Froschs Blog

Computer und was das Leben sonst noch so zu bieten hat

Zur Website | Impressum

Spaß mit Druckern (HP LaserJet 4L)

21. Juli 2017 um 19:21 Uhr von Atari-Frosch

… und ein genereller Rant über Billig-Billig-Ware.

Ihr kennt das ja schon, wenn ich „Spaß mit …“ schreibe, dann war's eigentlich gar nicht lustig, weil nämlich etwas nicht tat, was es soll. 😉

Diesmal ist es mein HP LaserJet 4L. Alt (wie in „aus den frühen 1990ern“), aber grundsätzlich noch sehr fit. Schon seit längerem waren die Ausdrucke nicht mehr sauber. Bis vor einem halben Jahr war es mehr so eine über's ganze Blatt verteilte Sauerei gewesen. Im Hermes-Shop war da schon gemeckert worden, weil der Barcode-Scanner mit den damit ausgedruckten Versandetiketten Lese-Probleme bekam. Später war dann zwar der größere Teil des Ausdrucks wieder sauber(er), aber rechtsseitig liefen zwei fette schwarze Streifen von oben nach unten durch. Bei den Hermes-Etiketten störten die nicht, weil sie nicht durch die Barcodes liefen. Nun wollte ich heute ein DHL-Versandetikett drucken; bei denen liefen die Streifen voll durch den Barcode. Das heißt, ich konnte mich nicht mehr vor der längst anstehenden Drucker-Reinigung drücken.

Also mal aufgemacht, Kartusche rausgezogen (ist sogar 'ne originale), da finden sich die entsprechenden schwarzen Bereiche auf der grünen Belichtungs-Walze. Küchenpapier regelt, kein Problem. Dachte ich.

Aber dann: wieder einsetzen. Der Deckel wollte nicht mehr richtig zugehen und verkantete. Zuerst dachte ich, es läge daran, daß der Mechanismus, der die Abdeckung genau dieser Walze zurückzieht, beim Einsetzen draußen bleiben will. Ich wußte, daß ich das schonmal hingekriegt habe, aber das muß Jahre her sein, und ich konnte mich nicht mehr an den Trick erinnern.

In diesem Youtube-Video Vorstellung des HP LaserJet 4L sieht man immerhin, daß dieser Mechanismus tatsächlich „draußen“ bleiben soll. Aber ich bekam den Deckel trotzdem nicht mehr ordentlich zu. Das lag allerdings nicht an der Kartusche, sondern daran, daß er eigentlich gar nicht abgehen, sondern nur hochgeklappt werden sollte: Die Verbindungen zwischen Deckel und Gehäuse sind abgebrochen. Ich meine, ich hätte den Drucker schon so bekommen. Der Trick besteht nun darin, den Deckel von oben her vorsichtig anzusetzen, als seien die Teile noch miteinander verbunden, und dann langsam runterzuklappen. Danach rutscht der Deckel aus der Endposition heraus zwar noch ein kleines Stück nach vorn, aber er hält. Der Drucker stört sich nicht dran und druckt trotzdem.

Mein Schmutzproblem war damit allerdings nicht gelöst. Die schwarzen Streifen waren nur noch grau, dafür aber deutlich breiter. Außerdem waren Teile des Drucks heller und verschoben ein zweites Mal auf dem Blatt. So war das ja auch nicht gedacht.

Auf Google+ hatte ich das Thema dann auch mal zur Sprache gebracht (der Beitrag dort und die Kommentare sind die Grundlage für diesen Blogartikel), weil ich auch mit einer Suche nach Anleitungen oder dem Handbuch nicht weitergekommen war. Hewlett Packard hält es offenbar nicht für nötig, die paar Megabytes an Plattenplatz für die Handbücher zu ihren älteren Produkten zu spendieren – dort ist das Handbuch jedenfalls nicht mehr abrufbar; es gibt – mittlerweile tote – Links in Foren zu diesem Handbuch bei HP, also standen die mal online.

Im nächsten Anlauf stellte ich fest, daß die grüne Belichtungswalze jetzt fast vollständig mit Toner bedeckt war. Meine nächste Vermutung war dann, daß das Küchenkrepp vielleicht doch nicht die beste Idee gewesen sein könnte. Für die Reinigung von Schallplatten hatte ich mir mal vor ein paar Jahren eine Ladung Antistatik-Tücher gekauft; eines davon opferte ich jetzt für die Walzenreinigung.

Außerdem versuchte ich, damit auch die sichtbare Transportwalze im Gerät selbst zu reinigen – da scheint massenweise Toner draufzukleben, ich bekam den gar nicht richtig runter. Ergebnis nach wieder zumachen: „Fehler“. Nein, der LaserJet 4L hat kein Display, nur ein paar LEDs. Also: „Fehler“ ohne Fehlercode. – Übrigens hat er auch keinen Ein-/Ausschalter, man muß immer den Stecker ziehen. Das war wohl HPs Idee von „low budget“ in den frühen 1990ern.

Menno, ich muß doch Etiketten drucken … 🙁

Nach einmal gut Hände waschen (nicht vergessen, Toner ist giftig!), sowas wie Mittagessen, dann Drucker nochmal aufmachen und versuchen, die Transportwalze zu reinigen (diesmal mit Küchenkrepp), wieder alles zumachen und Strom drauf war die Fehleranzeige weg. Also nochmal 'ne Testseite drucken.

Super. Jetzt saßen die Schmierstreifen quer statt längs. m)

Aber hey, es waren schon weniger. Das machte Hoffnung! Vermutung: Ich muß nur noch ein paar weitere Seiten drucken, dann kriegt er sich wieder ein. Dachte ich.

Die nächste Testseite war zu 4/5 der Breite grau verschmiert, mit regelmäßigen dunkleren schwarzen Querstreifen. Im letzten Fünftel gingen noch ein paar schmale dunkelgraue Längsstreifen runter.

Sascha Schneider kommentierte bereits vorher auf G+:

was durchaus sein kann ist dass die Kartusche hin ist. Innerhalb der Kartusche ist ja ein Abstreifer, der dafür sorgt dass überschüssiger Toner von der Walze fällt. Wenn der kaputt ist sammelt sich der Scheiss dauerhaft auf der Walze, da hilft Reinigen auch nichts. das Zeug sammelt sich ja immer wieder erneut. Das lässt sich allerdings einfach herausfinden - einfach nochmal auf die Belichtungswalze gucken und nachsehen ob sie wieder genauso verdreckt ist wie vorher.

Ja, ist sie. Also muß ich mir wohl eine neue Kartusche besorgen. Immerhin keinen neuen Drucker, denn, und ich zitiere Sascha nochmal:

Zumal der Trend dazu dass alles "Consumer hardware" wird Drucker recht nachhaltig ruiniert hat. Als mein LJ4k den Geist aufgegeben hatte (nach 15+ Jahren treuer Dienste) habe ich keinen gleichwertigen Ersatz gefunden. Nur noch billig gemachte Consumerscheisse auf dem Markt - es sei denn man kauft sich für sehr viel Geld so einen Abteilungsdruckturm.

Daß die Drucker immer billiger produziert werden, war mir schon in den Nuller-Jahren aufgefallen. Da hatte mich mein damaliger Mitbewohner um Rat beim Kauf eines Laserdruckers gebeten, und ich hatte aus meiner alten Erfahrung heraus gesagt, Brother sei gut. Mein alter Brother HL-8e war auch wirklich ein unkaputtbares Arbeitstier gewesen. Aber was der Mitwohni dann bekam, war ein billiges Plastikteil, das kurz nach Ablauf der Garantiezeit grundsätzlich behauptete, er habe kein Papier, auch wenn er welches hatte. Außerdem wurde wohl teilweise generell in neue Drucker ein Chip eingebaut, der sich nach einer bestimmten Anzahl Ausdrucke weigerte, weiterzuarbeiten, wenn nicht die Kartusche getauscht wurde – unabhängig davon, wieviel Toner noch drin war.

Das ist wohl auch bei Tintenstrahl-Druckern so, aber die mag ich auch aus anderen Gründen nicht: Sie gehen noch schneller kaputt, machen noch mehr Ärger und vor allem: Die Tintenkartuschen trocknen nicht nur ein, wenn man sie länger nicht benutzt (was bei mir durchaus vorkommen kann), sondern kosten dann mindestens so viel wie der Drucker selbst. Deshalb lasse ich die Finger von den „Tintenkotzern“ und bleibe lieber bei Laserdruckern. Tonerpulver kann nicht eintrocken, kostet weniger und bedruckt mir deutlich mehr Seiten als eine Tintenkartusche.

Es gab übrigens eine Zeit, da fand ich Tintenstrahldrucker sehr beeindruckend. Bei einem größeren Kunden der Leiharbeitsfirma, für die ich damals gearbeitet hatte (ca. 1990), hatte ich einen zu dieser Zeit schon nicht mehr ganz taufrischen HP DeskJet am Platz stehen. Der war noch richtig gut und zuverlässig. Die Preise für die Tinte weiß ich allerdings nicht, das war Sache des Einkaufs, und ich war in der EDV-Abteilung gewesen.

Hachja. Ich hätte ja eigentlich am liebsten meinen Brother HL-8e zurück. In funktionierend. Trotz seiner 22,5 kg Nettogewicht (also ohne Kartusche und Papierschublade). Den zweiten, den ich mir hier in Düsseldorf gebraucht gekauft hatte, nachdem mein erster in Hirschberg, sagen wir, zurückgeblieben war, habe ich vor längerer Zeit beim Sperrmüll entsorgt, weil er auch nach ausführlichster Reinigung einfach kein Papier mehr ziehen konnte.

Ich sollte aber wohl dazuschreiben, daß ich meinen ersten 1991 für rund 5.000 DM gekauft hatte – ein Betrag, den ich heute genauso wenig mal so eben aufbringen könnte wie damals – ich hatte das Geld zu jener Zeit als quasi Gründungszuschuß für mein Schreibbüro von meinem Vater bekommen. Auch andere Geräte waren da noch teuer, aber gut: Mein erster Flachbettscanner, ein Epson GT-6000 – parallel/seriell, 300 dpi physisch, 600 dpi interpoliert –, hatte rund 4.000 DM gekostet. Er war so ziemlich der erste Flachbett-Scanner gewesen, den sich Privatpersonen überhaupt leisten konnten.

Und danach mußte einfach alles billiger werden. Und noch billiger. Und noch billiger – und jetzt ist es zu billig 🙁

Das heißt auch: Aus den Geräten, die mal für eine lange Nutzungsdauer gebaut und angeschafft wurden, sind heute Wegwerf-Geräte geworden, die man sich jedes Jahr neu kauft. Daran stört mich vor allem, wie ich auf G+ kommentiert hatte:

So nebenbei ist ja nicht ganz unbekannt, wie und von wem elektronische Geräte generell produziert und ihre Ausgangsmaterialien beschafft werden (Stichworte: chinesische Produktionsstätten, seltene Erden, Kinderarbeit). Diese Produkte dann „wegwerfen & neu kaufen“ fördert genau das. Wenigstens in dem geringen Maße, in dem mir das möglich ist, möchte ich das nicht mitmachen, indem ich solche Geräte nutze, solange es nur geht.

So. Jetzt geh' ich mir auf eBay 'ne neue Tonerkartusche suchen.

Kommentieren

Bitte beachte die Kommentarregeln!

XHTML: Du kannst diese Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>