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Heiliger Bürokratius

10. November 2017 um 12:57 Uhr von Atari-Frosch

Der Heilige Bürokratius wird mal wieder angebetet. Diesmal, indem meine Krankenkasse überzahlte Beiträge, die vom ARGE geleistet wurden, an mich ausbezahlen muß, obwohl das einen bürokratischen Wust hinter sich herzieht, statt das Geld direkt ans ARGE zurückzubezahlen, wo es doch herkam.

Also: Ich erhielt heute einen Anruf meiner Krankenkasse, und sie hatten mir deswegen auch schon geschrieben, weil sie meine Bankverbindung haben wollten. Der Punkt ist nämlich, daß 2015 wohl irgendwie die Beiträge reduziert wurden und das ARGE außerdem letztens eine Nachzahlung für November 2015 einbezahlt hat. Und jetzt haben sie zu viel Geld von mir. Sagen sie.

Das ARGE hatte ja „schon“ Anfang Oktober die Nachzahlung für November 2015 geleistet, obwohl bereits im Februar dieses Jahres festgestellt wurde, daß sie mir dieses Geld schulden – und auch erst, nachdem meine Anwältin, wie sie es ausdrückte, „pampig“ geworden war. Diese Zahlungsverpflichtung des ARGE stammte noch von dessen Zwangsverrentungsversuch, weil es vorher ja „leider, leider“ nicht geklappt hatte, mich mit dem Versuch einer Erpressung zu einer Straftat zu erledigen. Es hat ja auch nur 1,5 Jahre gedauert, bis das mit der Zwangsverrentung gerichtlich geklärt war.

Logisch wäre es ja eigentlich gewesen, das überzahlte Geld genau dahin zu überweisen, woher es einbezahlt worden war. Aber mit Logik haben wir es in Deutschland nicht so: Es muß umständlich bürokratisch sein.

Und das heißt: Die Krankenkasse besteht darauf, das überzahlte Geld erstmal an mich auszubezahlen. Ich muß diesen Geldeingang (bzw. eigentlich schon die Ankündigung desselben) dann dem ARGE melden. Das ARGE wird mir daraufhin für den Folgemonat Hartz IV um diese Rückzahlung verkürzt ausbezahlen und darüber natürlich einen Bescheid ausstellen.

Den Geldeingang werde ich diesmal allerdings erst offiziell melden, wenn das Geld tatsächlich auf meinem Konto ist, und nicht, wie ich verpflichtet wäre, sobald ich weiß, daß da was kommen wird (oder auch nur was kommen könnte). Denn die Erfahrung sagt, daß das ARGE im Fall der Ankündigung eines Geldeingangs sofort bzw. direkt im Folgemonat kürzt und nicht erst dann, wenn das Geld tatsächlich eingegangen ist. Wenn das Geld dann nämlich doch später kommt, als es kommen sollte (oder auch gar nicht), fehlt es mir also erst einmal. Je nach Höhe des Betrages kann das dann schon unangenehm werden.

Ich finde es jetzt grade nicht, aber das Spielchen hatte ich schonmal, als hier eine Hausverwaltung zuständig war, die, sagen wir, doch so ein wenig verpeilt agierte. Da sollte ich eine Nebenkosten-Rückerstattung bekommen, und ich beging den Fehler, diese Ankündigung direkt dem ARGE mitzuteilen – immerhin explizit mit dem Hinweis, daß ich das Geld noch nicht habe und aufgrund der Verpeiltheit dieser Hausverwaltung nicht sicher ist, wann es tatsächlich kommen würde. Daraufhin wurden mir für den Folgemonat die Leistungen entsprechend der erwarteten Einnahme gekürzt, und mir fehlte dann ein doch dreistelliger Betrag. Denn die Hausverwaltung schaffte es nicht, das Geld auch tatsächlich auszubezahlen. Schließlich kürzte ich etwa drei Monate später kackfrech die Miete um diesen Betrag, um das wieder auszugleichen; immerhin haben sie sich nie darüber beschwert, und kurze Zeit danach wurde zum Glück eine andere Hausverwaltung beauftragt.

Nun werde ich bei meiner Krankenkasse sicher nicht damit rechnen müssen, daß sie dermaßen verpeilt ist, aber auch da kann ja gelegentlich der heilige Bürokratius zuschlagen (oder auch einfach eine Erkältungswelle etc.) und eine Auszahlung mal etwas länger dauern. Das möchte ich gar nicht erst riskieren, deshalb leiste ich hier ganz offen so ein bißchen zivilen Ungehorsam.

Wenn es schon nicht möglich ist, Geld einfach dahin zurückzuüberweisen, wo es herkam … m(

2 Kommentare zu “Heiliger Bürokratius”

  1. Marie quakte:

    Lass dich nicht stressen! Wirkt nämlich so. So wie Du das vorhast ist das genau richtig.


  2. SackOhneSenf quakte:

    Also ich will hier ja niemanden zu irgendwelchem Ungehorsam auffordern, darum *rein humoristisch*:

    Warten bis Geld auf Konto, Kopie von Auszug machen den zusammen mit Kopie von dem Schreiben an ARGE schicken und doch rein zufällig einen Fehler in die Adresse einbauen … das ganze mit Einlieferschein zur Post :-/ … sorry!


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