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Versandlogik der Deutschen Post

22. Oktober 2017 um 18:50 Uhr von Atari-Frosch

Hallo Deutsche Post und DHL, mal was zum Nachdenken für Euch:

Heute habe ich festgestellt: Es ist billiger, eine LP (Vinyl 12") als Brief weltweit ins Ausland zu schicken als innerhalb von Deutschland, wo sowohl die Versandart Brief (Groß/Maxi) als auch die Versandart Warensendung wegen der Maße eben nicht gehen. Denn die Maße eines (wiederverschließbaren) Spezial-Versandkartons für 12" Vinyl sind 32,5 x 32,5 x ca. 2 cm (wenn eine bis drei Platten verschickt werden; ab vier geht die Höhe über 2 cm).

Will ich das ganze also ins Ausland schicken, wähle ich Deutsche Post Brief international: L min. 14 cm, B min. 9 cm, Gewicht bis 500 g, L x B x H nicht mehr als 90 cm, für 3,70 € – geht!

Will ich exakt dasselbe innerhalb von Deutschland versenden, wird's lustig:

  1. Möglichkeit DHL-Warensendung: L 10 - 35,3 cm, B 7 - 30 cm, H bis 15 cm, Gewicht bis 500 g: 1,90 € – geht nicht: die Breite reicht knapp nicht mehr; oder
  2. Möglichkeit DHL-Großbrief: L 10 - 35,3 cm, B 7 - 25 cm, H bis 2 cm, Gewicht bis 500 g für 1,45 € – geht nicht: die maximale Breite ist noch geringer, die Höhe eventuell etwas knapp; oder
  3. Möglichkeit DHL-Maxibrief: L 10 - 35,3 cm, B 7 - 25 cm, H bis 5 cm, Quadratform möglich, Gewicht bis 1000 g, für 2,60 € – geht nicht: die Breite reicht auch hier wieder nicht.

Innerhalb von Deutschland bietet dann die nächst günstige Versandmöglichkeit der Konkurrent Hermes: Hermes Päckchen, kürzeste + längste Seite max. 37 cm, Gewicht bis 25 kg, für 3,89 € – geht!

Mit Logik hat das jetzt nicht so viel zutun, oder?

2 Kommentare zu “Versandlogik der Deutschen Post”

  1. SackOhneSenf quakte:

    @Frosch: Da muss ich dir aber vehement widersprechen, daß das nichts mit Logik zu tun hat! Es glänzt gerade zu durch die Abwesenheit jeglicher Intelligenz, womit eindeutig bewiesen ist dass es etwas mit der Intelligenz zu tun hat

    😀


  2. Daniel Rehbein quakte:

    Ähnliche Effekte gab es früher im Fernsprechnetz bis etwa Mitte der 90er für Verbindungen zu Mobilfunkanschlüssen. Damals arbeiteten die Vermittlungsstellen noch mechanisch, die Abrechnungshöhe bestimmte sich nach den Anfangsziffern. Für internationale Verbindungen gab es jeweils einen festen Tarif für jedes Ziel-Land, unabhängig davon, welche Art von Anschluß man dort erreichte. Im Inland bestimmten sich die Tarife nach der Entfernung zum Ortsnetz, und Anrufe zu Mobilfunkanschlüssen waren besonders teuer. So war es dann billiger, von Deutschland aus einen Mobilfunkanschluß im benachbarten Ausland anzurufen als einen Mobilfunkanschluß in Deutschland.

    Durch die Entfernungsstaffelung ergaben sich früher auch interessante Effekte. Die Tarife für Ferngespräche waren gestaffelt nach der Entfernung, die Tarifgrenzen waren 50km und 200km. Von Dortmund nach Düsseldorf waren es schon über 50km, von Dortmund nach Ratingen waren es dagegen unter 50km. Zwischen Düsseldorf und Ratingen dagegen bestand Orts-/Nahtarif. Die Summe der Tarife eines Ferngesprächs unter 50km und eines Gesprächs zum Orts-/Nahtarif war niedriger als der Tarif für ein Ferngespräch über 50km. Für ein preiswertes Gespräch von Dortmund nach Düsseldorf hätte man jemanden in Ratingen gebraucht, der dort zwei Telephonhörer gegeneinander hält.


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