischen ARGE-Mitarbeitern und KZ-Wächtern und wie weit ARGE-Mitarbeiter menschenverachtenden Gesetzen gehorchen, bevor sie endlich mal merken, welche Verbrechen sie begehen.

Mittlerweile verschlechterte sich Alex Zustand dramatisch:

Und danach ging es erst richtig los:

Kurz nach Monatsmitte gab es ein sehr eigenartiges (und offenbar für einige Kunden eher nachteiliges) Systemupdate in Blau, also bei blau.de mit etwas seltsamem Ablauf. Am selben Tag entblödete sich die CSU nicht, ganz offiziell Hartz-IV-Bezieher zu beleidigen. Man könnte das als Wahlkampf-Getöse abtun, aber darin hat Menschenverachtung nunmal nichts verloren. Oder anders: Ist das noch ’ne Partei oder kann das weg?

Am 17. November fuhr ich, als es mir etwas besser ging, nach Heidelberg, um Alex endlich mal im Krankenhaus zu besuchen. Übernachten konnte ich bei seiner Mutter. Die beiden folgenden Tage verbrachte ich also bei ihm im Krankenhaus, und am zweiten Tag versuchten wir, zusammen an meinem Notebook das bisherige Script in bash zu erweitern, um seinen Webserver zu bändigen. Das erwies sich allerdings als recht umständlich, auch weil mein Thinkpad R61 ja ziemlich groß und schwer ist.

Am dritten Tag jedoch, am 20. November, entschied ich mich morgens dafür, den Besuch, der bis 22. geplant war, vorzeitig abzubrechen, weil ich ein „Kratzen im Hals“ hatte. Also fuhr ich wieder nach Hause. Möglicherweise hatte ich mir bei den Fahrten ins Krankenhaus und zurück in der S-Bahn oder an den Bahnhöfen was eingefangen.

Ein paar Tage später stellte sich das Kratzen, aus dem schnell ein Husten wurde, als vermutliche Luftröhrenentzündung heraus, zumindest vom „Fühl“ her. Beim Arzt war ich nicht gewesen, aber das Problem hatte ich in den letzten paar Wintern (außer letztes Jahr, aber da war der Winter ja sehr mild gewesen) ja schon mehrfach gehabt.

Dann gab es mal wieder eine Portion Verpeilung: verpeilte Klänge mit einer überflüssigen Neuanschaffung (zum Glück nicht sehr teuer) und einem Happy End.

Am 21. November begann ich mit der Portierung des Scripts für die Apache-Überwachung nach Python. Was wir in bash gebastelt hatten, funktionierte nicht, und mein Hauptproblem war einfach, daß ich bash nicht gut genug beherrsche.

Ende November fiel derweil in Heidelberg die Entscheidung, daß sich Alex das rechte Bein amputieren lassen muß. Man hätte es vielleicht nochmal „gesund“ pflegen können, aber es wäre immer wieder zu Infektionen gekommen, immer häufiger und immer gefährlichere. Die Bakterien ließen sich einfach nicht mehr bekämpfen. Amputationstermin: 29.11.

Anfang Dezember kam nochmal ein massiver Burnout-Schub. Trotzdem schaffte ich es irgendwie und in mehreren Anläufen, zu loggen, was iptables wegwirft.

Der Burnout ging schließlich so weit, daß ich eine Woche später mal ein paar Tage lang von Twitter wegblieb, um etwas mehr Ruhe zu bekommen. Das hatte sich tatsächlich gelohnt. Ich konnte nach der Unterbrechung durch den Burnout-Schub an meinem Python-Script weiterschrauben. Am 14. Dezember installierte es Alex dann zum ersten Mal auf seinem Produktiv-Server, denn leider kann man das nicht testen, wenn der (lokale) Apache eigentlich gar nix zu tun hat. Trotzdem brauchte es noch einige Testläufe, bis der Apache-Workaround in Python zuverlässig lief (zur Zeit des Blogartikels vom 15. Dezember tat er das noch nicht). Nach mehreren Anläufen und einigen zusätzlichen Erweiterungen lief dann erstmals die Version 0.3.2d sauber und fehlerfrei. Die aktuelle Version 0.3.6b (Stand: 29.12.2016) hat dann nochmal Erweiterungen, Verbesserungen und insbesondere ein besseres Logging bekommen und ist auf Funktionsfähigkeit im Produktivbetrieb getestet. Da bin ich dann doch so ein bißchen stolz drauf. 🙂

Nach dem Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin habe ich mich dann noch darüber ausgelassen, was ich davon halte, daß Polizisten Weihnachtsmärkte oder generell Veranstaltungen mit Maschinenpistolen schützen sollten (nämlich nicht viel).

Weihnachten, die Congress-Tage und Silvester verbrachte ich dann mit sehr viel Ruhe, etwas Programmierung, ein paar Vorträgen vom 33c3 (per Stream) und ein bißchen besserem Essen als sonst.

Ja, das war dann so im großen und ganzen mein persönlicher Jahresrückblick. Für welche Themen aus Politik usw. ich mich interessiert hatte, ist aus den „Im Netz aufgefischt“-Artikeln herauszulesen, das wollte ich hier jetzt nicht auch nochmal aufdröseln.

Ein Kommentar zu “Jahresrückblick 2016”

  1. SackOhneSenf quakte:

    I survived 2016, too … somehow …

    @ Atari-Frosch: Wenn du Fragen zu Shell Scripten hast, lass es es mich wissen. Allerdings möchte ich anmerken, ich bin kein Freund dieser speziellen bash Erweiterungen und kenne mich deshalb damit auch nicht wirklich aus. Die Beschränkung auf Shell Scripte, die mit Busybox ash und oft auch direkt mit dash laufen, ist in der Regel aber kein großer Verlust.


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