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Warum ich Pirat bin

20. März 2017 um 18:50 Uhr von Atari-Frosch

PIRATENPARTEI

Heute wurde ich per Twitter-DM gefragt, wieso ich immer noch Mitglied der Piratenpartei bin, weil aus diesem Umfeld immer wieder öffentlich Bemerkungen gemacht werden, die man doch eher als „unpiratig“ einstufen sollte. Es ging um eine Bemerkung, die ein Pirat auf Twitter gemacht hatte und die – zumindest scheinbar – nicht zu den Grundeinstellungen der Piratenpartei paßt. Ob dem auch wirklich so war, lasse ich mal offen, denn so sicher bin ich mir da nicht; könnte auch ein Mißverständnis gewesen sein. Aber darauf kommt's nicht mal an, denn es gibt ja tatsächlich leider immer mal wieder Piraten, die sich öffentlich auch ganz eindeutig entgegen des Parteiprogramms äußern oder verhalten.

Meine Antwort lautet:

Die Idee. Die Idee, daß das Grundgesetz eine Bedeutung hat, der Mensch im Vordergrund stehen muß (statt des Geldes), daß ein BGE kommen muß. Daß das Urheberrecht reformiert werden muß. Daß es einen fahrscheinfreien ÖPNV braucht. Daß Politik transparent statt korrupt sein muß. Und: Die verdammt gute Arbeit von Piraten, die in Parlamente gewählt wurden, welche diese Ideen tragen.

In eine Partei einzutreten ist einfach. Es gibt kein „wir gucken uns den Menschen erstmal an“ wie in den CCC-Erfakreisen (könnte man vermutlich auch nur in Grenzen verbessern). Einen Querschläger loszuwerden, ist nach dem Parteiengesetz sehr schwer. Trotzdem oder genau deswegen werde ich mir von Querschlägern die Grundidee nicht nehmen lassen. Ich bin Pirat, weil das meine Überzeugungen sind.

Und es sind noch mehr Vorstellungen und Einstellungen, die ich mit der Piratenpartei teile und weswegen ich Mitglied bin und bleibe. Nicht erwähnt hatte ich zum Beispiel die Themen gesellschaftliche Teilhabe, Überwachung und Vorratsdatenspeicherung, Geheimdienste (Kontrolle bzw. Abschaffung), freie Bildung, frei zugängliche, mit Steuergeldern erstellte Daten staatlicher Stellen, Absenkung des Wahlalters, Trennung von Staat und Religion, Umwelt, Energie, Geschlechts- und Familienpolitik incl. „Regenbogen-Familien“, kostenlose Kindergärten und weiteres (Themen und Ziele der Piratenpartei).

In den anderen mehr oder weniger autoritär geprägten Parteien werden eigentlich nur die Aussagen der Vorsitzenden, ein paar Abgeordneter und vielleicht noch des einen oder anderen sonstwie bekannten Menschen öffentlich wahrgenommen. Der Rest geht mehr oder weniger unter (zumindest wie gesagt in der öffentlichen Wahrnehmung). Ich wüßte gern manchmal, wie sich das öffentliche Bild auch dieser Parteien ändern würde, träten viele Mitglieder laut und mit Parteilogo im Avatar auf Twitter, Facebook, Google+ oder in Blogs auf – so wie Piraten das üblicherweise machen, denn wir sind eben nicht so autoritär, sondern bezeichnen uns aus guten Gründen als Mitmach-Partei.

Persönlich haben mir Piraten immer wieder gezeigt, daß sie das Menschenbild, das wir vertreten, auch tatsächlich leben. In kaum einem Umfeld wurde und werde ich als nicht den üblichen Schubladen entsprechender Mensch so selbstverständlich akzeptiert wie im Piraten-Umfeld. In kaum einem anderen Umfeld muß ich so wenig erklären oder werde sogar gestoppt, weil: „hey, ist doch klar“ – bezüglich Dingen, die keineswegs als selbstverständlich anzusehen sind, wie besondere persönliche Bedürfnisse.

Ich hatte bereits bei meinem Eintritt vor sieben Jahren geschrieben:

Um eins gleich klarzustellen: Das heißt, daß ich die Ziele der Piratenpartei unterstütze und es für sinnvoll halte, auch innerhalb der Partei eine Stimme zu haben. Es heißt nicht, daß ich mich von außen für jeden Quer- und Schaumschläger in der Piratenpartei „dumm anmachen” lasse. :-)

Dazu stehe ich weiterhin uneingeschränkt.

Und ich halte es weiterhin uneingeschränkt für dringend notwendig, daß (noch mehr) Piraten in Parlamente gewählt werden, damit die Ideen nicht auf dem Papier bzw. auf den Webservern verrotten, sondern verdammt nochmal umgesetzt werden.

Ich bin Pirat. Klarmachen zum Ändern.

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