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Kunstvoller Defekt eines TFT-Displays

16. September 2017 um 14:30 Uhr von Atari-Frosch

Bei einem 12 Jahre alten TFT-Display ist es nun nicht so ungewöhnlich, daß es mal langsam den Geist aufgibt. Aber wie mein Samsung SyncMaster 913N das macht, kann man schon als kunstvoll bezeichnen. Da gehen nämlich nicht einfach so wild durcheinander die Pixel kaputt, sondern sie erzeugen dabei interessante, größtenteils dunkelgraue Objekte mit einer Art Aura.

Die Objekte und dazwischen verlaufende Schlieren – die im Gegensatz zu den Objekten nicht nur dunkelgrau sind, sondern dazwischen eingestreut auch andersfarbige Pixel zeigen – wuchsen seit Donnerstag so nach und nach, und zwar am unteren Bildschirmrand auf einer Breite von schätzungsweise 1000 px (gesamte Bildschirmbreite: 1280 px).

Und so sieht das mittlerweile aus. (Dieser Artikel ist – was bei mir sehr selten vorkommt – stark bildlastig!)

Am Donnerstag Nachmittag fiel mir plötzlich auf, daß mit der Darstellung der Menüleiste von icewm was nicht stimmt.

2017-09-14 13:16 – Der untere Teil der Menüleiste ist teilweise mit dunkelgrauen Pixeln überdeckt:

2017-09-14 13:17 – Auch in der linken unteren Ecke stapeln sich dunkelgraue Pixel auf:

2017-09-14 13:48 – Derweil zeigen sich auf dem gesamten Display überall dort, wo der Hintergrund dunkel ist, erst weiße, dann bald regenbogenbunte senkrechte Streifen:

Kurz danach wollte ich das TFT gegen ein anderes tauschen, das ich hier noch herumstehen habe – ein HP L1720 –, mußte aber feststellen, daß dieses einen proprietären Stromanschluß hat und das passende Netzteil gerade nicht auffindbar war. Nach dem Reboot, natürlich wieder auf das Samsung, waren dann die senkrechten Streifen größtenteils verschwunden.

2017-09-14 17:31 – Der schräge Stapel links formt langsam Rundungen aus, und auch weiter in Richtung Bildmitte wölbt sich etwas hoch, während dazwischen erstmal nur unregelmäßige, flache Hügel wachsen:

2017-09-14 18:33 – Es wird immer deutlicher, daß die beiden erhöhten Bereiche – in der linken Ecke und über dem Chromium-Tab – kreisförmig werden wollen:

2017-09-14 20:32 – Zwei Stunden später sind die Kreise schon sehr deutlich. Derweil formt sich weiter hinten, hier über dem Tab von Thunderbird, eine weitere deutliche Erhöhung, die auch sowas wie ein Kreis werden will. Da sie aber flacher bleibt und mich eher an einen Kieselstein erinnert, nenne ich diese Erhöhung den „Kiesel“:

2017-09-14 20:33 – Der Fleck über dem Chromium-Tab ist mittlerweile schon deutlich höher als der Tab selbst; die Pixel-Hügel dazwischen überdecken die Menüleiste teils schon fast bis zur Hälfte:

2017-09-14 20:53 – Von dem Debian-Startbutton ist schon nicht mehr viel zu sehen. Er reagiert aber weiterhin ganz normal auf Mausklick, wenn man weiß, wo er ist und wo man daher hinklicken muß:

2017-09-14 22:01 – Jetzt wird's nochmal spannend: Die beiden kreisförmigen Objekte entwickeln sowas wie eine Aura. Das Foto gibt das leider nicht so gut wieder, aber diese Aura ist in einem deutlichen Hellgelb:

2017-09-14 22:02 – Von dem Debian-Startbutton ist bis dahin wirklich fast nichts mehr zu sehen, es guckt nur noch ein Stückchen Logo raus:

2017-09-14 22:30 – und eine halbe Stunde später gibt es vom Logo nur noch ein paar vereinzelte rote Pixel zu sehen:

2017-09-14 22:31 – Auch der Kreis über dem Chromium-Tab ist nochmal gewachsen und hat seine Aura verstärkt:

2017-09-14 23:12 – Die Menüleiste in ihrer ganzen, ähm, Pracht. Vom Startbutton ist jetzt gar nichts mehr zu sehen, und die Aura des mittleren Kreisobjekts „leuchtet“ in den unteren Teil des Fensters hinein. Der „Kiesel“ hatte zunächst keine Aura (die kam später):

2017-09-15 00:20 – Die „Hügel“ überdecken das Menü schon zu mehr als der Hälfte, während das mittlere Kreisobjekt fast auf die doppelte Menüleisten-Höhe angewachsen ist. Die ersten nicht-dunkelgrauen Pixelfehler tauchen auf:

2017-09-15 00:20 – Derweil hat sich auch der „Kiesel“ auf fast doppelte Menüleisten-Höhe gemausert und bildet seine eigene Aura aus:

2017-09-15 00:20 – … und in der linken Ecke bekommt das kreisförmige Objekt, das den Startbutton verdeckt, sowas wie einen dicken Bauch:

2017-09-15 00:29 – Als ich dann X herunterfahre, stelle ich fest, daß die neue, ähm, Desktop-Verzierung auch auf der Textkonsole zu sehen ist (die Farbe ist hier falsch wiedergegeben; wie unter X ist die primäre Farbe der kaputten Pixel dunkelgrau, nicht blau):

2017-09-15 17:29 – Neuer Tag, neue kaputte Pixel! Mittlerweile ist das kreisförmige Objekt in der linken Ecke auf dreifache Menüleisten-Höhe angewachsen und hat eine deutlich breitere Aura bekommen:

2017-09-15 19:08 – Anderthalb Stunden später ist die Menüleiste auch zwischen den Kreisobjekten nicht mehr ablesbar:

2017-09-15 21:03 – Da ich zwischendurch den Verdacht habe, daß vielleicht doch die Grafikkarte das Problem sein könnte, mache ich mal einen Screenshot des betroffenen Bereichs. Und siehe da: Auf diesem sind die kaputten Pixel nicht zu sehen, stattdessen zeigt sich da die Menüleiste so, wie man sie erwartet:

2017-09-15 21:36 – Eine halbe Stunde später steuert das Kreisobjekt in der linken Ecke bereits die vierfache Menüleisten-Höhe an. Daneben hat sich ein weiteres halbkreisförmiges Objekt aus den „Hügeln“ herausgeschält, das auch sogleich eine Aura mitbringt:

2017-09-15 21:43 – Danach verschiebe ich die Menüleiste erstmal an den oberen Bildschirmrand, denn ich will ja weiterarbeiten können. Nun zeigt sich der Bereich zwischen den ersten beiden Kreisobjekten deutlich bunter als bisher:

2017-09-15 21:46 – Der „Kiesel“ sieht jetzt wirklich aus wie ein solcher und hat nicht nur eine genauso deutliche Aura wie die anderen Objekte, sondern bildet nach rechts hin eine helle Verlängerung seiner selbst aus:

2017-09-16 01:46 – Während der Umstellung der Menüleiste auf den oberen Bildschirmrand wechselte ich zwischendurch versehentlich auf einen anderen, nur testweise installierten Window-Manager. Beim Zurückschalten blieb dessen dunkelgrüner Bildschirmhintergrund einfach stehen. Das veränderte auch die Darstellung der Objekte, vor allem ihrer Auren. Außerdem hat sich mittlerweile ein fünftes, kleineres Kreisobjekt zwischen dem mittleren und dem „Kiesel“ gebildet:

2017-09-16 01:46 – Das mittlere der mittlerweile fünf Objekte mit einer inzwischen sehr starken Aura und seiner buntpixeligen Unterlage:

2017-09-16 03:46 – die zwei kleineren Objekte haben eine „Hülle“ bekommen sowie eine eher schwache Aura. Die Hülle verändert ihre Farbe je nach Bildschirmhintergrund (übrigens genauso wie die Auren). Die rechte Seite des Bildschirms, die bisher nicht betroffen war, bekommt auch langsam diese Aura, und es ist damit zu rechnen, daß auch da bald die ersten Pixel dunkelgrau werden. Auf der linken und der rechten Bildschirmkante „wächst“ ebenfalls nur die reine Aura nach oben – bei dem dunkelgrünen Hintergrund ist das besser zu sehen als bei dem weinroten, den ich sonst benutze. Dunkelgraue Pixel sind da aber noch nicht erkennbar. Das Objekt in der linken Ecke hat derweil etwa die fünffache Höhe der Menüleiste erreicht und entwickelt sich über eine Art Sprechblase doch wieder eher zu einem vollständigen Kreis:

2017-09-16 03:47 – die beginnende Aura rechts neben dem Kiesel:

2017-09-16 04:06 – Auf dem zweiten der Objekte scheint sich jetzt ein Hirsch oder Elch oder sowas angesiedelt zu haben ;-):

2017-09-16 04:13 – Das derzeit vierte Objekt ist nicht mehr nur dunkelgrau, sondern macht jetzt eher einen auf kunterbunt; links daneben und rechts neben dem bisher mittleren Objekt schält sich langsam ein weiteres aus den Schlieren:

2017-09-16 04:13 – Auf der Konsole sieht das mittlerweile so aus:

2017-09-16 04:13 – Der Kiesel bekommt jetzt bunte Stangen auf seiner rechten Seite:

So, das soll es erstmal gewesen sein. Mir wurden mittlerweile von drei verschiedenen Leuten Ersatz-Displays angeboten, was ich ganz toll finde, und damit kann ich dann dieses hier hoffentlich bald entsorgen. Sollten sich da noch „spektakuläre“ Bilder ergeben, werde ich nachberichten. 😉

Nebenbei gelernt: Wenn man auf ein TFT fotografiert, nimmt man auch dann am besten den Weißabgleich für Tageslicht, wenn im Raum Kunstlicht an ist. Das Licht, welches das TFT ausstrahlt, hat eher die Farbtemperaturen für Tageslicht. Mit Weißabgleich für Kunstlicht gibt es einen starken Blaustich. – Die Bilder habe ich allesamt mit dem Doogee X5pro gemacht.

7 Kommentare zu “Kunstvoller Defekt eines TFT-Displays”

  1. SackOhneSenf quakte:

    Na da ist mein Monitor ja der reinste Luxus, „NUR“ eine einzelne Pixel Zeile ist komplett ausgefallen und zeigt jetzt einen ganz eigenen Willen bei der Auswahl was sie darstellt. Dumm nur, wenn die Zeile mitten durch eine Textzeile geht, etwa in einem Terminal Fenster … Humpf!


  2. TmoWizard quakte:

    Das sieht eigentlich recht cool aus! 😉 Mein Philips-Monitor hat es sich da letztens leichter gemacht:

    Ohne jegliche Vorwarnung ging einfach aus, obwohl die entsprechende Leuchte daran einen anderen Zustand anzeigte.

    Nun steht hier ein riesiger Klotz von 15-Zöller von 1992, welcher eigentlich weit unter meinen Anforderungen liegt und den ich eigentlich letztens entsorgen wollte. Zum meinem Glück habe ich das nicht gemacht, sonst hätte ich jetzt leichte Probleme mit dem Lesen und Schreiben hier im WWW! 🙂


  3. Atari-Frosch quakte:

    @SackOhneSenf: Oh, das ist aber auch schon ärgerlich und kann ziemlich nerven.

    @TmoWizard: Dein Philips ist ja richtig langweilig 😉

    Aktueller Stand: Der ursprünglich mittlere Blob ist jetzt fast so groß wie der in der linken Ecke, welcher derzeit gut 4 cm hoch ist (oder etwa 5,5 Menüleisten überdecken würde). Die Auren sind auch bei weinrotem Hintergrund sehr klar erkennbar und weiterhin bei den größeren Objekten stärker als bei den kleineren. Die kleinen machen immer mehr auf „alles so schön bunt hier“. Die ersten paar Pixelreihen rechts vom Kiesel fallen auch schon aus, sie werden aber hell, nicht dunkelgrau.

    Was mich fast ein wenig ärgert, ist, daß die Kamera die Auren nicht so wirklich erfassen kann. Die Fotos da oben zeigen nicht alles, was ich tatsächlich sehe. Das sieht eigentlich noch viel toller aus.


  4. SackOhneSenf quakte:

    Am meisten nervt es mich, daß es schwer ist gescheite Monitore zu vernünftigen Preisen in der Größe 19 bis 21 Zoll zu finden, von 17 bis 19 Zoll gar nicht erst zu reden.

    Die heutige Gigantomanie nervt gewaltig. Nicht nur daß mir der Platz zum stellen so großer Monitore fehlt, ich kann auch mit so großen Monitoren nichts anfangen, da die für mich schlechter lesbar und unübersichtlich werden. Bei halbwegs vernünftigen Preisen haben die Dinger auch nicht mehr Pixel als kleinere Monitore und daher sind die einzelnen Pixel richtig große Klötze in meinem Blickfeld (Minecraft Effekt im Alltagsbetrieb).

    Das ist der Grund, warum ich meinen Monitor mit der defekten Pixel Zeile noch immer nutze, so nervig die Zeile auch ist, mit ihrer Tendenz das inverse des restlichen Bildes anzuzeigen (hell wenn Rest dunkel, dunkel wenn viel helle Fläche).


  5. SackOhneSenf quakte:

    @TmoWizard: Bei der heutigen Abhängigkeit von derlei Geräten kommt es noch soweit dass man gleich für das Ersatzgerät noch einen Ersatz in der Abstellkammer haben sollte, damit man nicht aufgeschmissen ist.


  6. Stefan Hodrius quakte:

    Oh ja, das kenne ich. Ich habe gerade einen Laptop bei dem „Tannenbäume“ im Display wachsen.


  7. Atari-Frosch quakte:

    @Stefan: Cool! Kann man das irgendwo online bewundern? 😉


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