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Bashing vs. Kritik

8. Mai 2017 um 20:55 Uhr von Atari-Frosch

Derzeit berichten ja diverse Medien über Xavier Naidoo, weil er sich schon länger als Anhänger der „Reichsbürger“-Ideologie erwiesen hat und sich nun wohl auch mit den Texten seines neuen Albums entsprechend äußert. Dabei kamen mir immer wieder Bemerkungen in die Twitter-Timeline wie (sinngemäß) „hey, warum sagt denn keiner, daß der schon immer und generell Scheiß-Mukke macht?“

Nein. Einfach nein.

Den Mann wegen Reichsbürger-Fantasien zu kritisieren, halte ich für absolut berechtigt. Aber nicht das Bashing wegen der Musik. Denn:

Musik an sich ist Geschmackssache. Deswegen jemanden zu bashen, welche Art von Musik (Stil, nicht Textinhalte!) er macht oder wie seine Stimme klingt, ist nicht anders, als jemanden wegen einer Frisur/Haarfarbe, Kleidung[1], wegen Übergewicht, Piercings usw. zu bashen. Da geht es um Dinge, die dem persönlichen Geschmack unterliegen, und wegen derer wir selbst genauso wenig angegriffen werden wollen. (Oder? ODER?)

[1] Kleidung generell. Symbole auf Kleidung wiederum können kritikwürdig sein. Dazu braucht's aber wieder kein Bashing zum Beispiel des Kleidungsstils an sich.

Gleiches fiel mir auch schon früher auf. Manche Politiker wurden mehr wegen ihres Übergewichts und manche Politikerinnen mehr wegen ihrer Kleidung gebasht als wegen dummer Bemerkungen kritisiert. Über Donald Trump las man auf Twitter zeitweise mehr über seine Frisur und seine orange Gesichtsfarbe als zum Beispiel über das Nachäffen eines körperbehinderten Reporters.

Es gibt eine verdammt große Anzahl von Gründen, Menschen zu kritisieren, die mit einer rechten und/oder sonstwie menschenfeindlichen Ideologie hausieren gehen, und es gibt verdammt gute Argumente dafür, das dann auch laut und deutlich zu tun.

Ihr Musikstil und ihre Gesangsstimme gehören genauso wie ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Figur Frisur oder ihre Schuhgröße nicht dazu.

Meine ich mal so.

(Und wer jetzt meint, ich wolle irgendwas verteidigen, hat nicht verstanden, was ich sagen wollte.)

3 Kommentare zu “Bashing vs. Kritik”

  1. Felix Müller quakte:

    Naja, seh ich anders. Musik kann halt auch politische Stantpunkte transportieren. Und gegen die kann man ggf. schon was sagen.


  2. Atari-Frosch quakte:

    @Felix: Ich habe extra die Texte separat erwähnt, die man durchaus kritisieren kann (und in diesem Fall auch sollte). Eine Melodie allein oder ein Musikstil sagen noch nichts aus.


  3. Marc quakte:

    Weil man sich so viel besser über andere erheben kann…..

    Du sprichst da sicher ein Problem unserer Zeit an. Ich bin nicht sicher, ob man das Verhalten auf neue Medien oder einen gesellschaftlichen Wandel schieben kann, aber er macht mir Bauchschmerzen.

    Danke für den Artikel


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